Thüringen-Wahl: Meinerzhagener Reaktionen von „unredlich“ bis „katastrophal“

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Die Umstände der Wahl von Thomas Kemmerich sorgen für politisches Beben.

Meinerzhagen – Eine Wahl in Erfurt sorgte in dieser Woche in ganz Deutschland für ein politisches Beben. Zahlreiche Politiker äußerten sich zur Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) zum neuen Ministerpräsidenten Thüringens mit Unterstützung der AfD. Die Redaktion hörte sich in der Kommunalpolitik um.

Überrascht von dem Wirbel, den die Wahl Thomas Kemmerichs auslöste, zeigte sich Meinerzhagens CDU-Fraktionschef Thorsten Stracke. „Grundsätzlich war die Beschlusslage die, dass die CDU Thüringen weder einen linken noch einen rechten Kandidaten ins Amt wählt. Die Wahl des FDP-Manns war also die logische Konsequenz.“ Die Schuld nun allein beim CDU-Landesverband in Thüringen zu suchen, hält Stracke daher für falsch. „Man konnte ja nicht ahnen, dass die AfD ihrem eigenen Kandidaten keine einzige Stimme gibt.“ Er habe nicht mit solch einem Manöver gerechnet. „Ein solches Verhalten ist von der AfD unredlich“, sagte der CDU-Ratsherr im Gespräch mit der MZ. Unabhängig von der Vorgeschichte zu dieser Wahl rät Thorsten Stracke aber davon ab, in der Bundespartei nun Personaldiskussionen zu führen. „Wenn Kritik angebracht ist, werde ich die innerhalb der CDU an angemessener Stelle vorbringen.“

Rolf Puschkarsky (SPD) findet die jüngsten politischen Ereignisse in Thüringen einfach nur „beschämend und nicht nachvollziehbar“. „Das ist ein unmöglicher Fall, ein No-Go“, steht für ihn fest. Die durch die Ministerpräsidenten-Wahl eingetretene Situation müsse nun schnellstens und dauerhaft wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Deshalb fordert Puschkarsky Neuwahlen. 

Karl Hardenacke (Bündnis 90/Die Grünen) beurteilt die Vorgänge in Thüringen mit einem Wort: „katastrophal“. „Es gibt offensichtlich Menschen, die sich Demokraten nennen und aus Machtgeilheit mit der AfD paktieren“, fügt er hinzu. Hardenacke glaubt fest daran, dass der Ausgang des dritten Wahlganges wohl absehbar war – und trotzdem von CDU und FDP nichts dagegen unternommen wurde.

Christian Schön (FDP) blickt bereits in die Zukunft: „Wir werden künftig nicht alle Entscheidungen revidieren können, die unter Mitwirkung der AfD getroffen worden sind.“ Und auch die CDU habe sich in Thüringen schließlich vorführen lassen, findet er. „So lange wir die AfD demokratisch zulassen, so lange laufen wir Gefahr, dass so etwas passiert“, ist seine Meinung. 

Raimo Benger (UWG) hat zu den Ereignissen in Thüringen eine ambivalente Meinung. „Einerseits mag ich die AfD als Partei nicht. Anderseits stellt sich dann auch die Frage, ob man denn demokratisch so oft wählen lassen will, bis es passt.“

Susanne Follert (Linke/Piraten) war am Freitag bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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