Nachbarschaftshilfe bei einem Großbrand

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Mehr als 200 Einsatzkräfte waren an den Löscharbeiten in Dümmlinghausen beteiligt. ▪

DÜMMLINGHAUSEN ▪ Auf dem Gelände der Leuchtenfabrik Lenneper im Gummersbacher Stadtteil Dümmlinghausen brach am Dienstag gegen 17.15 Uhr ein Feuer aus. Die Flammen schlugen durchs Dach, die riesige Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Nachbarschaftshilfe leistete bei diesem Einsatz auch die Feuerwehr Meinerzhagen.

Die Helfer aus der Volmestadt rückten in der Nacht zu heute um 2 Uhr mit einem Tanklöschfahrzeug aus. Gegen 9 Uhr kehrten Fahrzeug und Besatzung zum Standort Florianweg zurück.

Mit mehr als 200 Einsatzkräften bekämpften die Freiwilligen Feuerwehren in Dümmlinghausen den Großbrand bei der Derschlager Leuchtenfabrik Lenneper. Menschen kamen nicht zu Schaden, als der Brand gegen 17.15 Uhr ausbrach und sich rasend schnell ausbreitete, so dass die Flammen auch auf das Verwaltungsgebäude übergriffen. Der Schaden geht vermutlich in die Millionen. Eine schwarz-gelbe Rauchsäule war bereits in der Gummersbacher Innenstadt zu sehen und der Rauchgeruch schon etliche hundert Meter vor der Einsatzstelle zu riechen.

„Ich habe die Kollegen in der Produktion schreien hören und bin gleich zu ihnen gelaufen“, schilderte Mitgeschäftsführer Werner Wagner den Augenblick nach Ausbruch des Feuers. Nach seinen Berichten waren Kartonagen in Brand geraten. Wie es dazu kam, war zunächst noch völlig unklar.

„Mir kam, als ich die Tür zur Produktion geöffnet habe, schwarzer Qualm entgegen. Wir haben gesehen, dass alle Mitarbeiter ins Freie kamen“, berichtete Wagner. Dort angekommen, habe er die Kollegen durchgezählt. Und zum Glück seien alle draußen gewesen.

Derweil eilte die Feuerwehr zum Einsatzort. Bei deren Ankunft hatten sich die Flammen schon durch die Dachhaut gefressen. „Wir haben sofort die Drehleiter in Position gebracht und einen Angriff von drei Seiten aufgebaut“, so Gummersbachs Stadtbrandmeister Detlef Hayer. Drei Drehleitern waren im Einsatz und mussten aus Gummersbach, Bergneustadt und Wiehl anrücken.

Mit bis zu 20 000 Litern Wasser in der Minute rückten die Feuerwehrmänner dem Großbrand zu Leibe. Dabei kam den Einsatzkräften zugute, dass die Agger unmittelbar am Einsatzort vorbeifließt. Doch deren Reservoir reichte nach einiger Zeit auch nicht mehr aus, so dass nach Rücksprache mit dem Aggerverband die Ablassschieber der Aggertalsperre geöffnet wurden. Damit wurde die Menge des Wasser verfünffacht.

Nach Rücksprache mit der Unteren Wasserbehörde wurde der Einsatz von Löschschaum zunächst wegen der drohenden Gefährdung des Gewässer noch nicht in Betracht gezogen. Nach Absprache mit Kreisbrandmeister Frank-Peter Twilling wurde die Bevölkerung im Raum Gummersbach, Derschlag und Bergneustadt via Lautsprecher- und Radiodurchsagen sowie übers Internet aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Zum Glück ergaben die Messungen der Feuerwehr später, dass sich keine Schadstoffe in der Luft befinden, wie Stadtsprecher Siegfried Frank berichtet. ▪ OVZ

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