Warmer Winter spart Streusalz und Gas

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Michael Berkenkopf, Chef der Stadtwerke, setzt beim Erdgas weiter auf Preisstabilität. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Pünktlich zum Weihnachtsmarkt in Valbert fielen am 2. Dezember die ersten Schneeflocken. Und an den folgenden Tagen kam es dann „knüppeldick“. Doch dann verschwand der Winter plötzlich wieder. Gas- und Streusalzverbrauch gingen drastisch zurück.

Die vergangenen drei Wochen glichen auch in den Höhenlagen des Sauerlandes eher einem verregneten Sommer als tiefstem Winter. Was die Skifahrer zur Verzweiflung treibt, ist für Hausbesitzer eher positiv. Peter Matzke, für die Gebührenkalkulation zuständiger Mitarbeiter im Fachbereich Technischer Service bei der Stadt, ist angesichts des ausbleibenden Winters zuversichtlich, dass die Gebühren für den Winterdienst nicht angehoben werden müssen: „Wir haben im Jahr 2012 und auch für 2013 mit 1,66 Euro pro Meter Grundstücksfront kalkuliert. Das milde Wetter im Dezember wird sich schon auf die Gebühren 2012 auswirken. Und auch im Januar und Februar 2012 hatten wir keinen außergewöhnlichen starken Winter mit riesigem Einsatz an Salz oder Arbeitskraft im Winterdienst“, äußerte er sich gestern verhalten positiv, was die Gebührenkalkulation angeht. Sollte der Winter in diesem Jahr von Januar bis März oder April noch heftig ausfallen, würde das erst die Gebührenrechnung, die 2014 vorgenommen wird, betreffen. Matzke: „Weil wir bei den Winterdienst-Gebühren in Meinerzhagen aber ohnehin schon sehr niedrige Ansätze haben, ist noch nicht vorherzusagen, ob die Gebühr wegen des zurzeit milden Klimas vielleicht sogar gesenkt werden kann.“

Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes, dessen Mitarbeiter bei Eis und Schnee für freie Straßen sorgen, hatten im Dezember aber dennoch schon einiges zu tun. „Etwa 300 Tonnen Salz wurden im laufenden Winter bereits verbraucht“, berichtet der kaufmännische Leiter Frank Markus. Seit Mitte Dezember herrscht allerdings Ruhe. Dadurch wurde nicht nur Salz gespart, auch Überstunden fielen nicht mehr an.

Die beiden Salzsilos am Darmcher Grund fassen 450 Tonnen, zurzeit sind sie mit 300 Tonen gut gefüllt. Trotzdem wurde bereits neues Salz geordert. „Wir erwarten in den nächsten Tagen noch einmal eine Lieferung von 75 Tonnen, das sollte erst einmal reichen. Lieferengpässe gibt es in diesem Jahr auch nicht, das ist alles kein Problem. Wenn wir Salz benötigen, ist das innerhalb von wenigen Tagen auch da“, ist Frank Markus relativ entspannt, auch wenn für das Wochenende oder für Anfang kommender Woche wieder Winterwitterung vorhergesagt ist.

Je höher die Außentemperaturen, desto geringer der Gasverbrauch. Auch in diesem Punkt wirkt sich der ungewöhnlich milde Winter auf die Geldbörse vieler Bürger positiv aus. „Das macht sich beim Gas-Absatz schon deutlich bemerkbar“, bilanziert Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Berkenkopf. Allerdings warnt auch er davor, deutlich niedrigere Rechnungen für Energieverbrauch einzukalkulieren: „2012 hatten wir generell einen höherebn Verbrauch, das gilt für die ersten drei Quartale. Im letzten Quartal hat sich das dann etwas reduziert, wodurch der vorherige Mehrverbrauch etwas kompensiert wurde.“ Genaue Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. „Die Zähler wurden erst in den vergangenen Tagen abgelesen, eine detaillierte Statistik über 2012 gibt es noch nicht“, erläutert Michael Berkenkopf.

Der Stadtwerke-Chef hat aber auch noch eine positive Nachricht für seine Kunden: „Beim Gas sehe ich derzeit keine Preiserhöhung. Zunächst erwarte ich Preisstabilität – was bei uns übrigens seit Oktober 2011 gilt.“ ▪ beil

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