Legal, illegal oder einfach nur egal?

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Über rund 500 Meter erstreckt sich die „Bonanza“-Zaunanlage entlang des Weges nach Willkenberg.

Legal, illegal oder einfach nur egal? Eine recht opulente Zaunanlage im Bereich des „Eulenlochs“ beschäftigt den Märkischen Kreis. Für die rund 500 Meter lange und überwiegend massiv errichtete Einfriedung wurde kein Bauantrag bei der Genehmigungsbehörde gestellt.

Valbert – In der Ortslage An der Hardt und in dem dort umliegenden Gebiet, dem sogenannten „Eulenloch“, erwarb vor einiger Zeit ein Eigentümer nicht nur die Flächen im Zusammenhang mit der dortigen Bebauung. Vielmehr wurden auch nicht unerhebliche Wald-, Wiesen- und Ackerflächen sein Eigentum. Zur Einfriedung entstand zunächst im vergangenen Jahr direkt an der Hauptzufahrt von der L 709 eine massive Zaunanlage mit Rolltorabsperrung.

In den vergangenen Wochen wurde die Einfriedung durch weitere Zaunabschnitte verlängert. Nunmehr reicht die kolossale Absperrung vom Anschluss an der Hauptzufahrt etwa rund 500 Meter aufwärts Richtung Wilkenberg. Sie führt neben einem öffentlichen, asphaltierten Weg her. Die restlichen Flächen zu anderen Eigentümern sind durch Stacheldraht abgesperrt.

Nach den Vorgaben des Baugesetzbuches hätte die Zaunanlage einer Genehmigung durch den Märkischen Kreis bedurft. Auf Anfrage teilte der Kreis jedoch mit: „Die Zaunanlage wurde ohne Baugenehmigung gebaut. Der Märkische Kreis prüft jetzt in einem Baugenehmigungsverfahren, ob die Anlage nachträglich legalisiert werden kann oder beseitigt werden muss.“

Gerade Letzteres dürfte nicht von sonst eher üblichen bau- und gestaltungstechnischen Fragen abhängen. Vielmehr handelt es sich bei der Maßnahme um eine solche im Außenbereich (ohne rechtsverbindliche Bauleitplanung), welcher zudem ein Landschaftsschutzgebiet und in kleineren Abschnitten ein Naturschutzgebiet ist.

Durch die im Bereich der Einzäunung liegenden Wanderwege ist auch der SGV als Verein betroffen. Sowohl ein Weg auf örtlicher als auch auf überörtlicher Ebene ist für Wanderfreunde dort markiert.

Dem 1. Vorsitzenden der SGV-Abteilung Valbert, Michael Koch, ist vom Bauherrn ein Lösungsvorschlag unterbreitet worden, welcher die Nutzung anderer Flächen zur Wegeführung vorsieht. „Wir prüfen derzeit gemeinsam mit dem Hauptverein die rechtlichen Voraussetzungen für uns und auch die Auswirkungen. Eine abschließende Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Die steht auch in absehbarer Zeit beim Märkischen Kreis an.

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