Mattenschanze in Meinerzhagen wird erneuert

Piero Del Casale von der Stadt Meinerzhagen und Manfred Bachmann vom Skiklub informieren sich über den Stand der Arbeiten.

meinerzhagen - Die Meinhardus-Mattenschanzenanlage hat seit den frühen 1960er Jahren die Volmestadt weithin bekannt gemacht und ihren Ruf als Zentrum des Wintersportorts untermauert.

meinerzhagen - Die hat seit den frühen 1960er Jahren die Volmestadt weithin bekannt gemacht und ihren Ruf als Zentrum des Wintersportorts untermauert.

Von Horst vom Hofe

Was als touristische Attraktion Anziehungskraft auf Besucher von weither ausübt, dient nach wie vor vor allem sportlichen Zwecken. Aktuell läuft hier wieder eine große Umbaumaßnahme, mit der die mittlere der drei Schanzen auf den neuesten Stand der Skisprungtechnik gebracht wird.

Auf den drei unterschiedlich großen Schanzen wird vor allem im Sommer intensiv trainiert – wobei die Sportler sowohl vom heimischen Skiklub kommen als von auswärts zu Trainingsmaßnahmen des Westdeutschen Skiverbandes anreisen, für den Meinerzhagen als offiziell ausgewiesener Landestrainingsstützpunkt nach wie vor einen hohen Stellenwert hat. Diese bemerkenswerte Entwicklung begann 1962 mit der Inbetriebnahme der der ersten kleinen Mattenschanze. Gewinner des Einweihungssspringens vor rund 4000 Zuschauern wurde seinerzeit übrigens Olympiasieger Georg Thomas. Und diese erste Anlage wird zurzeit umfassend modernisiert. Die große Schanze war bereits 2003 umfassend erneuert worden. Der damalige Bundestrainer Reinhard Heß zollte dafür als Gast der Eröffnung großes Lob.

Der Schanzenumbau der sogenannten K37-Anlage wird in Regie der Stadt Meinerzhagen realisiert. Von den kalkulierten rund 370 000 Euro an Kosten trägt das Land NRW aus Sportfördermitteln mit rund rund 206 000 Euro den Löwenanteil. Der Skiklub Meinerzhagen beteiligt sich an der Maßnahme in Form von erheblichen Eigenleistungen. So waren engagierte Vereinsmitglieder im Vorfeld der Baumaßnahme damit betraut, die vorhandenen Matten und den alten Unterbau der mittleren Schanze abzubauen.

Für die Planung der Maßnahme wurde mit dem Ingenieurbüro Schunk aus dem thüringischen Klingenthal, einer ausgewiesenen Hochburg des nordischen Skisports, ein einschlägig bekanntes Fachunternehmen betraut. Im Vorfeld waren an den Vorbesprechungen zudem Vertreter des Skiklubs, des Westdeutschen Skiverbandes und hier insbesondere auch der neue Sportverantwortliche für den DSV-Stützpunkt Winterberg/Willingen, Jochen Behle, ehemals Bundestrainer der Langläufer, beteiligt.

Aktuell kann man beim Betrachten der Baustelle erkennen, wie umfassend die Umbaumaßnahme ist. So verändert sich entsprechend dem heutigen Regelwerk für den Schanzenbau vor allem das Schanzenprofil ganz erheblich. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die Skispringer jetzt in deutlich niedriger Höhe entlang der Schanze in Richtung Aufsprungbereich unterwegs sind. Um das erreichen zu können, wird das bisherige Schanzenniveau nach dem Absprung im Hangereich teilweise bis zu 1,50 Meter angehoben. Auf im Erdboden eingelassene Betonfundamente ist zu diesem Zweck inzwischen eine Holzständerkonstruktion aufgebracht worden. Darauf montiert wird die Unterkonstruktion für den Mattenbelag. Neben den Matten gibt es noch Platz für die Weitenrichter und natürlich auch entsprechende Barrieren und Sicherheitsvorkehrungen dafür, dass man nicht seitlich abrutschen kann.

In Beton gefasst wird zudem der Unterbau für den Auslaufbereich.

Die Schanze erhält einen vollständig neuen Kunststoff-Mattenbelag. Teilweise gab es auf der bestehenden Anlage, die mehrfach repariert werden musste, sogar noch Matten aus der Anfangszeit in den 1960er Jahren, die seinerzeit von einem Staatsunternehmen der einstigen DDR geliefert wurden. Die DDR war zu diesem Zeitpunkt ein Vorreiter für derartige Sommer-Schanzen und hatte unter anderem in Oberhof die damals größte europäische Mattenschanze gebaut.

Ergänzt wird die Sommertrainingsanlage in Meinerzhagen im Zuge der jetzt laufenden Umbaumaßnahme noch mit einer Aufstiegshilfe für die Sportler. Es wird seitlich neben den drei Schanzen im Hangbereich dafür ein sogenannter Babylift installiert, mit dessen Hilfe die Sportler den anstrengenden Weg vom Auslaubereich bis zum Schanzentisch deutlich kraftsparender absolvieren können. Der Skiklub Meinerzhagen nutzt zudem die derzeitige Bauphase, um in Eigenleistung die für Anfänger gedachte Minischanze zu modernisieren. Dafür können auch 10 000 Euro eingesetzt werden werden, die ein Sponsor dafür dankenswerterweise zur Verfügung stellt.

Die Eröffnung der erneuerten Anlage soll am 21. September im Rahmen des 5. Springen zur sogenannten Sechs-Schanzen-Sommer-Tournee erfolgen. Dazu werden zahlreiche Sportler und Ehrengäste erwartet.

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