Blaukittel-Invasion im Big Apple

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Meinerzhagen - 32 Jahre nach der Premiere herrschten wieder die Blaukittel im Big Apple: Am Wochenende kehrten die letzten Meinerzhagener Schützen aus New York zurück, in dem eine 65-köpfige Gruppe ereignisreiche Tage verbrachte. Der Höhepunkt war aber zweifellos die Teilnahme an der legendären Steuben-Parade.

Achim Freyer oblag als Oberst die Organisation der Tour, die angesichts der vielen Teilnehmer natürlich nicht ganz einfach war. „Das kann schon mal an die Nerven gehen“, sagt er rückblickend im Gespräch mit der MZ. Doch umso erleichterter war er nun, dass alle Schützen und ihre Begleitung gesund und munter zurückkehrten. 

Los ging es für die Gruppe bereits am 14. September ab Düsseldorf. Nach achtstündigem Flug und einstündigem Bustransfer erreichten die Reiseteilnehmer das Hotel Edison unmittelbar am Times Square, welcher für die nächsten Tage der Dreh- und Angelpunkt für sämtliche Aktivitäten sein sollte. Ergänzt wurde die Gruppe von da an von der Schützenpolizei, die bereits vier Tage zuvor in neunköpfiger Stärke angereist war. 

Ob Ausflüge zum Rockefeller-Center, zur Freiheitsstatue, nach Little Italy oder Ground Zero: Unter fachkundiger Leitung der Reiseführerin Renee lernten die Meinerzhagener New York an den folgenden Tagen intensiv kennen. Und sogar ein Bürgermeisterempfang stand an: 23 Gruppen aus Übersee wurden vom Paradekomitee unter Teilnahme der Miss Steubenparade 2017 begrüßt. Jede Gruppe hatte die Gelegenheit, ihre Heimat kurz vorstellen. Für die Schützengesellschaft Meinerzhagen übernahm das der 1. Vorsitzende Karsten Decker „unter großem Applaus“, wie Achim Freyer berichtet. Weit schallte am Ende das „Horrido“, dem sich viele Gruppen anschlossen. Ein Wappenteller Meinerzhagens wurde an die Stadt New York übergeben, die Abordnung aus Meinerzhagen erhielt im Gegenzug eine Silbermedaille zur Erinnerung an diese Reise. 

Blaukittel ziehen Blicke auf sich

Das Highlight stand indes am Samstag an: Um 8 Uhr setzte sich die Meinerzhagener Abordnung aus Schwarzkitteln mit Säbeln und Blaukitteln mit blumengeschmückten Stöcken und Holzgewehren in Richtung St. Patricks Cathedral zum Festgottesdienst in Bewegung. „Unsere Abordnung erweckte auf dem 20-minütigen Weg vom Hotel zur Kathedrale viel Aufsehen bei den Amerikanern, ist man einen solchen Anblick doch nicht alle Tage gewohnt“, erinnert sich Achim Freyer. Die Fahne des dritten Zuges der Schützengesellschaft Meinerzhagen wurde in der Kathedrale separat zum Altar geführt und reihte sich in die vielen Fahnen der anwesenden Vereine ein. Freyer: „Ein sehr bewegender und unvergesslicher Moment, die Fahne mit dem Wappen unserer Heimatstadt an einem so besonderen Ort präsentieren zu können!“

Meinerzhagener Blaukittel in New York

Im Anschluss ging es für die Gruppe zum Start der Parade in die 68. Straße, wo sich sämtliche Gruppen in den Querstraßen in sogenannte Floats einreihten, um nacheinander auf die 5th Avenue zu marschieren und entlang des Central Parks an der Parade teilzunehmen, berichtet Freyer von einem imposanten Anblick der etwa 6000 Parade-Teilnehmer. „Die Freundlichkeit der Amerikaner war für uns alle spürbar.“ Bei einem Oktoberfest im Central Park ließen die Meinerzhagener den Tag ausklingen. 

Treffsichere Schützen in Brooklyn

Der Sonntag stand bereits für viele Meinerzhagener ganz im Zeichen der Rückreise – allerdings nicht, ohne die eigenen Schießkünste unter Beweis zu stellen. Die Schützen folgten der Einladung der Brooklyn Schützen zum Vergleichsschießen und anschließendem „Omphafest“ im Plattdeutschen Park am Franklin Square. Und: Die Meinerzhagener Schützen zeigten sich trotz harter Schießbestimmungen der amerikanischen Gastgeber äußerst treffsicher und konnten eine Schützen-Ehrenscheibe aus den Händen des Präsidenten der Brooklyn Schützen entgegennehmen. Auch beim freien Schießen mit dem Kleinkaliber-Gewehr erreichten einige Meinerzhagener Schützen die Höchstringzahl von 30 bei drei Schuss, was mit einer begehrten Medaille belohnt wurde. 

Klicken Sie hier, um die Meinerzhagener im Video zu sehen

Und während die einen den Rückflug antraten, nutzten andere die Gelegenheit, den Urlaub zu verlängern. So ging es für manche nach Las Vegas oder Kanada, manche unternahmen eine Reise auf der AIDA. Am Ende blickten alle auf ein „fantastisches Abenteuer in New York“ zurück, „mit unvergesslichen Eindrücken und einer Gastfreundschaft und Freundlichkeit der Amerikaner, die ihres Gleichen sucht“, sagt Achim Freyer. Und so sei nicht auszuschließen, dass es bald heißt: „Blaukittel goes Steubenparade – Part 3.“

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