Geschickte Trickdiebe hoffen auf fette Beute

So wurde einer Meinerzhagenerin ein nicht unerheblicher Geldbetrag gestohlen: Während sie von einer vermeintlichen Spendensammlerin abgelenkt wurde, zog diese unbemerkt die Geldscheine aus dem Portemonnaie. - Foto: Müller

Meinerzhagen -   Taschen- und Trickdiebe sind das ganze Jahr über aktiv. Vor allem in der Vorweihnachtzeit, wenn die Menschen auch mit größeren Bargeldbeträgen beim Weihnachtseinkauf unterwegs sind, können sie „fette“ Beute machen. Eine böse Überraschung erlebte jetzt die Meinerzhagenerin Christel Frank, als sie am frühen Morgen in der Innenstadt unterwegs war, um Einkäufe zu erledigen.

In der Fußgängerzone wurde sie von einer jungen Frau angesprochen, die ihr vor allem durch Zeichensprache und den Verweis auf ein mitgeführtes Klemmbrett mit einer Liste zu verstehen gab, dass sie Spenden für eine Organisation sammle, die sich für Hörgeschädigte und Taube einsetze. Ihr Verhalten ließ Christel Frank vermuten, dass die Frau selbst zu diesem Personenkreis gehörte. Sie zückte ihr Portemonnaie, um einen kleinen Betrag zu spenden und sich in die Liste einzutragen, auf der die Namen, Adressen und Beträge weiterer Spender vermerkt waren. Währenddessen deutete die Frau immer wieder auf die Kartenfächer in der Geldbörse der Meinerzhagenerin und verlangte ihren Personalausweis. Christel Frank wurde misstrauisch. Sie befürchtete, die Frau habe es auf ihre Kreditkarten abgesehen. Deshalb lenkte sie sie mit dem Verweis auf ein Foto ihrer Tochter ab, das ebenfalls in der Geldbörse steckte.

Erst als sie später in einem Geschäft bezahlen wollte, stellte sie fest, dass ein nicht unerheblicher Geldbetrag, der für Weihnachtseinkäufe vorgesehen war, fehlte. Nur noch 25 Euro waren in einem anderen Fach mit einem geschlossenen Reißverschluss verblieben. Während der Unterhaltung mit der Meinerzhagenerin hatte die Sammlerin ihr Klemmbrett geschickt über das Portemonnaie geschoben und darunter unbemerkt die Geldscheine herausgezogen.

Diese Art von Trickdiebstählen sind der Polizei wohlbekannt. Sie geschehen so oder nach einem ähnlichen Muster nicht nur in der Vorweihnachtszeit, sondern täglich und im ganzen Land. Das gesammelte Geld erreicht selbstverständlich auch keine Hilfsbedürftigen, sondern landet ebenfalls in der Tasche der Diebe.

Deshalb ist immer Vorsicht geboten, wenn für eine vermeintlich wohltätige Organisation gesammelt wird, speziell mit Klemmbrett und Unterschriftenliste, warnt die Polizei.

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um Menschen aus dem südöstlichen europäischen Raum. Nicht selten sind es (junge) Frauen, die fast immer zu zweit oder zu mehreren auftreten, auch wenn das Diebstahlopfer selbst oft nur eine Person wahrnimmt. Um einer Verhaftung zu entgehen, halten sich die Diebe immer nur kurz in einer Stadt auf und setzen ihren Diebeszug anschließend woanders fort.

Der Meinerzhagener Polizei ist diese Problematik wohlbekannt. Deshalb achten die Beamten ganz besonders auf Spendensammler und überprüfen konsequent die Rechtmäßigkeit ihres Handelns.

Christel Frank, die selbstverständlich Anzeige bei der heimischen Polizei erstattete, hat aus dem Vorfall folgendes Fazit gezogen: „Wenn ich noch einmal jemanden sammeln sehe, verständige ich sofort die Polizei, damit so etwas nicht noch anderen Menschen passiert. Wer wirklich für eine gute Sache unterwegs ist, hat ja nichts zu befürchten.“ - luka

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