Stadt als „Geburtshelfer“ für Partnerschaftsverein

Bilder wie diese zeugen von der engen Verbindung auch zu St.-Cyr-sur-Loire, die weiter ausgebaut werden soll. Die französischen Gäste sangen beim „Jubiläums-Fußballturnier“ im Stadion an der Oststraße im September 2012 die Marseillaise. ▪ Archivfoto: Julia Beil

VALBERT ▪ „Jeder kann kommen.“ Frank Maatz, Erster Beigeordneter der Stadt Meinerzhagen, brachte es bei der Sitzung des Ausschusses für Partnerschaften zu anderen Städten und Gemeinden auf den Punkt. Beherrschendes Thema bei dem Treffen im Sitzungssaal des Rathauses war die geplante Gründung eines Partnerschaftsvereines. In dem sollen möglichst viele Bürger mitmachen, um die Partnerschaft zu Kampen und St.-Cyr-sur-Loire auf eine breite Basis zu stellen.

Doch warum befasste sich ein städtischer Ausschuss mit der Gründung eines Vereines, der auf rein bürgerschaftliches Engagement setzt und der mit der Stadt auf den ersten Blick nicht viel zu tun hat? „Weil wir glauben, dass ein Verein die Partnerschaft noch interessanter macht“, erläuterte Maatz. Um Missverständnissen vorzubeugen schob der Beigeordnete gleich hinterher: „Die Stadt will sich bei den Partnerschaften keinesfalls zurückziehen. Wir glauben einfach, dass wir durch einen Verein Menschen aller Altersgruppen begeistern können – auf eine Altersbeschränkung haben wir im Satzungsentwurf absichtlich verzichtet.“

Die Stadt Meinerzhagen und allen voran Bürgermeister Erhard Pierlings, dem die Partnerschaften ein besonderes Anliegen sind, versteht sich bei der geplanten Gründung des Vereines eher als „Geburtshelfer“. Und so war auch die durch die Verwaltung erarbeitete Vereinssatzung, die Maatz dem Ausschuss am Montag präsentierte, als Arbeitsvorlage gedacht. Sie wurde bereits durch einen Notar geprüft und vom Finanzamt „abgesegnet“, so dass die Gemeinnützigkeit gegeben ist. Julia Schmidt ist in der Stadt Meinerzhagen zuständig für die Partnerschaften. Wer sich für den Verein interessiert, kann sie bereits jetzt unter Tel. (0 23 54) 77 105 kontaktieren.

Dass es einen Bedarf gibt, die Partnerschaften auch privat und abseits offizieller Treffen mit mehr Leben zu füllen, bestritt keines der Ausschussmitglieder. Vorsitzender Rainer Schmidt berichtete aus eigener Erfahrung: „Bei Fahrten nach St.-Cyr bin ich mehrfach angesprochen worden, beispielsweise von Sportlern und Vertretern der Stadt. Deren Anliegen: Man möchte die Kontakte mit Meinerzhagen intensivieren. ,Wer ist der Ansprechpartner?’ lautet eine immer wieder gestellte Frage. Wir verweisen dann stets auf die Stadt. Das kann doch eigentlich nicht sein.“

Jan Nesselrath (CDU) sprach noch einen anderen wichtigen Punkt an: „Der Jugendaustausch und der Austausch der Vereine, das halte ich für sehr wichtig. Doch wir sollten uns nicht nur auf die Partnerstädte konzentrieren, sondern das auch auf andere europäische Städte ausweiten.“

Dass ein Partnerschaftsverein gegründet wird, scheint spätestens seit der Sitzung vom Montag festzustehen. Wie dessen Strukturen aussehen werden, welchen Namen er einmal trägt und welche Ziele exakt formuliert werden, das bleibt der Gründungsversammlung überlassen. Im Oktober soll zunächst eine Info-Veranstaltung im Rathaus stattfinden, zu der alle interessierten Bürger eingeladen werden. Die Gründung des Partnerschaftsvereines folgt nach Planungen der Stadt irgendwann im vierten Quartal des Jahres. „Am 1. Januar 2014 könnte der Verein dann die Tätigkeit aufnehmen“, erläuterte Maatz.

Ob dieser Terminplan eingehalten werden kann, hängt nun auch davon ab, ob die von der Stadt vorgeschlagene Satzung in ihren wesentlichen Teilen die Zustimmung der Gründungsversammlung finden wird. Das ist nicht sicher, denn zumindest Rolf Puschkarsky und Jörg Simon (beide SPD) meldeten einige Änderungswünsche bereits an. Die betreffen zwar nur Details wie die Einrichtung eines Beirates, der dem Vorstand zur Seite gestellt werden könnte oder die Frage ob ein Präsident oder Geschäftsführer dem Zusammenschluss vorsteht. Sie könnten aber Einfluss darauf haben, ob die Satzung erneut auf ihre Gemeinnützigkeit geprüft werden muss.

Der Ausschuss jedenfalls votierte am Ende einstimmig für den Beschlussvorschlag, der lautet: „Die Stadt Meinerzhagen begleitet die Gründung des Vereines aktiv und wird in der Gründungsversammlung, vertreten durch den Bürgermeister oder einem von ihm zu bestimmenden Vertreter, Mitglied des Vereines.“ ▪ beil

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