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Unterkunft für Obdachlose liegt „weit ab“ 

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Von: Simone Benninghaus

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Obdachloser schlaeft zugedeckt in Fußgängerzone
Die Obdachlosenunterkunft am Wilkenberg verhindert, dass Menschen auf der Straße schlafen müssen, aber ihre dezentrale Lage ist ein Problem. © Olaf Moos

Meinerzhagen ist nicht Köln. Eine Obdachlosenszene wie in größeren Städten gibt es in der Volmestadt nicht – Wohnungslose dafür aber schon. Sie leben in einer Unterkunft in Wilkenberg.

Meinerzhagen - Nach dem Ordnungsbehördengesetz ist eine Kommune verpflichtet, Personen zur Vermeidung von Gefahren für Leib und Leben vorübergehend in einer Obdachlosenunterkunft unterzubringen, wenn diese sich kein eigenes Obdach beschaffen können. Dies betrifft häufig Personen, die wegen Mietschulden oder mietwidrigen Verhaltens ihre bisherige Wohnung verloren haben.

Die Realität sieht allerdings anders aus, denn die Unterbringung in der Obdachlosenunterkunft ist meistens nicht nur vorübergehend, auch wenn sie keine „Endstation“ sein sollte, wie Fachdienstleiterin Sabrina Müller im Ausschuss für Familie, Jugend, Soziales und Senioren erläuterte. „Wir müssen helfen, vorausgesetzt die Menschen wollen sich helfen lassen“, sagte sie. Umso erfreulicher sei der Fall einer Familie, die nach elf Jahren durch die Hilfe des Fachdienstes resozialisiert werden konnte und jetzt in einer Mietwohnung lebt. Mit einer weiteren Person würden derzeit diesbezüglich intensive Gespräche geführt.

Derzeit wird die Obdachlosenunterkunft von fünf Personen bewohnt – eine Frau mit volljähriger Tochter und drei alleinstehende Männer.

„Wilkenberg liegt am Ende der Welt“

Ein Nachteil, das ist allen Verantwortlichen bewusst, sei die Lage der Unterkunft („Wilkenberg liegt am Ende der Welt.“). Tatsache ist, dass die Infrastruktur nicht gut sei. Wie beispielsweise einen öffentlichen ALF-Bus bestellen, wenn man nur schlecht deutsch kann oder gar keine Verbindung hat?

Bei der Obdachlosenunterkunft in Wilkenberg handelt es sich um das in den 1960er-Jahren errichtete Schlichtwohnhaus der Gemeinde Valbert. Früher gab es auch in Meinerzhagen am Korbecker Weg Unterkünfte. Die Häuser wurden bereits vor einigen Jahren verkauft. „Zentraler wäre besser“, darin war man sich im Ausschuss einig. Allerdings wurde auch eine soziale Schwierigkeit deutlich gemacht: „Keiner will in seiner Nachbarschaft einen sozialen Brennpunkt“, hieß es

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