Volksbund-Ortsgruppe soll reaktiviert werden

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Die meisten Kriegsgräber sind auf dem evangelischen Friedhof in Valbert zu finden. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist ein eingetragener Verein. Die humanitäre Organisation widmet sich im Auftrag der Bundesregierung der Aufgabe, die Gräber der deutschen Kriegstoten im Ausland zu erfassen, zu erhalten und zu pflegen. Darüber hinaus betreut der Volksbund Angehörige in Fragen der Kriegsgräberfürsorge und er berät öffentliche und private Stellen. Doch die Arbeit der Ortsgruppe in Meinerzhagen ruht weitestgehend.

Die zentrale Frage lautet nun: Wie viele vor allem jüngere Menschen lassen sich noch für die ehrenvolle Aufgabe des Volksbundes gewinnen?

In Meinerzhagen tritt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der nach dem Ersten Weltkrieg 1919 gegründet wurde, eigentlich nur einmal im Jahr in Erscheinung: Am Volkstrauertag. Dann legt eine Abordnung im Rahmen der Gedenkfeier einen Kranz am Ehrenmal an der Heerstraße nieder. In Vertretung von Herbert Sinderhauf taten das am vergangenen Sonntag Rolf Puschkarsky und Helmut Benninghaus. „Hätten wir das nicht getan, würde die Kranzniederlegung vielleicht ganz unterbleiben“, fürchtet Benninghaus. Er übernahm diese Aufgabe gern, weil es ihm ein Anliegen ist, die Arbeit des Volksbundes in Meinerzhagen zu unterstützen.

Einen aktiven Ortsverein der Organisation gibt es in der Volmestadt zurzeit nicht. Sind vor Ort überhaupt noch eingetragene Mitglieder vorhanden? Diese Frage bewegt Helmut Benninghaus jetzt. „Ja, die gibt es“, teilte Peter Bülter, Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Essen, jetzt auf MZ-Anfrage mit. „32 Bürger sind eingeschrieben, außerdem weist die Statistik für Meinerzhagen noch 543 Spender aus“, berichtete Bülter weiter.

Regelmäßige Versammlungen finden nach dem Kenntnisstand von Helmut Benninghaus aber nicht statt. „Ich überlege jetzt, ein Treffen zu organisieren, um auszuloten, ob Interesse besteht, die wichtige Arbeit aktiv fortzusetzen. Ich selbst bringe mich dabei gern ein“, bietet Helmut Benninghaus nun an. Bis zu einer solchen Zusammenkunft muss allerdings um Unterstützung der Mitglieder geworben werden. „Dass es in Meinerzhagen davon noch 32 gibt, hätte ich nicht gedacht“, ist Benninghaus zunächst einmal positiv überrascht.

In Meinerzhagen ruhen auf allen Friedhöfen Kriegstote. Nach der Statistik des Volksbundes sind es auf dem evangelischen Friedhof in Valbert 47, auf dem jüdischen Friedhof Meinerzhagen 27, auf dem evangelischen Friedhof Meinerzhagen 20 und auf dem katholischen Friedhof drei.

„Die Förderung von Begegnungen junger Menschen an den Ruhestätten der Toten“ – auch das zählt zu einer Hauptaufgabe des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dass es auch in Meinerzhagen einmal dazu kommt, hofft Helmut Benninghaus sehr. Peter Bülter jedenfalls ist überzeugt, dass nicht nur die Generation der irgendwann einmal aussterbenden „Kriegskinder“ ein Interesse daran hat, die Arbeit seiner Organisation fortzusetzen: „Bei der Gedenkstunde des Landes am vergangenen Volkstrauertag in Schwerte haben wir gesehen, dass viele junge Leute teilnahmen. Auch sie lassen sich ansprechen.“ ▪ beil

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