Schüler lernen alte Produktionstechniken kennen

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Im Schleiper Hammer zeigte Karl-Heinz Kraus den Schülern die Schmiedekunst.

Meinerzhagen/Kierspe - „Wir sind immer auf der Suche nach außerschulischen Lernangeboten“, betont Kurslehrerin Claudia Andrieu. So waren sieben Schülerinnen und Schüler der Inklusionsklasse der Sekundarschule in dieser Woche an einem Vormittag im Schleiper Hammer zu Gast.

In dem vom Kiersper Heimatverein betriebenen Technik-Denkmal fertigten die Jugendlichen unter Anleitung der erfahrenen Hammerväter schmiedeeiserne Bauteile für ein Kochgestell an, auf dem die im Schulgarten angebauten Kartoffeln gegart werden sollen.

Als Mitglieder der Gartengruppe verstehen die Schüler natürlich mehr vom Obst- und Gemüseanbau, als von der Eisenverarbeitung. Dennoch war das Interesse des kleinen Teams im alten Hammerwerk groß – zumal nicht nur Flacheisen unter kräftigen Hammerschlägen geformt und verziert, sondern im Obergeschoss unter Anleitung von Walter Probst auch schmucke Eierbecher aus Bakelit gepresst wurden. 

So konnten sich die jungen Gäste gleich in zwei Produktionstechniken versuchen, die die Industriegeschichte im Volmetal entscheidend geprägt haben. Das größte Interesse galt natürlich den im heißen Schmiedefeuer glühend gemachten Flacheisen. Lehrerin Claudia Andrieu hatte sie in einem Geschäft in Engelskirchen gekauft. In Karl-Heinz Kraus vom Hammerteam fand die Schülergruppe einen versierten Handwerker, der das heiße Eisen in Form schlagen und mit hübschen Motiven verzieren konnte.

Als ehemaliger Werklehrer weiß Karl-Heinz Kraus natürlich, wie man junge Leute in den Arbeitsprozess mit einbindet. So auch an diesem Vormittag in dem kleinen Hammerwerk im Schleipetal. Ob Junge oder Mädchen: Alle durften mal das Eisen ins Feuer halten und anschließend das rot glühende Material mit schweren Hämmern in Form klopfen. Wie so etwas bei größeren Produktionen mittels eines Fallhammers geschieht, wurde den Gästen ebenfalls gezeigt.

Manfred Wüstermann, Roland Hedderich und Manfred Völker, alle ebenfalls ehrenamtlich im Hammerteam aktiv, beteiligten sich an der Verarbeitung der Teile für das Kochgestell. Bohren, zuschneiden, schmieden: Am Ende brauchte es für die Aktion mehr Arbeit und Zeit als zunächst gedacht. Und das Projekt geht noch weiter: Die Meinerzhagener Firma Fuchs bietet den Schülern ein kleines Schülerpraktikum in der Lehrwerkstatt an. Dort entsteht dann aus Edelstahl ein Rost für die Kochstelle.

Trotz der guten Kartoffelernte in diesem Jahr wird die Feuerstelle im Außenbereich der Schule am Rothenstein in diesem Jahr nicht mehr in Betrieb gehen. Erst im kommenden Frühjahr, zum Start in die nächste Gartensaison, sollen laut Zeitplan die ersten Kartoffeln über dem offenen Feuer garen.

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