Krugmann vereint an der Krim Tradition und Moderne

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Das alte Fasslager des Unternehmens Krugmann an der Krim wurde umgebaut. Hier befindet sich heute die Produktion.

Meinerzhagen - Nach mehr als vier Jahren hat das Meinerzhagener Unternehmen Krugmann Spirituosen den Umbau des alten Fasslager-Gebäudes an der Krim abgeschlossen und dabei circa eine Million Euro investiert. „Wir haben den Standort einmal komplett umgebaut", sagt Geschäftsführer Patrick Fayner.

In dem alten Gebäude, in dessen verwinkelten Inneren einst alte Holzfässer lagerten und sich noch viel früher landwirtschaftliche Stallungen befanden, glänzen heute moderne silberne Tanks.

Zum Hintergrund: Um allen Anforderungen einer modernen Produktionsstätte gerecht zu werden, aber weiterhin am angestammten Standort an der Krim produzieren zu können, war das Unternehmen, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1867 zurückreichen, gezwungen, Anpassungen vorzunehmen. „Es war einfach zu eng“, erläutert Patrick Fayner die räumliche Situation. Mit dem Umbau des Fasslager-Gebäudes sollte Platz geschaffen werden. Letztlich sei diese Maßnahme aber auch ein Bekenntnis zum Traditionsstandort, betont der Krugmann-Geschäftsführer.

20 große Fässer hatten in dem ursprünglichen Gebäude ihren Platz – notwendig, weil Korn drei Monate im Holzfass reifen muss, ehe er seinen typischen Geschmack entwickelt. Die Füllmenge insgesamt: 220 000 Liter. „Da Korn jedoch nicht mehr unser stärkster Artikel ist, die Liköre dagegen ein starker Markt sind, war solch ein großes Lager nicht mehr notwendig“, erklärt Fayner die Hintergründe für den Umbau. Ein Großteil der Fässer wurde ausgelagert, als 2014 die Sanierung begann. Im Inneren wurde das Gebäude komplett erneuert – im wahrsten Sinne von oben bis unten: Der Boden wurde angehoben, ein neues Dachgebälk eingezogen. „Das Einzige, was stehen geblieben ist, sind die Außenmauern“, erinnert Fayner. Änderungen gab es auch an der Fassade, beispielsweise indem die alten, zugemauerten Fenster im oberen Bereich wieder freigelegt wurden – eine Auflage der Denkmalbehörde. Zwar steht eigentlich nur das alte Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz, „jedoch wird es zusammen mit dem Fasslager als Ensemble gesehen, sodass aus diesem Grund intensive Abstimmungen mit der Denkmalbehörde erforderlich waren“, so Fayner.

Zufrieden ist er mit dem Ergebnis des Umbaus. Ein „Schmuckstück“ sei das Gebäude geworden, in dem nun Lager und Spirituosenmischanlage untergebracht sind. Dank der Veränderungen sei eine moderne Spirituosenherstellung entstanden, die auch den gestiegenen Anforderungen der Kunden gerecht werden könne. Durch eine ausgefeilte Wiegetechnik könne etwa der Alkoholgehalt noch genauer bestimmt werden, nennt Fayner ein Beispiel. „Nur an den Rezepturen hat sich nichts geändert“, verspricht er.

Da die Abfüllung der Spirituosen und ihre Herstellung zwei verschiedene Prozesse seien, sei es nur logisch, diese auch räumlich zu trennen. Nicht zuletzt habe sich dadurch der gewünschte Platz in der Abfüllhalle ergeben.

Zu Tage befördert wurde beim Ausräumen des Fasslagers auch ein Holzfass, das fast in Vergessenheit geraten war. Der Inhalt: Alkohol, der einst in Rönsahl gebrannt wurde. Nach 15 Jahren waren von den ursprünglich 300 Litern 90 Liter übrig geblieben. Der große Rest: verdunstet. „Wir haben den Korn probiert und waren von den Socken, wie lecker der schmeckte.“ Als „Lost Barrel“ wurde der Korn in genau 173 Flaschen abgefüllt. Eine limitierte Auflage, und ein Schnaps, „den es so nie wieder geben wird.“ Mit der baulichen Veränderung ergibt sich für das Traditionsunternehmen auch eine inhaltliche: „Aus Tradition Innovation ist unser Slogan. Innovation und Spaß beherrschen wir“, erläutert Fayner mit Blick auf das 100-fache Likörsortiment im Shop. Man dürfe aber die Tradition nicht vergessen und wolle daher zurück zu den Wurzeln. Das Traditionssortiment werde mit dem „Lost Barrel“ ebenso bedient wie mit dem aus Zutaten aus dem Sauerland wie Fichtenharz, Hagebutten und Löwenzahn kreierten „Gin 150“. Eine Anlehnung an das 150-jährige Bestehen des Meinerzhagener Unternehmens.

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