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Weitere zehn Tonnen Hilfsgüter aus Meinerzhagen für die Ukraine

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Von: Simone Benninghaus

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Im rumänischen Baia Mare nahe der ukrainischen Grenze standen viele Helfer bereit, um die Hilfsgüter aus Deutschland entgegenzunehmen und weiter zu leiten in die Ukraine.
Im rumänischen Baia Mare nahe der ukrainischen Grenze standen viele Helfer bereit, um die Hilfsgüter aus Deutschland entgegenzunehmen und weiter zu leiten in die Ukraine. © Arens

Meinerzhagen – Mit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine stand für Thomas Arens fest, dass er nicht untätig zusehen wollte. Der erste Hilfstransport, den der Meinerzhagener kurz entschlossen organisierte, stieß auf eine große Resonanz. Doch dabei blieb es nicht. Am vergangenen Wochenende wurden erneut gut zehn Tonnen Hilfsgüter aus Meinerzhagen an die ukrainische Grenze gebracht.

Mit insgesamt vier Fahrzeugen machte sich ein Helferteam aus der Volmestadt am vergangenen Freitag auf den Weg nach Rumänien. An Bord der beiden 7,5 Tonner und der beiden Sprinter: Vor allem Lebensmittel wie Nudeln und haltbare Konserven, Milch, Wasser, Kindernahrung, Cornflakes, außerdem Hygieneartikel, Kleidung für Frauen und Kinder, Schlaf- und Rucksäcke und vor allem Medikamente im Wert von 4000 Euro sowie medizinisches Material. „Das geht sofort nach Kiew in das dortige Krankenhaus“, so Arens. Durch die familiären Verbindungen von Helferin Eileen Jung in den Norden seien sogar aus Hamburg Spenden im Wert von 2500 Euro weitergereicht worden.

Hilfsbereitschaft hat weiter zugenommen

Dass die Hilfsbereitschaft und Unterstützung auch bei der zweiten Aktion nicht nachgelassen habe, darüber ist Thomas Arens mehr als dankbar. Im Gegenteil – es sei sogar noch mehr zusammengekommen als bei der ersten Fahrt. Zu den Geldspenden hätten Privatpersonen beigetragen – wie beispielsweise eine Meinerzhagenerin, die Arens 3000 Euro überreichte, von denen er wiederum Lebensmittel kaufte, aber auch Vereine, wie etwa ein Kegelclub, der sich aufgelöst hatte und Arens seine „Kegelkasse“ überließ. Für Kinder wurden von einer Valberterin über 100 Tüten mit Süßigkeiten und Spielzeug wie Seifenblasen gepackt.

Der Lions-Club Kierspe-Meinerzhagen beteiligte sich mit einer Spende in Höhe von 2000 Euro an der Aktion. Von diesem Geld wurden Medikamente gekauft.

„Jede Spende hat geholfen – auch die kleinste“, betont Thomas Arens, für den die Vorbereitung und Organisation der Tour gut zwei Wochen lang vor allem eines in Anspruch nahm: Zeit.

In einer Halle des Dachdeckerbetriebs Sönchen konnten alle Hilfsgüter gesammelt und gelagert werden, hier wurden sie auch verpackt und auf Ukrainisch beschriftet.

Viele Unterstützer

Wie bei der ersten Tour stellten erneut die Firmen CA Vending, MKM, Jansen Schneidwerkzeuge Vertriebs GmbH und die Bautischlerei Holzwurm ihre Fahrzeuge zur Verfügung, mit denen sich ein Team, bestehend aus Thomas Arens, Bernd Kayser, Fred Menge, Eileen Jung sowie deren 17-jährige Tochter Rena, Lars und Stephanie Jansen und zwei weiteren Helfer aus Plettenberg, auf den Weg machte, um nach einem Übernachtungsstopp in der Nähe von Budapest nach 18 Stunden erneut die rumänische Stadt Baia Mare zu erreichen. Mit der dortigen Gemeinde steht Thomas Arens seit der ersten Tour regelmäßig in Kontakt, und so wurde die Gruppe aus Meinerzhagen bereits von vielen Helfern erwartet. „Nach nur einer Stunde waren alle Wagen leer geräumt“, erzählt Arens und berichtet über das inzwischen noch weiter gehende Engagement der Gemeinde. Da Baia Mare nur 17 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt liegt, wurde von den Gemeindemitgliedern mittlerweile ein Hilfszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine aufgebaut. Zugleich werden die Hilfsgüter weiter über die Grenze in die Kriegsregion transportiert.

Beeindruckende Gastfreundschaft

Die Hilfsbereitschaft sei groß. Außerdem durfte die Gruppe aus Meinerzhagen bei ihrem Aufenthalt eine beeindruckende Gastfreundschaft erleben. „Eine Woche nach Ostern wird in Rumänien das orthodoxe Ostern gefeiert“, berichtet Thomas Arens. Da aus diesem Grund alle Gaststätten geschlossen seien, sei die Gruppe in eine Art Feriensiedlung in den Bergen gefahren worden, wo für die Helfer ein traditionelles rumänisches Essen zubereitet worden sei. Am Tag darauf sollte ein Gottesdienst zusammen mit ukrainischen Flüchtlingen gefeiert werden. „Auch da wurden wir eingeladen, mussten an diesem Tag jedoch unsere Rückfahrt antreten.“

Für das Team um Thomas Arens wird die Tour jedoch nicht die letzte Fahrt in die Grenzregion gewesen sein. Für den Sommer plant der Meinerzhagener einen erneuten Hilfstransport: „Der Krieg ist nicht vorbei. Also werden wir das wieder machen“, steht für ihn fest.

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