Meinerzhagener Tiermediziner geben Tipps

Zecken auch für Tiere gefährlich - das sollten Tierhalter beachten

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Zecken haben im Sommer Hochsaison. 

Sie sind klein, sehen aus wie Spinnen und ihr „Ekelfaktor“ ist groß. Gemeint sind Zecken – ungeliebt vor allem deshalb, weil sie gefährliche Krankheiten übertragen können. Auch für Tierbesitzer sind Zecken ein Problem.

Meinerzhagen – Mit den ersten Sonnenstrahlen beginnt auch die Zeckensaison. Der milde Winter und sommerliche Temperaturen im Frühling sind ideale Bedingungen für die Blutsauger. Aufgrund der höheren Temperaturen in den vergangenen Jahren und der vergleichsweise milden Winter erwarten Experten ein höheres Infektionsrisiko, in vielen Teilen Deutschlands wird befürchtet, dass 2019 ein Zeckenjahr wird. Zecken können dabei nicht nur für Menschen gefährlich sein, sondern auch für Tiere.

Der Meinerzhagener Tierarzt Dr. Rainer Schulze Johann vermutet, dass eine große Anzahl an Zecken unterwegs ist: „Die Zahl besorgter Tierbesitzer ist eindeutig.“ Zwar sei die Anzahl seiner tierischen Patienten nicht höher, da viele Tierbesitzer die Parasiten selbst entfernten. Doch die Nachfrage nach Schutzmöglichkeiten sei groß – „und das ist auch gut so“, betont der Tiermediziner. Immerhin könnten die Zecken gefährliche Krankheiten übertragen. 

Für Zeckenschutz gilt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich

Auch seine Kollegin Dr. Viktoria Alberts weiß natürlich, dass momentan ideale Bedingungen für die Tiere herrschen. Ein, zwei Nachfragen von Tierbesitzern gebe es täglich in ihrer Praxis. Und hier gilt für die Veterinärin: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Will heißen: „Wenn ein Hund einmal in der Woche eine Zecke hat, kann man sie meiner Meinung nach entfernen, ohne weitere Maßnahmen zu ergreifen. Sind es aber vier bis sechs am Tag, sollte man etwas unternehmen“, rät die Tiermedizinerin.

Von Anti-Zecken-Tipps wie Bernsteinketten halte sie aus tiermedizinischer Sicht nichts. „Das hat etwas mit Glaube und Esoterik zu tun.“ Ähnlich sieht das auch Dr. Rainer Schulze Johann. Zecken reagierten auf Ammoniak, Buttersäure, Milchsäure und Kohlendioxid. In Bernstein seien diese Stoffe nicht enthalten. Auch gebe es Öle, die den Geruchssinn beeinflussen sollen. „Ob der Hund aber frisch eingeölt aufs Sofa springen soll, ist Geschmackssache. 

Zecken können Borreliose auch auf Tiere übertragen

Stattdessen rät Dr. Viktoria Alberts zu medizinisch geprüften Präparaten. Denn genau wie bei Menschen können Zecken auch bei Hunden oder Katzen Krankheiten wie etwa Borreliose übertragen. Bei einem Hund äußert sich das beispielsweise durch Fieber, Abgeschlagenheit oder Lahmerscheinungen. Festgestellt werden könne Borreliose durch einen Bluttest, erklärt Dr. Rainer Schulze Johann. Neben der potenziellen Gefahr, die von den „Holzböcken“, wie Zecken auch genannt werden, ausgeht und den Hautirritationen, die ein Biss hervorrufe, sei der Ekelfaktor natürlich groß, wissen die Tiermediziner. 

Um Hunde vor den kleinen Blutsaugern zu schützen, können ihre Besitzer ihnen beispielsweise Zeckenhalsbänder anlegen. Ein Vorteil: „Präparate wie diese gelangen nicht in den Tierkörper“, erläutert Tiermediziner Schulze Johann, der die Variante „Tabletten“ eher kritisch sieht: „Ich würde meinem Hund keine Insektizide füttern.“ Außerdem gebe es Tropfen, die Zecken nach dem Biss töten oder durch einen Repellent-Effekt schon vor dem „Zugriff“ dafür sorgen, dass der Blutsauger „heiße Füße“ bekommt und gar nicht erst an seinem Wirt „andockt“, erklärt Dr. Viktoria Alberts. Zeitlich begrenzten Schutz soll außerdem ein Spray bieten, dass auch für Pferde und Menschen angewendet werden kann. 

Hundepräparate nicht bei Katzen anwenden

Die Tierärztin warnt davor, Hundepräparate auch bei Katzen anzuwenden: „Katzen putzen sich, daher können diese Mittel zu Schäden führen.“ Zecken halten sich besonders oft in hohen Gräsern auf. Aufmerksam werden die Parasiten auf ihren neuen Wirt vor allem durch ein besonderes Sinnesorgan (Hallersches Organ), mit dem sie Geruchsreize, Bewegung und Wärme wahrnehmen. Zecken können bis zu mehreren Stunden auf Mensch oder Tier herumkrabbeln, bis sie die richtige Stelle zum Biss gefunden haben.

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