Kaum Umtauschaktionen nach den Feiertagen

Bescherung auch für Einzelhändler

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Für Jan Lienenkämper ist der Dezember ein verkaufsstarker Monat, aber auch die übrigen Monate seien wichtig, so der Einzelhändler.

Meinerzhagen - Alle Jahre wieder: Weihnachtszeit ist Geschenkezeit. Die Einzelhändler in Meinerzhagen sind mit ihrem diesjährigen Weihnachtsgeschäft zufrieden. Bücher oder Bettwäsche trafen scheinbar genau den Geschmack der Beschenkten: Umtauschaktionen gab es nach den Feiertagen kaum.

Egal ob nervenaufreibender Thriller oder rührender Roman – Bücher stehen auf der Geschenkeliste weit oben, weiß der Meinerzhagener Buchhändler Wolfgang Schmitz: „Bücher sind ein klassisches Weihnachtsgeschenk.“ Entsprechend zufrieden sei er mit dem Weihnachtsgeschäft, resümiert Schmitz. Quasi bis kurz vor der Bescherung seien die letzten Büchergeschenke verkauft worden. Es gebe immer Kunden, die auf den letzten Drücker unterwegs seien. Bücher seien zudem ein typisches Last-Minute-Geschenk. Im Dezember sei der Verkauf seit Jahren ansteigend.

Neben dem Schulbüchergeschäft im Sommer sei der Dezember mit Abstand der stärkste Monat, was den Verkauf von Büchern betreffe. Vor allem Romane würden zu Weihnachten gern verschenkt, gefolgt von Krimis und Jugendbüchern.

Was ist, wenn ein Buch nicht gefällt? – „Ein Umtausch kommt eigentlich nicht so häufig vor“, berichtet Wolfgang Schmitz. „Das hält sich in Grenzen. Die Zahl liegt im kleinen einstelligen Prozentbereich.“

Bestellungen bis zur letzten Minute

Auch im Fotogeschäft Heyder blicken Marc Heyder und seine Mutter Dorette positiv auf den Dezember zurück. Bis zum 24. Dezember gab es viel zu tun. „Wir sichern den Kunden zu, dass alles pünktlich fertig wird. Aufträge, die am 23. angenommen werden, sind bis Heiligabend fertig. Darauf können sich die Kunden verlassen. Im Notfall legen wir eben eine Nachtschicht ein“, blickt Dorette Heyder zurück. Ein Vorteil sei, dass alles „im Haus“ erledigt werden könne. Der schnelle Service werde auch von den Kunden geschätzt. Zu Weihnachten ist er mitunter auch Rettung in letzter Sekunde. Die letzte Bestellung habe er Heiligabend um 12 Uhr angenommen, „eine Stunde später konnte sie ausgeliefert werden“, berichtet Marc Heyder.

Egal ob Leinwandbilder, gerahmte Bilder oder Fototassen – persönliche Geschenke würden gern unter den Christbaum gelegt und meist auch erst im Dezember besorgt. Etwas anders sehe es im Kamerabereich aus. „Da ist der Preis im Fokus und die Kunden besorgen sich häufig Vorabinformationen und schauen auch nach Angeboten“, so Dorette Heyder. Allgemein spiele auch der „Black Friday“ mittlerweile im Weihnachtsgeschäft eine Rolle – allerdings besonders in Großstädten.

Hektik beim Weihnachtseinkauf

Ein „Trend“ hat sich für Jan Lienenkämper leider auch in der aktuellen Weihnachtssaison bestätigt: „Die Menschen werden hektischer und leider auch schnell unzufriedener und gereizter“, so seine Erfahrung. Zunehmend sei auch festzustellen, dass auch das Wetter oder genauer gesagt Hinweise vor potenziellen Wetterveränderungen bei den Einkäufen eine Rolle spielen. Selbst wenn vor Schnee nur gewarnt würde, blieben Kunden weg.

Allerdings hat der Fachhändler auch eine positive Veränderung beim Einkaufsverhalten festgestellt: „Die Kunden sind heute besser informiert“, lobt er. Das betreffe sowohl die Wünsche derer, die mit einem Geschenk bedacht werden sollen als auch die Ware selbst. Viele Kunden würden sich vorab konkret informieren. „Die Leute geben sich mehr Mühe und wollen nicht einfach so ein Geschenk kaufen“, so Lienenkämpers Fazit.

Bettwäsche, Decken, Bademäntel oder Nachtwäsche seien klassische Einkäufe zur Weihnachtszeit. „Großteile wie beispielsweise Matratzen werden dafür im Dezember deutlich weniger verkauft, weil sich die Kunden eher auf die Weihnachtsgeschenke konzentrieren“, berichtet Lienenkämper. Der Trend gehe zudem zu hochwertigerer Ware, ebenso gefragt seien aber auch preiswertigere Artikel. „Die Mitte geht etwas verloren.“

Eine deutliche Veränderung gebe es mittlerweile im Weihnachtsgeschäft: „Früher betrug es das dreifache Monatseinkommen. Das hat sich komplett verändert – auch wenn der Dezember immer noch einer der stärksten Monate ist. Aber eben nicht mehr ,der eine‘.“ Für ihn sei es daher wichtig, auch von Januar bis Oktober ein gutes Geschäft zu machen, sagt der Meinerzhagener Fachhändler.

Zugenommen, und das nicht nur zur Weihnachtszeit, habe der Online-Handel. Das hat auch Jan Lienenkämper festgestellt. Seine Kunden nutzten das Angebot beispielsweise auch, um Waren gezielt auszusuchen und zu reservieren, um sie dann im Geschäft abzuholen.

Dass sich der Trend in Richtung „Internet-Einkauf“ noch weiter verstärke, davon ist Lienenkämper überzeugt. Dennoch, so sagt er mit Blick in die innerstädtische Zukunft Meinerzhagens, sei es wichtig, dass ich in der Volmestadt weitere Einzelhändler ansiedeln.

Nicht nur ein weiteres Bekleidungsgeschäft werde beispielsweise dringend gebraucht. Verständlich sei es aber aus seiner Sicht auch, dass potenzielle Einzelhändler erst einmal abwarten, was in Sachen Stadthallen-Umbau geschehen werde. Umso wichtiger sei es daher, Entscheidungen zu kommunizieren.

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