Hungrige Schlange im Meinerzhagener Garten entdeckt

Ringelnatter verspeist fette Kröte - Anja Theile macht dieses Foto davon

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Kein Wunder, dass Anja Theile erst einmal tief durchatmen musste, als sie diese Szenerie in ihrem Garten vorfand: Eine Ringelnatter, die gerade eine Kröte verspeiste. Zur Vollansicht des Fotos klicken Sie bitte oben rechts.

Meinerzhagen - Eigentlich wollte Anja Theile in ihrem Garten am Habichtweg nur vertrocknetes Gestrüpp abschneiden. Dass daraus dann nichts wurde, hatte einen „tierischen“ Grund: Unter dem Busch lag eine Ringelnatter, die gerade eine fette Kröte verspeiste.

Damit hatte sich die Gartenarbeit – zumindest an dieser Stelle – für die Meinerzhagenerin erledigt.

Schlangen in der Volmestadt? Durchaus! Im Sauerland gibt es vier Schlangenarten, in ganz Deutschland noch einige mehr:

Ringelnatter

Sie kommt in Deutschland am häufigsten vor und ist auch im Märkischen Kreis weit verbreitet. Die ungefährliche Schlange lebt in und an Gewässern. Weibchen können bis 1,50 Meter lang werden. Das Reptil hat eine hell- bis dunkelgraue Grundfarbe und dunkle Flecken.

Barren-Ringelnatter

Erst 2017 wurde sie als eigene Art klassifiziert. Sie unterscheidet sich von der verwandten Ringelnatter durch barrenartige, schwarze Streifen an der Unterseite. Sie wird 1,60 Meter lang, in Ausnahmefällen sogar bis zu 2 Meter. Es gibt Nachweise aus dem nordwestlichen Sauerland.

Würfelnatter

Sie zählt zu den seltensten Schlangenarten in Deutschland und ist vom Aussterben bedroht. Charakteristisch ist das Würfelmuster auf ihrem Rücken. Die Wasserschlange ist nicht giftig. Im Sauerland ist sie nicht heimisch. Vorkommen gibt es im Westerwald.

Schlingnatter

Die kleinste Schlangenart in Deutschland wird 60 bis 80 Zentimeter lang. Die ungiftige Natter ist meist braun oder graubraun mit Flecken. Sie ist auch im Märkischen Kreis nachgewiesen.

Äskulapnatter

Die sehr selten gewordene ungefährliche Schlange ist braun, olivgrün, graubraun oder grauschwarz und kann etwa 1,60 Meter lang werden. Im Sauerland sind keine Vorkommen dokumentiert, wohl aber im Taunus.

Aspisviper

Die giftige Schlange kommt nur noch im Südschwarzwald vor. Das bis zu 90 Zentimeter lange Tier hat einen dreieckigen Kopf und eine charakteristische Schnauze. Wie bei der Kreuzotter ist ihr Gift für Menschen nicht tödlich, kann aber allergische Reaktionen hervorrufen.

Kreuzotter

Sie ist an dem dunklen Zickzack-Muster auf dem Rücken zu erkennen. Die zu den Vipern gehörende Schlange wird meist nur um die 60 Zentimeter lang und lebt auf feuchten Wiesen, an Waldrändern und Mooren. Sie verspritzt Gift aus zwei Zähnen, auf das Menschen allergisch reagieren können und sie ist auch im westlichen Sauerland nachgewiesen.

Blindschleiche

Die heimische Echsenart ist keine Schlange, wird aber häufig für eine gehalten. Sie gehört zur Familie der Schleichen und ist im Märkischen Kreis weit verbreitet. Die Tiere werden in NRW maximal bis zu 45 Zentimeter lang. Sie gelten als ungefährdet, dürfen aber nicht gefangen werden.

Für Kreuzotter und Aspisviper gibt es ein Antiserum – auch Antivenin genannt. Auch auf Bisse exotischer Schlangen ist man in den Märkischen Kliniken in Lüdenscheid vorbereitet. Für nahezu jede bekannte Giftschlangen-Art wird in Deutschland ein Gegengift bereitgehalten. In Lüdenscheid wird zwar kein Antiserum vorgehalten, sollte einmal ein Patient mit Biss einer Giftschlange in die Notaufnahme kommen, gibt es jedoch einen standardisierten Ablauf, wie Markus Bald, Leiter der Notaufnahme am Klinikum Lüdenscheid, erklärt. Dabei wird der Patient (oder die Begleitperson) zunächst befragt, wann es zu dem Biss gekommen ist, wie viel Zeit vergangen ist und um welche Schlangenart es sich handelt.

Dann berät sich das Team der Notaufnahme umgehend mit der Giftnotrufzentrale in Bonn und bestellt im Falle einer Notwendigkeit der Antiserumbehandlung das Antivenin bei einem der vier großen Notfalldepots in Deutschland, die Antisera vorhalten. Das Depot organisiert dann den Transport des Antiserums und fliegt dieses mit einem Hubschrauber in das Klinikum. Für die Region Westfalen-Lippe gibt es ein Notfalldepot in Münster-Hiltrup. Bis zur Ankunft des Serums wird die Bisswunde versorgt und die Vitalfunktionen des Patienten werden überprüft sowie eine Blut- und Urinprobe entnommen. Darüber hinaus müssen verschiedene Symptome, die in Folge eines Bisses auftreten können, nach Bedarf behandelt werden. Dazu zählen zum Beispiel Schmerzen an der Bissstelle sowie Kreislauf- oder Atemprobleme. Nach Applikation des Gegengiftes würde dann eine Verlegung auf die Intensivstation erfolgen. Markus Bald ist seit 2009 Leiter der Notaufnahme am Klinikum Lüdenscheid. Den Biss einer Giftschlange musste er seitdem noch nicht behandeln.

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