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Corona-Impfung bald beim Tierarzt?

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Von: Jürgen Beil

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In Zeiten von Corona kommen auch zu Dr. Rainer Schulze Johann mehr Patienten.
In Zeiten von Corona kommen auch zu Dr. Rainer Schulze Johann mehr Patienten. © Jürgen Beil

Dr. Viktoria Alberts hat natürlich mitbekommen, dass auch Apotheker und Veterinäre in die Covis-19-Impfkampagne mit einbezogen werden sollen, um das Tempo zu beschleunigen.

Meinerzhagen – Die Veterinärmedizinerin aus Meinerzhagen hat dazu eine klare Meinung: „Das würde ich auch machen, der Dienst am Menschen geht vor. Wenn Impfhände fehlen, würde ich helfen.“ Allerdings macht die Tierärztin eine Einschränkung: „Sollte es danach bei einem Patienten zu Unverträglichkeitserscheinungen kommen, müsste ein Humanmediziner in der Nähe sein. Für mich alleine wärde die Verantwortung einfach zu groß.“

Gut investierte Zeit

Fachlich ist Dr. Alberts durchaus in der Lage, eine Spritze zu verabreichen. „Das wäre auch keine Zeitfrage. Das Impfen würde ich als gut investierte Zeit ansehen. Das könnte aus hygienischen Gründen dann aber wohl kaum in meiner Tierarztpraxis stattfinden“, glaubt die Meinerzhagenerin. Sollte allerdings irgendwo in der Volmestadt beispielsweise eine Impfstelle eingerichtet werden, wäre sie bei entsprechender Nachfrage durchaus bereit, den Pieks zu setzen.

Die Pandemie hat für die Tierärztin einiges geändert: Viktoria Alberts hat in ihrer Praxis Zum Eickenhahn 21 eine „leicht erhöhte Patienten-Frequenz“ festgestellt. Und sie berichtet, dass es durchaus Menschen gibt, „die sich Haustiere angeschafft haben, um in Zeiten geringerer sozialer Kontakte zu kuscheln“. Alberts hat aber auch beobachtet, dass zu oft eine echte Ahnungslosigkeit bei den Haltern vorliegt: „Häufig gibt es dann die Vorstellung, dass man durch die Anschaffung eines Tieres etwas für sich tut. Aber Tiere haben ihren eigenen Charakter. Ich als Mensch muss mein Leben in so einem Fall anpassen. Das ist vielen nicht bewusst. Vor Corona war eine solche Ahnungslosigkeit nach meinem Eindruck nicht so weit verbreitet.“

Knapper Katzenseuche-Impfstoff

Viktoria Alberts berichtet von einem weiteren Problem, das sich während der Pandemie aufgetan hat: „Der Katzenseuche-Impfstoff ist knapp geworden.“ Ob das daran liegt, dass während der Pandemie so viele Katzen angeschafft worden sind, weil Katzen nach Vorstellungen vieler Menschen weniger Mühe machen als Hunde, lässt sich schwer sagen. Viktoria Alberts jedenfalls meint, dass diese Knappheit inzwischen ein globales Problem sei.

„Ja, es ist durchaus so, dass wir in Zeiten von Corona eine höhere Besucherfrequenz haben. Es kommen mehr Patienten.“ Der Meinerzhagener Veterinär Dr. Rainer Schulze Johann betreibt seine Praxis am Tarrenbrink 1 – und er bestätigt, was die Agila-Haustierversicherung in einer Umfrage bei 250 praktizierenden Tierärzten herausgefunden hat: ein gestiegenes Patientenaufkommen, „das über 82 Prozent der Befragten in ihrer Praxis oder Klinik während der Pandemie beobachten“. Allerdings muss sich Dr. Schulze Johann auch einem Problem stellen, das wohl die ganze Branche kennt: Es fehlen Fachkräfte. „Ich könnte durchaus Tiermedizinische Fachangestellte gebrauchen – allerdings sind momentan keine zu bekommen.“

Patienten stehen im Vordergrund

Corona wirkt sich natürlich auch in den heimischen Tierarztpraxen aus. Eine Überprüfung auf 3G findet bei Dr. Schulze Johann allerdings vor dem Betreten der Parisräume (noch) nicht statt. „Bei uns steht ganz klar der Patient im Vordergrund“, sagt der Arzt. Die Diskussion, dass auch Tierärzte Menschen gegen Covid-19 impfen sollen, hat auch der Meinerzhagener natürlich verfolgt. Könnte er sich vorstellen, bei einer groß angelegten Kampagne mitzumachen? „Eher nicht“, formuliert der heimische Veterinärmediziner seine Meinung zu diesem Thema. Die Begründung: „Hausärzte haben damit schon sehr viel zu tun.“ Dr. Schulze Johann möchte diese Zeit dann lieber für die Behandlung seiner tierischen Patienten nutzen. „So lange ich nicht muss, werde ich auch nicht gegen Covid-19 impfen“, will sich der Veterinärmediziner aus Meinerzhagen auch künftig seiner eigentlichen Aufgabe widmen.

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