Meinerzhagener Sportler reisen nach Japan

Satoru Imamura und seine Familie mit drei guten alten Bekannten aus Meinerzhagen.

MEINERZHAGEN ▪ Die Meinerzhagener Symbolfigur Karl vom Ebbe und eine deutsche Tanne in Japan. Eine Sportlergruppe aus Meinerzhagen zur Kirschblütenzeit im Land der aufgehenden Sonne. Deutsch-japanische Freundschaft!

Japan zur Kirschblütenzeit! Einen besseren Zeitpunkt hätte sich die 19-köpfige Delegation aus dem heimischen Sauerland für ihren Besuch im Land der aufgehenden Sonne nicht aussuchen können. Es war die nun schon vierte deutsch-japanische Begegnung, die ihre Wurzeln in lange zurück liegenden persönlichen Kontakten hat: Von 1976 bis 1983 war der Japaner Satoru Imamura als Sportlehrer am Evangelischen Gymnasium tätig und gleichzeitig auch als Vereinstrainer für Turnen und der von ihm hier neu eingeführten Sportart Volleyball beim TuS Meinerzhagen engagiert. Aus der Schul-AG wurde eine neue Abteilung beim größten heimischen Sportverein. Imamura ließ auch nach seiner Heimkehr die Kontakte in die Volmestadt nicht abreißen. An seiner neuen Wirkungsstätte in der Stadt Tanabe, wo er als Dozent an der dortigen Uni arbeitet, gründete er einen Verein zur Förderung des internationalen Sportaustauschs (ISPOA). Dank großzügigen Firmensponsorings werden immer wieder vor allem deutsch-japanische Begegnungen organisiert und durchgeführt. Dabei ist es dem jetzt 64-jährigen Imamura sozusagen „Herzenssache“, dies auch mit Meinerzhagen zu tun.

Japaner schon zweimal zu ‚Gast in Meinerzhagen

Thorsten Kriegeskotte ist der Letzte aus der einstigen Volleyball-Truppe um Trainer „Sato“, wie Imamura heute noch von seinen Meinerzhagener Freunden genannt wird. Gemeinsam mit seinen Sportkollegen Frank Liebetreu und Ralf Goseberg hat er jetzt bereits zum zweiten Mal eine Japan-Reise organisiert. 2002 und 2007 hatte es Gegenbesuche der Japaner mit Imamura als Delegationsleiter in der Volmestadt gegeben. 2005 waren 15 Sportler aus den Reihen des TuS nach Japan geflogen.

Diesmal umfasste die heimische Gruppe 19 Mitglieder, darunter das komplette Jugendteam der Volleyball-Spielgemeinschaft aus Meinerzhagen und Olpe mit Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren.

Zwischen dem Abflug am 26. März von Frankfurt aus und der Heimkehr am 6. April lagen für alle Beteiligten unvergessliche und überaus beeindruckende Tage. „Die Gastfreundschaft, die wir dort erlebt haben, war einfach unbeschreiblich“, berichtet Thorsten Kriegeskotte. Die Unterbringung teilweise auch in Gastfamilien ermöglichte Einblicke in die japanische Kultur und das Leben der dortigen Menschen, wie man sie als normaler Tourist so intensiv und tief niemals würde erhalten können.

Insgesamt vier Städte standen auf dem Besuchs- und Austauschprogramm. Station eins war die 80 000 Einwohner zählende Stadt Tanabe in der Provinz Wakayama, dem heutigen Wohn- und Arbeitsort von Satoru Imamura. Danach ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen nach Hiroshima. Station drei war die 500 000 Einwohner große Stadt Oita im Süden Japans, ehe zum Ende des Aufenthalts dann auch noch die historische Kaiserstadt Kyoto auf dem Programm stand.

Symbolfigur Karl vom Ebbe und deutsche Tanne

Gleich zweimal wurde die Besuchergruppe aus Deutschland höchst offiziell mit beeindruckendem Protokoll von den Bürgermeistern in Tanabe und Oita empfangen. In Oita gab es dabei zwei Besonderheiten: So hat jetzt die Meinerzhagener Symbolfigur „Karl vom Ebbe“ einen Ehrenplatz im Rathaus der Großstadt. Die heimische Volksbank hatte eine exklusive Radierung, die seinerzeit bei der Aufstellung der Bronzefigur vor der Hauptstelle in Meinerzhagen von einem Künstler in limitierter Auflage erstellt worden war, für diesen Zweck als originelles Gastgeschenk zur Verfügung gestellt.

Im Garten einer dortigen Schule wurden aus Anlass der deutsch-japanischen Begegnung zudem vier Bäume gepflanzt. Darunter auf besonderen Wunsch von Satoru Imamura eine deutsche Tanne. Und auf seine ausdrückliche Bitte stimmte passend zum Baum, jahreszeitlich allerdings eher ungewöhnlich die Meinerzhagener Gruppe das weihnachtliche Lied „O Tannenbaum“ an.

Schrein von Itsukushima und Dom von Hiroshima

Der Besuch der Stadt Hiroshima, die am 6. August 1945 durch den Abwurf einer Atombombe nahezu völlig zerstört wurde, war ein besonderes Anliegen der deutschen Gruppe. Man zeigte sich tief beeindruckt bei der Besichtigung der als Denkmal für den Weltfrieden erhaltenen Ruine des Doms. Besichtigt wurde in Hiroshima auch der Schrein von Itsukushima, dem bedeutendsten Ort religiöser Besinnung in Japan und als Wahrzeichen weltweit bekannt.

Sportliche Aktivitäten mit Volleyball-Spielen gegen Vereins- und Schulteams, gemeinsame Besuche von Badehäusern und vielen Sehenswürdigkeiten und vor allem viele ungezählte persönliche Begegnungen machten den Aufenthalt für alle zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ungern sagte man „Sayonara“, also Aufwiedersehen. Viel lieber möchte man möglichst bald schon wieder die Begrüßungsformel „Konichiwa“ benutzen können. Schon 2011 wird das möglich sein. Dann kommt der gute alte Freund Satoru Imamura mit einer voraussichtlich 30-köpfigen Jugendgruppe wieder an seine alte Wirkungsstätte Meinerzhagen zurück, worauf sich alle Beteiligten schon sehr freuen

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