Mit dem Messer gegen einen Makler

Seit heute muss sich ein 44 Jahre alter Meinerzhagener vor Gericht verantworten.

MEINERZHAGEN ▪ Als ein 44-jähriger Meinerzhagener Ende 2009 ein schönes Haus für seine Familie findet, ahnt er noch nicht, dass er sich ein paar Monate später wegen versuchten Totschlags vor dem Hagener Landgericht verantworten muss.

Seit heute sitzt der Mann nun auf der Anklagebank.

Von Anfang an zeigte er sich geständig und räumte die Vorwürfe gegen sich ein. Im Internet war der 44-Jährige nach längerer Suche auf ein passendes Objekt für sich und seine Familie gestoßen. Er nimmt Kontakt zum Makler auf. Am 2. Januar kommt es zum Vertragsschluss. Dann heißt es warten auf die Papiere von der Kredit gebenden Bank. Doch es passiert nichts, kein Zeichen vom Makler. „Dann habe ich gemerkt, dass er mich hinhält“, so der Meinerzhagener heute vor Gericht. Daraufhin habe sich der Angeklagte entschieden, vom Hauskauf Abstand zu nehmen. Von einem Dritten erfährt er schließlich, dass der Makler das Haus längst an jemand anderen verkauft hatte. Trotz der Enttäuschung lässt er sich auf ein weiteres Angebot des 36-Jährigen ein.

Um Näheres zu klären, sucht der Angeklagte den Makler am 16. Februar in dessen Büro in Meinerzhagen auf. „Ich war aufgeregt und habe ihn gefragt, warum er gelogen hatte“, gab der 44-Jährige heute an. Daraufhin sei der Mann sauer geworden und habe ihn angeschrien, woraufhin er ihm ins Gesicht gespuckt habe. „Er schlug dann auf mich ein und ich bin zu Boden gefallen. Ich hab dann noch einen Schlag gegen die Brust bekommen. Dann bin ich aufgestanden und habe das Messer aus der Tasche gezogen. Um ihn von mir fern zu halten, habe ich Stichbewegungen gemacht. Dabei hat er dann den Stich abbekommen. Danach hat er nicht mehr geschlagen“, schilderte der Meinerzhagener heute das Tatgeschehen. Anschließend habe er sich sofort der Polizei gestellt.

Mit dem Tode bedroht

Laut Anklage soll der Mann sein Opfer im Vorfeld übers Telefon mit dem Tode bedroht haben. Das bestritt der Angeklagte jedoch. Das Messer habe er nur dabei gehabt, weil er jeden Tag nach dem Abendessen mehrere Stunden auf Wanderschaft gehe. Dazu packt er immer Wasser, ein Feuerzeug, eine Stirnlampe – und ein Messer ein. Das hatte der Mann nach der Tat weggeworfen. Warum wisse er nicht mehr. Das Opfer hatte bei der Attacke eine sieben Zentimeter tiefe Schnittwunde unterhalb der linken Brust davongetragen und musste notoperiert werden, da die Klinge die Thoraxwand durchstoßen hatte.

Der Anwalt des Geschädigten, Bodo Schäfer, der als Nebenkläger auftritt, erklärte, dass die äußerlichen Wunden zwar ganz gut verheilt seien, sein Mandant psychisch aber immer noch belastet sei und unter Schlafstörungen und Alpträumen leide. Möglicherweise wird es am Donnerstag ein Urteil geben. ▪ jape

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