Betrugsmasche

Polizei warnt vor dubiosen Schleif-"Experten"

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Meinerzhagen - Eine dreiste Betrugsmasche hat offenbar auch Meinerzhagen erreicht. Vermeintliche Schleif-Experten klingeln an Haustüren und bei Betrieben und bieten ihre Dienste für Messer, Scheren, aber auch Bohrer und Sonderwerkzeuge an. Die Leistung: gleich null. Die Kosten: immens.

Ein MZ-Leser berichtet von einem durchaus skurrilen Auftritt der dubiosen Schleifer, der zahlreichen Berichten anderer Zeitungen in ganz Deutschland gleicht: Demnach fahren die vermeintlichen Dienstleister zu zweit mit einer Mercedes-Limousine mit französischem Kennzeichen vor. Der eine als Geschäftsmann im Anzug, der andere erweckt in Arbeitskleidung den Anschein des „Malochers“. 

"Einmalige" Preise entpuppen sich als Lockmittel

„Sie haben angeboten, alles zu schleifen, was sich schleifen lässt. Und das natürlich zu einmaligen Preisen, die beim Blick ins Internet aber gar nicht mehr so günstig sind.“ Auf diese Masche sei ein älterer Meinerzhagener Unternehmer jetzt allerdings hereingefallen. 

Er habe den Beiden vertraut, ihnen unter anderem Bohrer mitgegeben – um sie am Tag darauf tatsächlich zurückzubekommen. Über die Qualität der Arbeit lasse sich bereits streiten, berichtet der Zeuge. Über den Preis aber noch mehr: Plötzlich sei die leichte Schleifarbeit als besonders umfangreich dargestellt worden. Aus der zweistelligen Summe seien rund 800 Euro geworden. Um sich weiteren Ärger zu ersparen, zahlte der Meinerzhagener – und ärgert sich nun über sich selbst. 

Opfer erstatten nur selten Anzeige

Ein typischer Fall, wie Dietmar Boronowski, Sprecher der Kreispolizeibehörde in Iserlohn, sagt. „Wenn solche Leute klingen, sollte man nicht zögern und sofort die 110 wählen.“ Leider würden die Opfer nur in den seltensten Fällen tatsächlich Anzeige erstatten. „Bei vielen überwiegt die Scham darüber, auf diese Betrüger hereingefallen zu sein.“ Und so liege auch in Meinerzhagen in jüngster Zeit keine Meldung über die Machenschaften der französischen Scherenschleifer vor.

Ähnlicher Fall in Süddeutschland

Deren Masche jedoch gleicht einem Fall, der erst vor zwei Wochen von der Augsburger Allgemeinen im Landkreis Dillingen beschrieben wurde. Auch dort seien zwei „französische“ Messerschleifer erschienen, die einem 59-jährigen Landwirt in Gundelfingen anboten, für 50 Euro ein Kreissägeblatt und einige Bohrer zu schleifen. Am Dienstag kamen die beiden wieder zurück und verlangten für ihre Arbeit plötzlich 1100 Euro.

Auffällig dabei: Die Schleifer waren im Besitz einer Reisegewerbekarte, sodass ihr Angebot zunächst rechtens ist. Allerdings muss der dafür geforderte Preis in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung stehen. 

Polizeisprecher Dietmar Boronowski rät daher: „Man sollte in solchen Fällen lieber misstrauisch sein und uns das melden. Auch für die sogenannten Guck-Einsätze, bei denen es um Kontrolle geht, ist die Polizei da.“

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