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13 Vorstrafen - und keine Einsicht

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Von: Jana Peuckert

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Eine Außenansicht des Amtsgerichts Meinerzhagen
Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen fand der Prozess gegen den 37-jährigen Meinerzhagener statt. © Beil, Jürgen

Nachdem ein Mann aus Meinerzhagen wegen verschiedener Delikte zwei Jahre im Gefängnis verbracht hatte, stand er nach seiner Entlassung unter Führungsaufsicht. Das sah er allerdings nicht so eng.

Diese Führungsaufsicht besteht noch bis ins Jahr 2024. Im Rahmen dieser Aufsicht hat der 37-Jährige verschiedenen Weisungen zu folgen. Unter anderem muss er sich einmal im Monat bei der Bewährungshilfe melden. Doch sowohl im März, als auch im April lässt sich der Mann dort nicht blicken. Schließlich kommt es zur Anzeige wegen „Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht“. Der Prozess wurde in dieser Woche im Amtsgericht Meinerzhagen verhandelt. Der Angeklagte hoffte auf Verständnis vom Richter.

Angebliche Einigung mit Bewährungshelferin

Er gab an, seine Freundin, die mit dem gemeinsamen Kind in Baden-Württemberg lebe, habe zum Jahreswechsel einen Unfall gehabt. In der darauffolgenden Zeit habe er sich vermehrt um sie gekümmert. Deshalb habe er sich auch überwiegend in Baden-Württemberg aufgehalten. Ihm sei bewusst gewesen, dass er sich einmal im Monat melden müsste. Da er das aber aufgrund der Entfernung nicht habe tun wollen, habe er sich mit der Bewährungshelferin darauf geeinigt, dass auch Telefonate anstelle der persönlichen Treffen reichten.

Zeugin: Es hat keine Vereinbarung gegeben

Um dieser Aussage auf den Grund zu gehen, hörte das Gericht die Bewährungshelferin als Zeugin. Sie gab an, drei Monate lang nicht gewusst zu haben, wo sich der Angeklagte befindet. „Er hielt sich verborgen. Einmal habe ich ihn am Telefon erwischt. Er sagte mir ganz klar, dass er nicht mehr mit mir zusammenarbeiten würde. Er wollte nicht sagen, wo er war“, so die Zeugin. Es habe keine Vereinbarung bezüglich irgendwelcher ausreichenden Anrufe gegeben, stellte die Frau klar.

Quer durchs Strafgesetzbuch gezogen

Vor der Verlesung der Eintragungen im Bundeszentralregister, atmet der Richter hörbar aus: „Vorstrafen, tja, jede Menge.“ Insgesamt hat der Meinerzhagener bisher 13 Vorstrafen angesammelt. Dabei ist er quer durchs Strafgesetzbuch gezogen: Abgabe von Betäubungsmitteln an unter 18-Jährige, Hehlerei, Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz, Diebstahl, Computerbetrug, Körperverletzung und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Durch das Ausbleiben der monatlichen Meldung ist der Angeklagte nun wegen Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht schuldig, was ihm eine Geldstrafe von 1500 Euro einbringt.

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