Grünen-Ratsherr will Biomüll straßenweise sammeln

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Auf wenig Gegenliebe stieß der Vorschlag von Karl Hardenacke, Biomüll straßenweise einzusammeln.

Meinerzhagen - Die Satzungsänderung zur Abfallbeseitung, die der Planungsausschuss am Dienstagabend bei je einer Gegenstimme und Enthaltung verabschiedete, nahm Grünen-Ratsherr Karl Hardenacke zum Anlass, das Thema Biomüll anzusprechen. Statt Bioabfall am Betriebshof anzuliefern, solle man ihn besser straßenweise sammeln. Prompt kam Widerspruch.

Mit dem Beschluss wurde die Satzung der Stadt Meinerzhagen der zum 1. August geänderten Gewerbeabfallverordnung angeglichen. Sie verbietet unter anderem gewerblichen Betrieben ihren Restmüll mit anderen Abfällen zu verpressen und zu entsorgen.

Hardenacke vermutete, dass auch Privathaushalte zum Beispiel Bioabfälle in den Restmüll werfen und so das Bringsystem, also Bioabfälle zum Betriebshof zu bringen, unterliefen. „Man sollte das den Bürgern nicht unterstellen“, meinte Volkmar Rüsche (CDU). Er sprach sich dagegen aus, das bereits ausführlich diskutierte Thema erneut anzuschneiden. Man solle es bei den bereits vorhandenen Behältern – grün für Papier, gelb für Verpackungsmüll (Grüner Punkt) und grau für Restmüll – belassen. Ein weiterer Müllbehälter sei laut Rüsche überflüssig.

Um Biotonnen für jeden Haushalt gehe es ihm nicht, betonte Hardenacke im Ausschuss. Ihn wundere nur, dass eine andere Form der Biomüll-Entsorgung in anderen Kommunen funktioniere, aber in Meinerzhagen nicht.

Zu acht festen Terminen wird Grünschnitt von den Haushalten abgeholt, ansonsten können Bürger diesen ebenso wie andere Bioabfälle zum Betriebshof bringen. Zum Vergleich, in Lüdenscheid wird einmal im Monat die Biotonne geleert, in Drolshagen alle vierzehn Tage.

Das Bringsystem in der jetzigen Form ergibt für den Grünen-Politiker wenig Sinn. Ein solches für Bioabfälle sei dann in Ordnung, wenn es im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes funktioniere, erklärte Hardenacke im Gespräch mit der MZ. Das Gesetz soll bei der Abfallwirtschaft die Umwelt schonen und Recycling fördern. „Ich denke, dass es mit der kleinen Tonne am Betriebshof nicht in diesem Sinne funktioniert“, sagte Hardenacke

Nicht jeder hat die Möglichkeit, seinen biologischen Abfall zu kompostieren.

„Bioabfälle kann man nicht lange aufheben, also müsste man sie alle paar Tage zum Betriebshof bringen“, erklärt der Grünen-Ratsherr, denn nicht jeder habe die Möglichkeit zu kompostieren. Abgesehen davon, dass nicht jeder über ein Auto verfüge um zum Betriebshof zu fahren, wären diese ständigen Touren auch von den Energiekosten her unsinnig. Wie Jörg Muckenhaupt, Leiter des Betriebshof der MZ bestätigte, werde der dort aufgestellte Rollcontainer so gut wie nicht genutzt.

„De facto ist es so, dass die Dinge dann im Restmüll landen“, meint Hardenacke. Sein Gegenvorschlag ist eine straßenweise Sammlung des Biomülls. Die Bürger könnten ihre Bioabfälle beispielsweise in kompostierbaren Papiertüten sammeln und diese dann – wie bei Glascontainern – zu einem Behälter in ihrer Straße bringen, von wo sie abgeholt würden.

Gegen diese Art der Sammlung hatte Peter Kamphaus (SPD) bereits im Ausschuss einen Einwand erhoben: „Das würde Ratten und Ungeziefer anziehen.“ Dieses Argument konnte Hardenacke im MZ-Gespräch jedoch nicht nachvollziehen: „In geschlossenen Behältern sehe ich keine Gefahr, dass sich dort großartig Ungeziefer ansammelt.“

Müllbehälter in drei Farben

In Meinerzhagen gibt es drei Müllbehälter in unterschiedlichen Farben. In die gelbe Tonne gehören Verkaufsverpackungen mit dem Grünen Punkt oder dem DSI-Logo, beispielsweise Konserven- und Getränkedosen sowie Verpackungen aus Kunststoff oder Aluminium. In die grüne Papiertonne gehört sauberes Altpapier wie Zeitungen, Magazine und Kartonagen. In die graue Restmülltonne kommen stark verschmutztes Papier und andere Verpackungen wie Fischkonserven sowie beispielsweise Babywindeln.

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