Outdoor-Gastronomie erlaubt - jetzt muss das Wetter mitspielen

Meinerzhagener Gastronomen stehen in den Startlöchern

André Kattwinkel und sein Team freuen sich auf die Gäste, die im Außenbereich der Gaststätte Zur Listertalsperre empfangen werden dürfen.
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André Kattwinkel und sein Team freuen sich auf die Gäste, die im Außenbereich der Gaststätte Zur Listertalsperre empfangen werden dürfen.

Bei 13 Grad draußen sitzen und dann auch noch von oben nass werden, nein, das kann sich Braco Mrzljak vom Gasthaus Theile beim besten Willen nicht vorstellen, da bleibt er realistisch. Dennoch gibt es aus seiner Sicht für die Gastronomie endlich einen Funken Hoffnung. Da der Inzidenzwert seit fünf Werktagen unter dem Wert 100 liegt, dürfen Restaurants und Gaststätten im Außenbereich unter Einschränkungen wieder öffnen.

Meinerzhagen – Mehr Impfungen, sinkende Infektionszahlen – „wir sind endlich auf einem guten Weg“, meint der Meinerzhagener Gastronom. Trotzdem hat ihn die Erfahrung der letzten Monate gelehrt, nicht zu euphorisch zu werden. Dass er sein Lokal am Sonntag für Gäste im Außenbereich öffnen wird, kann er sich kaum vorstellen. Der Grund: das Wetter. „Die Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 75 Prozent, da wird wohl niemand kommen“, ist er sich sicher.

Stammkunden haben sich schon gemeldet

Grundsätzlich ist aber auch bei Ibrahim „Braco“ Mrzljak und „Karl-Hassan“ Mrzljak die Erleichterung groß, dass es nach Monaten endlich wieder die Aussicht gibt, Gäste zu empfangen – draußen, mit Reservierung und mit negativem Schnelltest beziehungsweise vollständigem Impfschutz oder nach einer Covid-19-Genesung.

Von seinen Stammkunden habe er schon Nachrichten erhalten: „Sie freuen sich mit uns und haben gefragt, wann sie einen Tisch bestellen können.“

„Sobald es besser wird, sind wir parat“, steht für Ibrahim „Braco“ Mrzljak und sein Team fest. 45 bis 50 Gäste können im Außenbereich bedient werden, alles sei etwas vergrößert worden, jetzt warten die Wirte des Gasthauses Theile nur noch auf die Lieferung eines Heizstrahlers und einer Pergola als Überdachung, „damit alles noch etwas gemütlicher wird“.

Wetterprognosen für Pfingsten eher kühl

Hoffnung ja, riesengroße Erleichterung verspürt auch Vassilios Spiroglou im gegenüberliegenden Wirtshaus allerdings noch nicht. Dass am Sonntag Gäste in seinem Biergarten sitzen werden? Nicht bei dem Wetter. Seit Tagen sei es kalt, „und es soll noch schlechter werden.“ Daher bleibt der Gastronom des Meinerzhagener Wirtshauses angesichts der Öffnungsaussichten noch etwas zurückhaltend. „Die Leute werden nicht losstürmen“, glaubt er, auch, wenn er sich wünschen würde, endlich wieder Gäste bewirten zu dürfen – am liebsten auch drinnen. Doch das ist noch nicht erlaubt. Immerhin ist auch der Außenbereich des Wirtshauses vergrößert worden. 156 Sitzplätze könne er hier anbieten, sagt Spiroglou. Eine Überdachung sei geplant. „Alle Gastwirte hoffen“, drückt der Wirt die Stimmung in seiner Branche aus. Die Bedingungen, die auch an einen Outdoor-Restaurantbesuch geknüpft sind, betrachtet er allerdings kritisch: „Das wird viele abschrecken. Wenn wir dagegen Besucherlisten führen könnten, so wie vorher, wäre es für alle einfacher“, ist Spiroglou sicher. „Dann würden auch mehr Gäste kommen.“ Die Hürden für eine Wiederaufnahme des Betriebs seien hoch, „und nach sieben Monaten, die geschlossen werden mussten, werden viele auf der Strecke bleiben und es nicht schaffen“, befürchtet er. Ein Dankeschön richtet der Meinerzhagener Gastronom diesbezüglich vor allem an seine Kunden: „Allen, die bei uns bestellt haben und uns auf diese Weise in den vergangenen Monaten unterstützt haben, sind wir sehr dankbar.“

Auf die drei G‘s kommt es nun an

In „Alarmbereitschaft“ befindet sich seit dieser Woche auch André Kattwinkel. In der Gaststätte Zur Listertalsperre wird für die Öffnungsperspektive für die Outdoor-Gastronomie alles hergerichtet. „Wenn wir Sonntag öffnen dürfen, dann öffnen wir. Sauerländer Wetter hin oder her“, steht für Kattwinkel fest, der die ehemalige Gaststätte Vollmerhaus übernommen hat und sich auch während des Lockdowns Ende vergangenen Jahres von der Eröffnung seiner Gaststätte nicht abschrecken ließ. Jetzt soll auch das Wetter seinen Traum nicht „verhageln“: „Wir haben so lange gewartet. Wir ziehen das durch.“

Dass es eine gewisse Aufbruchstimmung gebe, habe er bereits beim Einkauf festgestellt. „Ich musste alles vorbestellen, damit ich überhaupt für das Wochenende etwas bekomme.“ Bei ihren Gästen setzen André und Rebecca Kattwinkel auch auf Ausflügler, die an der Listertalsperre unterwegs sind. Für alle komme es auf „die drei G’s“ an, betont Kattwinkel: Getestet, geimpft, genesen. Für den Besuch müssen laut Vorschrift alle Gäste zudem einen Tisch reservieren.

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