Initiative wird aktiv

Stolpersteine werden Anfang Oktober in den Gehweg eingelassen

Gymnasiastin Jessica Schulz (links), Mitglied des Projektkurses Jüdisches Leben in Meinerzhagen, und Christina Först aus der Initiativgruppe zeigten am Mittwoch die noch zu verlegenden Stolpersteine.
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Gymnasiastin Jessica Schulz (links), Mitglied des Projektkurses Jüdisches Leben in Meinerzhagen, und Christina Först aus der Initiativgruppe zeigten am Mittwoch die noch zu verlegenden Stolpersteine.

Früher als erwartet sind die noch fehlenden Stolpersteine eingetroffen. Sie werden, wenn die Pandemie-Bedingungen es zulassen, am Samstag, 2. Oktober, ab 11 Uhr vor den Häusern Zum Alten Teich 2 und Hauptstraße 32 in den Gehweg eingelassen.

Meinerzhagen – Die Aktiven der Initiative Stolpersteine freuen sich dazu auf den Besuch von sieben Nachfahren der früher in Meinerzhagen ansässigen jüdischen Mitbürger. Im Rahmen einer Arbeitstagung im Besprechungsraum des evangelischen Gemeindehauses an der Kirchstraße wurden am Mittwochabend die Begegnung und die Verlegung vorbereitet.

Erinnerung an Vertreibung

Die Initiative Stolpersteine basiert auf einer Idee des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um ein Projekt, das in vielen Ländern die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung der Juden und anderer Verfolgter in der Zeit des Nationalsozialismus lebendig erhält. In der Zeit von 1933 bis 1945 verloren allein in Meinerzhagen 47 jüdische Menschen ihre Heimat, flüchteten oder fanden den Tod in Konzentrationslagern.

Um jedes einzelne Schicksal zu berücksichtigen, bemühen sich die Mitglieder der Initiativgruppe seit zehn Jahren um die Verlegung von 47 Stolpersteinen. Jetzt können die noch fehlenden neun Steine eingesetzt werden. Sie erinnern an Nathan, Rosa, Hugo, Hedwig und Paula Stern (Zum Alten Teich 2) sowie an Emil, Paula, Hans und Herbert Stern (Hauptstraße 32).

Herstellung in Handarbeit

„Die Herstellung der Stolpersteine erfolgt in Handarbeit in der Werkstatt des Bildhauers Michael Friedlaender, weil dies im Gegensatz zu der maschinellen Menschenvernichtung in den Konzentrationslagern steht“, erklärte Dietmar Först als Sprecher der Initiative. Die zu den Verlegestellen passenden Texte werden in speziell zugeschnittene Messingplatten geschlagen und deren überstehende Ränder anschließend mit Beton hintergossen.

Neben der Verlegung ging es am Mittwoch um die Gestaltung des Besuchsprogramms. Die Gäste sind vom 29. September bis zum 5. Oktober in der Volmestadt.

Unter ihnen befindet sich mit Yvonne Daniel eine Enkelin der Eheleute Nathan und Rosa Stern. „Wir hoffen, dass diese Begegnung stattfinden kann, denn Yvonne Daniel hat sich im Auftrag ihrer Familie von ihrem Wohnsitz in Amerika aus sehr für unser Erinnerungsprojekt eingesetzt“, sagt Dietmar Först.

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