Verhandlung vor dem Amtsgericht

25-jähriger enttäuscht Mutter – und Richterin

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Vor dem Amtsgericht Meinerzhagen musste sich der 25-Jährige verantworten.

Meinerzhagen – Nachdem ein Meinerzhagener wegen schweren Raubes zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden war, wollte er sich offenbar vor seinem Haftantritt – der erst Wochen nach der Verurteilung anstand – noch etwas „gönnen“.

An der Meinerzhagener Stadthalle wurde der 25-Jährige am Nachmittag des 19. Februar vergangenen Jahres von Polizisten kontrolliert. Die Beamten stellten knapp 24 Gramm Cannabisprodukte bei dem Mann sicher. 

Im Amtsgericht Meinerzhagen gab es nun für den unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln eine dreimonatige Haftstrafe. Aufgrund von acht Eintragungen unter anderem wegen Falschaussage, Hausfriedensbruchs, Nötigung und eben schweren Raubes sowie aufgrund der Tatsache, dass der Angeklagte kurz vor seinem Aufenthalt hinter Gittern stand, sah die Richterin keinen Platz mehr für eine Bewährung.

Selbst die Aussicht auf das Gefängnis, so die Vorsitzende, habe den 25-Jährigen nicht davon abgehalten, erneut gegen das Gesetz zu verstoßen. Der Prozess war jedoch auch ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Angehörige von Straftätern unter deren Verhalten zu leiden haben. Während der gesamten Verhandlung saß die Mutter des Angeklagten im Besucherbereich. Immer wieder kämpfte sie gegen ihre Tränen an. Als die Wachtmeister dem 25-Jährigen fünf Minuten Zeit mit seiner Mutter ließen, konnte die Frau ihre offensichtliche Traurigkeit und Verzweiflung nicht mehr verbergen und fiel ihrem Sohn schluchzend in den Arm. Draußen nutzte sie das Warten auf den Gefangenentransporter, um ihn noch einmal aus der Entfernung zu sehen.

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