Corona-Krise existenzbedrohend

Die Türkei, ein Risikogebiet?

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Murat Er hat mit seinem Reisebüro schon bessere Zeiten erlebt. Das Geschäft sei um weit mehr als 90 Prozent eingebrochen, berichtet er.

Meinerzhagen – Murat Er betreibt ein Reisebüro an der Hauptstraße. Und er ist mit zwei eigenen Bussen im Liniendienst in Siegen unterwegs. Diesem zweiten Standbein kommt momentan große Bedeutung zu.

Denn: Reisen werden bei ihm augenblicklich so gut wie nie gebucht. „Wir sind nach wie vor mit Stornierungen und Umbuchungen beschäftigt. Das Geschäft ist um weit mehr als 90 Prozent eingebrochen“, berichtet Er. Ob die Corona-Krise für sein Büro existenzbedrohend ist? „Ja, das kann man so sagen“, sieht Murat Er momentan keinen Silberstreif am Horizont. Er verweist auf die laufenden Kosten wie Miete, Personal, das Fahrzeug, Strom und Wasser. „Auf der anderen Seite habe ich so gut wie keine Einnahmen“, klagt er. 

Murat Er hat kein Verständnis

Murat Er hat türkische Wurzeln. Und er ist Spezialist für Türkei-Urlaube. Warum das Auswärtige Amt in Berlin für das Land am Bosporus nach wie vor eine Reisewarnung ausspricht und die Türkei als Risikogebiet einstuft, versteht er nicht. Menschen, die dennoch in die Türkei fahren, riskieren bei ihrer Rückkehr nach Deutschland eine 14-tägige Quarantäne. „Wer bucht denn da noch eine Türkei-Reise?“, resigniert Murat Er. 

Der Geschäftsmann hält die türkische Corona-Bilanz darüber hinaus für weniger dramatisch als die in anderen Ländern, für die es keine Reisewarnung gibt. Die Gründe für die Einstufung der Türkei als Risikogebiet kennt Murat Er nicht. Er vermutet allerdings „politische Gründe“: „Das Geld, das für Urlaub ausgegeben wird, soll wohl in der EU bleiben.“

Ein Risiko würden Reisende nach Murat Ers Ansicht jedenfalls nicht eingehen, wenn sie die Türkei ansteuern: „Der türkische Staat hat doch auch zugesagt, jeden Urlauber kostenlos zu behandeln, der im Land an Covid-19 erkrankt. Außerdem wurden erst jüngst 180 Hotels in der Türkei zertifiziert, dabei ging es um die Erfüllung strenger Corona-Hygienemaßnahmen.“

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