Meinerzhagener Grundschüler zurück im Klassenzimmer

Schule mit Abstand, Masken und Lollitests

In der Grundschule Auf der Wahr werden die Lollitests durchgeführt.
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In der Grundschule Auf der Wahr werden die Lollitests durchgeführt.

Wer früher nicht aufpasste, wurde an den Einzelplatz gesetzt. Heute hat jedes Kind seinen eigenen Tisch und statt Klassenarbeiten gibt es zunächst „Lollitests“. Doch immerhin dürfen die Meinerzhagener Grundschüler in dieser Woche erstmals seit Mitte März an ihre Schulen zurückkehren – zunächst im Wechselunterricht, damit es nicht zu voll wird im Klassenzimmer.

Meinerzhagen – Eine leere Schule ist furchtbar, findet Sibylle Eich. Daher habe sie in den vergangenen Wochen jeden Morgen bei den Betreuungsschülern vorbei geschaut, „um wenigstens einige Kinder zu sehen.“ Um so mehr freut sich die Leiterin der Grundschule Am Kohlberg daher jetzt, dass wieder etwas mehr Leben im Schulgebäude herrscht, „und dass wieder Kinderlachen zu hören ist“. Die Schüler, sagt Sibylle Eich, hätten sich auch gefreut, dass sie wieder in die Schule kommen können. „Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren froh, wieder hier in der Schule lernen zu dürfen und ihre Freunde sehen zu können.“ Wie das wochenlange Homeschooling gelaufen ist? „Wir haben alle dazu gelernt – Lehrer, Schüler und Eltern“, resümiert Sibylle Eich. Daher habe alles während dieses Lockdowns besser geklappt. Bei der Frage, wie zuhause gearbeitet wurde, gebe es allerdings eine Spanne von „Ich habe viel mehr geschafft“ bis „Es wurde kaum etwas gemacht“. Daher sei es nun gut, dass im Wechselunterricht nur kleine Gruppen in den einzelnen Klassen seien. „So können wir noch einmal viel intensiver auf einzelne Schüler eingehen.“

Seit Montag gehört auch wieder Testen zum Alltag in der Schule: „Die Lollitests funktionieren super, das hätte ich nicht gedacht“, lautet Sibylle Eichs Resümee nach einer Woche. Zum Glück habe es bislang keinen Positiv-Befund gegeben. Auch bei den Eltern habe diese Testform positiven Anklang gefunden.

Vom richtigen Schulalltag noch weit entfernt

In der Valberter Grundschule wird seit dieser Woche endlich auch wieder in den Klassenzimmern fleißig gerechnet und geschrieben, „doch vom richtigen Schulalltag sind wir immer noch entfernt“, macht Schulleiterin Stefanie Nesselrath darauf aufmerksam, dass damit noch keine Normalität herrscht. Gemeinsam singen, unbeschwert in der Gruppe zusammen sein, all’ das Fröhliche gehöre auch zur Grundschule, „und das fehlt leider noch“. Trotzdem ist die Pädagogin natürlich froh, dass sie und ihre Kollegen wieder ihre Schützlinge um sich haben und unterrichten können. Dass alle Masken tragen und Abstand halten müssen, meisterten die Schüler ganz toll. Ein Erstklässler habe ihr berichtet, dass ihn die Maske zwar nerve, doch um seinen kleinen Bruder zu schützen trage er sie ja auch. Diese differenzierte Betrachtungsweise habe sie beeindruckt, sagt die Schulleiterin, die in den ersten Tagen mit dem Ablauf der Testungen positive Erfahrungen gemacht hat. Die Ergebnisse der Pool-Testungen liegen noch am gleichen Tag vor. Nachrichten darüber erhalte sie per App. Das sei zwar jeden Tag „ein Nervenkrimi“, bis die Ergebnisse angezeigt würden, „den nehme ich aber gerne in Kauf, wenn auf diese Weise zur Sicherheit und vielleicht auch zu etwas mehr Freiheit beigetragen werden kann.“

Lehrer als Säulen im Gesundheitssystem

Lehrer sind zum Lehren da – in Zeiten einer Pandemie sind sie aber auch eine wichtige Säule im Gesundheitssystem. Das wird auch an der Grundschule Auf der Wahr deutlich, wo eigens eine Arbeitsgruppe für die Testungen eingerichtet wurde, die sowohl für die Lollitests, als auch für die Selbsttests der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuständig ist. „Diese sichtet die Lieferungen von neuen Tests, trägt die erforderlichen Informationen in Listen ein und führt auch die Testung durch“, erklärt Schulleiterin Christiane Wagner. Zwei Mitarbeiterinnen gehen morgens durch die Klassen und kümmern sich um die Lollitests, eine andere Mitarbeiterin beaufsichtigt die Selbsttests für die Erwachsenen.

„Diesen Ablauf haben wir bereits in der Notbetreuung getestet und sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Wagner. Für die gesamte Schule würden für die Testungen etwa 30 Minuten benötigt – pro Klasse dauere der Test nicht länger als fünf Minuten. Lob zollt Wagner auch dem zuständigen Labor: „Die Abholung und Auswertung der Tests läuft hervorragend und sehr pünktlich. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit den Abläufen und zum Glück waren alle Tests bisher negativ.“

Sollte ein Test aus einem Pool – also innerhalb einer Lerngruppe – positiv sein, so bietet die Grundschule Auf der Wahr den Eltern für den dann fälligen Nachtest an, diesen auch vor der Schule mit Hilfe einer Schul-Mitarbeiterin zu machen. „Wir führen wie immer genaue Anwesenheitslisten, die dann im Falle eines ,Positiv-Pools‘ Aufschluss über die Kinder geben, die dann noch mal einzeln getestet werden müssen“, erklärt die Schulleiterin.

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