1. come-on.de
  2. Volmetal
  3. Meinerzhagen

Michaela Diller warnt vor den Gefahren durch Neophyten

Erstellt:

Von: Fabian Paffendorf

Kommentare

Michaela Diller führt seit Jahren einen Kampf gegen die Herkulesstaude. Ihr Ziel ist es, die Gemeinden im Volmetal dafür zu sensibilisieren, das giftige Grün dauerhaft zu mähen und dessen Ausbreitung einzudämmen. Neben diesem Gewächs warnt Diller auch vor anderen invasiven Arten.
Michaela Diller führt seit Jahren einen Kampf gegen die Herkulesstaude. Ihr Ziel ist es, die Gemeinden im Volmetal dafür zu sensibilisieren, das giftige Grün dauerhaft zu mähen und dessen Ausbreitung einzudämmen. Neben diesem Gewächs warnt Diller auch vor anderen invasiven Arten. © Fabian Paffendorf

Sie sind durchaus hübsch anzusehen mit ihren bunten Blüten, aber die Gefahr, die von Neophyten für das heimische Ökosystem ausgeht, ist nicht zu unterschätzen. Wenn im Sommer entlang der B 54 Herkulesstaude, Drüsiges Springkraut oder Staudenknöterich in voller Blüte stehen, dann ist Michaela Diller alarmiert.

Meinerzhagen/Kierspe –Meinerzhagens Landschaftswächterin hat die Flora auch jenseits der Meinerzhagener Ortsgrenzen stets im Blick und ist besorgt über die Versäumnisse eingeschleppten und giftigen Pflanzen die Stirn zu bieten. Entlang der Volme mangele es vielerorts am Engagement, den Wildwuchs der Neophyten einzudämmen, wie sie meint. Man müsse sensibilisieren, die von den Gewächsen ausgehende Problematik für Tier und Pflanzenwelt ernstnehmen, sagt Diller, „Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, ist es leider nicht“, erklärt Diller und pflückt Triebe des Jakobskreuzkrauts aus einer Böschung hinter dem Kiersper Volmefreizeitpark. Anders als Bärenklau & Co sei das Jakobskreuzkraut zwar kein Neophyt, sondern eine alte heimische Pflanze, doch ihre zunehmende Ausbreitung in den vergangenen Jahren sei als überaus bedenklich einzustufen.

„Seit gut vier Jahren ist das Kraut überall in den Böschungen zu finden. Besonders gefährlich ist die Pflanze für Tiere“, sagt Diller. Optimale Vermehrungsbedingungen finde das Jakobskreuzkraut auch auf Weiden. Dort sei besondere Vorsicht geboten, denn dort bestände die Gefahr, dass Pferde beim Fressen unbewusst das Kraut aufnehmen würden. Infolge dessen würden sich die Tiere durch die Pflanze vergiften. Einzelpflanzen würde man noch mit Ausreißen oder Ausstechen Herr werden, aber seien größere Flächen betroffen, müsse längerfristig gemäht und beschnitten werden, da sonst das Kraut immer wieder auftauche. Nicht unbedingt für Mensch und Tier giftig, aber für andere Pflanzen eine dauerhafte Belastung sei laut Michaela Diller das Drüsige Springkraut.

Energisches Vorgehen gegen Arten ist notwendig

„Es bedarf eines energischen Vorgehens gegen diesen Neophyten, denn diese Art entzieht anderen, heimischen Pflanzen den Lebensraum“, sagt Diller. Der Wuchs ginge einher mit der Verdrängung anderer Pflanzen. Eine Gefährdung der Biodiversität in noch weit höherem Ausmaße ginge jedoch noch von einer anderen, in den vergangenen Jahrzehnten zum akuten Problem gewordenen Pflanze aus – dem Japanischen Staudenknöterich. „Wenn der erst einmal irgendwo Fuß gefasst hat, dann geht der Kahlschlag los“, meint Michaela Diller. Der Staudenknöterich sehe schön aus, doch sei nichts anderes als eine tickende Zeitbombe für das heimische Ökosystem. „Der ist sehr gefährlich“. Weiterhin laut Michaela Diller ein hochbrisantes wie auch leidvolles Thema sei die kaum mehr aufzuhaltende, zunehmende Ausbreitung der Herkulesstaude. Gerade an Hängen entlang der Volme, da wo das Mähen nur schwer bis überhaupt nicht mehr möglich sei, habe sich der auch Riesenbärenklau genannte invasive Neophyt lange schon unaufhaltsam seinen Weg bereitet. „Die Bauhöfe im Märkischen Kreis kommen kaum mehr hinterher, dagegen anzukämpfen“, sagt Diller.

Man könne nicht genug warnen vor der Pflanze, die mittlerweile mit ihren über zwei Meter hohen Stauden überall entlang der B 54 unübersehbar ist. Der fortwährende Kampf gegen und die Warnungen vor dem Grün sind Diller seit Jahren eine Herzensangelegenheit, wie sie sagt. „Es muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, welche Gefahren für Tiere und Menschen von der Pflanze ausgehen“. Es könne nicht angehen, dass immer noch insbesondere Kinder schwer verletzt würden, die unwissentlich in Berührung mit der Giftpflanze kommen. „Immer wieder kommt es zu schweren Verätzungen und Verbrennungen durch Kontakt mit der Herkulesstaude“, erklärt die Meinerzhagenerin. In den vergangenen Jahren sei die Population kaum gebremst worden und schier explodiert. Eine einzelne Pflanze könne mehr als 20 000 Samen produzieren, die dann vom Wind weitergetragen werden würden. „Man muss sich einfach mal die B 54 bis Hagen ansehen – die Herkulesstaude ist überall.“

Um anschaulich über die Gefahren durch den Wildwuchs des Neophyten aufzuklären, hat sich die 78-Jährige vor Jahren schon ein Protestschild angefertigt, das sie zeigt. „Zweimal bin ich auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren: einmal 1986 gegen den Besuch des Schars von Persien. Und zum anderen, um die Leute wachzurütteln, welche Gefahr von der Herkulesstaude ausgeht“, erzählt Diller. Ihr Kampf gegen die invasiven Neophyten geht weiter.

Auch interessant

Kommentare