Meinerzhagener verzocken 1,25 Millionen Euro

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Wie der Schnee auf dem Bild rieselt auch das Geld der Spieler in die Kassen der Spielhallenbetreiber. Der Unterschied: Der Schneefall ist auf einige, wenige Tage im Jahr beschränkt.

MEINERZHAGEN/KIERSPE - Meinerzhagener verlieren beim Spiel am Automaten im Jahr 2010 rund 1,25 Millionen Euro. Im Vergleich zum Jahr 2006 steigt die Summe damit um mehr als eine halbe Million.

Alle zwei Jahre veröffentlicht die Landesfachstelle Glückssspielsucht, wieviel Geld in die Spielautomaten der NRW-Kommunen gesteckt wurden und wie viel die Spieler bei ihrem „Vergnügen“ verloren haben.

Für die Volmestadt kam in 2010 die „stolze“ Summe von 1 257 525 Euro zusammen. Vergleicht man diese Zahl mit der aus dem Jahr 2006, ergibt sich eine Steigerung um mehr als eine halbe Million Euro.Gelegenheiten zum Spielen gibt es in Meinerzhagen in drei Spielhallen mit insgesamt 48 Geldspielgeräten – zehn Geräte mehr als noch vor vier Jahren.

Aber auch in einigen Gaststätten hängen die Automaten. Immerhin nochmals 30 von ihnen locken dort zum schnellen Spiel ums Geld. Hier stieg die Anzahl um 19 Geräte gegenüber 2006. Statistisch gesehen kommen somit 273 Einwohner auf ein Gerät.

In der Nachbarstadt Kierspe sehen die Zahlen deutlich anders aus. Hier lagen die Spielverluste im Jahr 2010 bei rund 375000 Euro, die „Einwohner-pro-Gerät-Quote“ lag bei 880 Kiersperinnen und Kiersper. Ein Fakt, der sich trotz der geringeren Einwohnerzahl aus der Tatsache ergibt, dass nach den Daten der Landesfachstelle in Kiersper Spielhallen und Gaststätten in 2010 lediglich 20 Geldspielgeräte aufgestellt waren. Während die allermeisten Spieler am Ende mit leerer Geldbörse nach Hause gehen, gibt es neben den Spielhallenbetreibern und den Automatenverleihern noch jemand, der von der Lust am Zocken profitiert: Der Kämmerer und sein städtischer Haushalt.

Rund 40 000 Euro waren dort für 2011 an Vergnügungssteuer aus dem Automatenbetrieb eingeplant. Für 2012 und die Folgejahre sind es jeweils 30 000 Euro, mit denen der Kämmerer rechnet.

Errechnet wird die Steuer nach der entsprechenden Satzung der Stadt entweder pauschal nach der Geräteanzahl oder nach dem Spielumsatz. Dabei lässt der Meinerzhagener Steuersatz von zehn Prozent im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis durchaus noch „Luft nach oben“.

Offensichtlich ist bei den Zahlen vor allem eines: Trotz der Besteuerung von zehn Prozent oder höher, das Spielen an den Automaten ist für Spielhallenbetreiber und Automatenaufsteller absolut lukrativ.

Für viele Spieler allerdings führt die Hoffnung auf den „Jackpott“, der alle bisherigen Verluste wieder ausgleicht und den ersehnten Gewinn bringt, häufig in die Spielsucht. An dieser gehen dann oft nicht nur die Zocker selbst, sondern auch deren Familien und ihr Umfeld zugrunde.

Informationen über die Spielsucht und auch Rat und Hilfe gibt es unter: www.gluecksspielsucht-nrw.de

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