2000 Euro Geldstrafe für Drogenhandel

Ein 25-jähriger Mann aus Meinerzhagen wurde jetzt zu einer Geldstrafe verurteilt. Er hatte nach Ansicht des Schöffengerichts beim Amtsgericht Lüdencheid mit Marihuana gehandelt.

Meinerzhagen - Etwa bei einer Menge von 100 Gramm Marihuana liegt die strafrechtlich bedeutsame Grenze zu einer nicht geringfügigen Menge der „weichen“ Droge. Die Menge sei eher sinkend, weil der Wirkstoffgehalt immer größer werde, erklärte Richter Jürgen Leichter in der Verhandlung gegen einen 25-jährigen Meinerzhagener.

Weil dieser im Oktober 2013 etwa 50 Gramm Marihuana auf Kommissionsbasis an einen Käufer abgegeben haben sollte, musste er sich im Amtsgericht Lüdenscheid vor dem Schöffengericht verantworten. Sein Name war im Zusammenhang mit den Verfahren gegen mehrere andere Personen gefallen, die Ende 2013 mit dem Drogenhandel in Meinerzhagen Geld verdient hatten. Bei der Polizei hatte ein Zeuge angegeben, dass ein Bekannter 50 Gramm Marihuana vom Angeklagten bekommen habe. Dieser Belastungszeuge war allerdings mittlerweile nach Norddeutschland umgezogen und hatte sich – wie fast alle anderen Zeugen - die Anfahrt ins Sauerland gespart: „Selbst Zeugen aus Lüdenscheid haben es ja ganz schön schwer, morgens hier hinzukommen“, seufzte Richter Jürgen Leichter.

Der Angeklagte erleichterte es dem Gericht nach anfänglichem Schweigen, auf die Zeugen zu verzichten. Er bestritt aber, dass er selber das Marihuana zum Weiterverkauf abgegeben habe. Auf Bitte eines der Zeugen habe er lediglich den Kontakt zwischen einem Händler und einem Weiterverkäufer hergestellt. „Haben Sie davon profitiert?“, hakte die Staatsanwältin nach. „Nein, überhaupt gar nicht“, versicherte der 25-Jährige. Eine Krise nach der Trennung der Eltern sei ursächlich gewesen, dass er damals viele Probleme gehabt und selber Drogen genommen habe.

Fast zwei Jahre waren seitdem vergangen, und der Angeklagte war lebensgeschichtlich und beruflich ein Stück vorangekommen. Gericht und Staatsanwältin waren deshalb stark geneigt, das Strafverfahren trotz der fehlenden Zeugen endgültig abzuschließen. „Ich bitte um eine milde Strafe“, schloss sich Strafverteidiger Gerrit Wolf der Auffassung an, dass sein Mandant sich lediglich einer Beihilfe zum Handeltreiben mit Betäubungsmitteln schuldig gemacht hatte. Aufgrund seiner eigenen Aussage wurde der 25-Jährige vom Schöffengericht schließlich zu einer Geldstrafe von 75 Tagessätzen zu je 30 Euro verurteilt.

Weil eine vorangegangene Geldstrafe in das Urteil miteinbezogen wurde, waren das netto knapp 2000 Euro. Alle Prozessbeteiligten akzeptierten das Urteil nach der Verkündung.

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