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Meinerzhagener Wehr in Alarmbereitschaft

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Von: Simone Benninghaus

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Auch Einsatzkräfte aus Meinerzhagen waren beim Waldbrand in Plettenberg im Einsatz.
Auch Einsatzkräfte aus Meinerzhagen waren beim Waldbrand in Plettenberg im Einsatz. In der Volmestadt ist man wegen der anhaltenden Trockenheit in Alarmbereitschaft. © Feuerwehr Meinerzhagen

Altena, Plettenberg, Attendorn, dann wieder Plettenberg: „Wenn man sieht, was ringsherum passiert, ist die Sorge schon groß“, sagt Steffen Kohl. Der stellvertretende Wehrleiter der Meinerzhagener Feuerwehr und Löschzugführer des LZ I hat eine Befürchtung angesichts der Waldbrände, die die Einsatzkräfte in den Nachbarstädten in den letzten Tagen in Atem hielten: „Sollte bei uns so etwas passieren, wird es ein ähnliches Ausmaß annehmen – die Topografie ist in unseren Wäldern die gleiche.“

Meinerzhagen – Das Ausmaß des verheerenden Brandes in Plettenberg am Wochenanfang erlebte der Meinerzhagener Stadtbrandinspektor hautnah mit. Aus dem gesamten Märkischen Kreis wurden Einsatzkräfte nachalarmiert, um kurz nach 17 Uhr am Montag auch der Löschzug Überörtlich aus Meinerzhagen. In Plettenberg angekommen, übernahmen die Meinerzhagener gemeinsam mit der Feuerwehr Iserlohn einen Abschnitt von 2500 Quadratmetern und führten hier die Brandbekämpfung mittels D-Rohren und Waldbrandrucksäcken durch. In schweißtreibender Handarbeit wurden tiefer liegende Glutnester abgelöscht. „Das Ziel war, dass das Feuer sich nicht noch mehr ausbreitet. Wir haben versucht, es einzugrenzen“, schildert Kohl. Die Arbeit sei körperlich extrem anstrengend gewesen. „Die Hitze kam auch von unten“, beschreibt Steffen Kohl. Der Waldboden sei aufgehackt und gewässert worden. Die Arbeit auf den unwegsamen Abraumflächen waren zwar kräftezehrend – dennoch aber auch ein Glück. An anderer Stelle brannten hoch oben in den noch bestehenden Kronen Wipfelfeuer – optisch interessant anzuschauen, in Wirklichkeit aber äußerst bedrohlich. „Damit hatten wir zum Glück nichts zu tun“, ist Steffen Kohl froh.

Hohe Waldbrandgefahr aufgrund der Trockenheit

Dafür wurde aber ein großer Faltbehälter in Betrieb genommen, welcher als Pufferspeicher diente und von Tanklöschfahrzeugen immer wieder mit Löschwasser befüllt wurde.

Gegen 0.30 Uhr konnten die Meinerzhagener Kräfte wieder in die heimischen Gerätehäuser einrücken, wo die Fahrzeuge dann direkt wieder einsatzbereit gemacht wurden.

„Wir hoffen, dass wir verschont bleiben“, sagt Steffen Kohl, wohl wissend, dass die Waldbrandgefahr aufgrund der Witterung hoch ist. Die brachliegenden Flächen, zum Teil noch mit trockenem und damit leicht brennbarem Käferholz, steigern diese Gefahr noch. Schon ein Funke könne dort gefährlich werden, warnt der stellvertretende Feuerwehrchef, etwa Zigarettenkippen achtlos wegzuwerfen, auch nicht aus dem Autofenster. „Einfach knochentrocken“ sei es. Daher müssten beispielsweise Spaziergänger auch beim Parken vorsichtig sein. Werde das Auto an einer Grünfläche abgestellt, könne ein heißer Katalysator schon reichen und den Boden in Brand setzen.

Brandgeruch wehte bis nach Mühlhofe

Dass die Waldbrandgefahr in den vergangenen Jahren gestiegen ist, steht für die Feuerwehr außer Frage. Trockene und heiße Sommer habe es zwar schon immer gegeben, doch die Brisanz ergebe sich durch das viele Totholz in den Wäldern. Daher sei die Feuerwehr bei der derzeitigen Witterung, bei der noch kein Regen in Sicht ist, in „Hab-Acht-Stellung“ und bittet auch die Bevölkerung um Vorsicht. „Richtig entspannt ist man nicht“, sagt der Leiter des Löschzugs Meinerzhagen. Die Alarmbereitschaft ist derzeit allgegenwärtig.

Kurz vor der Alarmierung nach Plettenberg waren die Brandschützer am Montag nach Mühlhofe gerufen worden. Der Brandgeruch, der dort wahrgenommen worden war, war allerdings vom Wind aus Plettenberg herübergeweht worden.

Feuerwehr ist vorbereitet

Grundsätzlich gilt für die Feuerwehr, dass sie immer einsatzbereit und vorbereitet ist. Für einen möglichen Waldbrandeinsatz ist daher ein besonderes Equipment angeschafft worden. Werkzeug und Schlauchmaterial zählen ebenso dazu wie Löschrucksäcke, die extra für Waldbrandeinsätze konzipiert wurden. Auch die persönliche Schutzausrüstung wurde erweitert. Die Einsatzkräfte tragen Masken, die einen Filter besitzen. Erst Anfang des Jahres wurde in der Volmestadt eine spezielle Schulung zum Thema Waldbrand durchgeführt. Das habe sich jetzt bewährt, so Kohl, da die Fähigkeiten hierbei vertieft worden waren, die jetzt in der Praxis gefordert waren.

Wichtig sei, dass in einem Brandfall schnell reagiert werde, das habe sich auch in Attendorn gezeigt, wo sich das Feuer in Windeseile ausgebreitet hatte. Hier hatten auch Landwirte geholfen, die mit Gülletanks Wasser zum Wald transportiert hatten. Diese „Kooperation“ könnte im Ernstfall auch in Meinerzhagen bestehen.

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