Außergewöhnlicher Vortrag

"Mental-Bäuerin" gibt Landwirten Tipps

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Mitten hinein ins Publikum: Mental-Bäuerin Elke Pelz-Thaller bezog die Gäste ins Programm mit ein.

Meinerzhagen - Wenn der starke Bauernprotest der zurückliegenden Wochen dauerhaft Wirkung zeigen soll, müssen die Landwirte ihre Forderungen kommunizieren: Dazu rief Elke Pelz-Thaller Angehörige des Berufsstandes aus ganz Südwestfalen am Mittwochabend während eines Impulsvortrags in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen auf.

Die bundesweit als Mental-Bäuerin bekannte Trainerin und Seminarleiterin Elke Pelz-Thaller aus Reichertshofen bei Ingolstadt übernahm unmittelbar die Regie, nachdem Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Olpe, die Anwesenden begrüßt hatte.

 „Mit Traktoren in die Stadt – Wirkung und Nebenwirkung“ lautete der Titel des gut zweistündigen Beitrags. Elke Pelz-Thallers Anliegen: Aus der starken Geschlossenheit des Berufsstandes soll ein rundum positiver Auftritt mit entsprechendem Erfolg für alle Landwirte werden. 

„Wir sind nicht pauschal gegen etwas, sondern für mehr Tierwohl, für eine intakte Umwelt, für gesunde und hochwertige Lebensmittel zu fairen Preisen und für eine gesicherte Zukunft der Landwirtschaft in Deutschland“, betonte sie. Darum müssten die Bauernfamilien nach dem eindrucksvollen Auftritt mit den Traktoren in den Städten jetzt ihre Anliegen einer breiten Öffentlichkeit verständlich machen und so Unterstützung oder zumindest Zustimmung für ihre Ziele gewinnen. 

Dabei zählt für Elke Pelz-Thaller die Formulierung der Botschaften auf Protestplakaten ebenso, wie ein jederzeit sympathischer und offener Auftritt der Landwirte. „Nur noch zwei Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung sind Bauern“ zitierte Pelz-Thaller eine aktuelle Erhebung. Es komme jetzt darauf an, einem großen Teil der restlichen 98 Prozent zu zeigen, wie Landwirte beim Erreichen der Umwelt- und Klimaschutzziele aktiv mitwirken.

 „Das wird nur was, wenn die Städter sehen, wo ihre Milch, ihr Obst, ihr Gemüse und ihr Fleisch herkommen. Geht auf die Leute zu, sprecht mit ihnen und ladet sie auf die Höfe ein“, forderte die Kommunikationstrainerin. Mit einem kurzen Blick auf die Entwicklung der Landwirtschaft in den vergangenen 60 Jahren zeigte die Bäuerin aus Bayern die Entfremdung zwischen Stadt- und Landbevölkerung auf. 

„Wir sind mit unseren Aussiedlerhöfen aus den Dörfern und Städten hinaus an den Rand gezogen, wo uns viele Menschen gar nicht mehr wahrnehmen“, beschrieb sie die Situation. Im Dialog gelte es, diese Distanz zu überbrücken. 

Mit viel Fachwissen, klaren Worten, absoluter Herzlichkeit sowie mit viel Humor und Selbstironie machte die Städterin, die vor 25 Jahren hinaus zu ihrem „Bauern Paul“ und seiner Familie aufs Land gezogen ist, dem Publikum klar: „Je besser wir agieren, desto bessere Ergebnisse werden wir erzielen. Das geht nur, wenn ich weiß, wie ich meine Anliegen erfolgreich kommunizieren kann.

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