Maatz will Bürgermeister in Sulingen werden

So sieht die Startseite für den Internet-Auftritt des Sulinger Bürgermeisterkandidaten Frank Maatz aus. Abrufbar ist sie unter www.frank-maatz.de

Meinerzhagen -  Der kommende Sonntag ist politisch gesehen für die Akteure auf Bundesebene ein Schicksalstag. Mit der Bundestagswahl werden die Weichen für die nächsten vier Jahre gestellt. Doch nicht nur Merkel, Steinbrück, Brüderle und Co. erwarten das Wählervotum mit gespannter Erwartung, sondern auch der Meinerzhagener Beigeordnete Frank Maatz.

Von Horst vom Hofe

Frank Maatz bewirbt sich um das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters in der 12 400 Einwohner zählenden Stadt Sulingen, südlich von Bremen im Landkreis Diepholz gelegen. Seine Kandidatur wird von beiden großen Parteien im dortigen Rat unterstützt: Der SPD, die mit zehn Sitzen die meisten Mandate in der Stadtvertretung hält und der CDU, die mit neun Vertretern zweitstärkste politische Kraft am Ort ist. In parallel durchgeführten Mitgliederversammlungen hatten sich beide Parteien einstimmig für Maatz als Bürgermeisterkandidat ausgesprochen.

Eine vergleichbare Konstellation hatte es für Frank Maatz schon 2009 gegeben. Seinerzeit schickten ihn mit CDU, SPD und den Grünen sogar gleich drei politische Gruppierungen ins Rennen um die Wahl des Bürgermeisters in Warstein. Am Ende aber unterlag er nach einem engagiert geführten Wahlkampf dem bisherigen Amtsinhaber, dem parteilosen und von der dortigen Bürgegemeinschaft unterstützten Bewerber Manfred Gödde. Der darf sich aktuell gerade mit dem Legionellen-Problem in seiner Stadt beschäftigen.

In Sulingen hat es Frank Maatz diesmal mit gleich zwei Konkurrenten zu tun. Beide sind parteilose Bewerber: Dirk Rauschkolb (46), der zurzeit noch als Samtgemeindebürgermeister der Nachbargemeinde Siedenburg tätig ist und Matthias Sonnwald (51), derzeit noch allgemeiner Vertreter des Samtbürgermeisters in Marklohe im Landkreis Nienburg.

Die drei Kandidaten haben sich seit dem Frühsommer einen intensiven, aber nach Einschätzung neutraler Beobachter vor allem auch fairen Wahlkampf geliefert. Regelmäßig pendelte Maatz dafür vor allem an den Wochenenden nach Sulingen. Alle drei Kandidaten werben auch im Internet mit eigenen Auftritten für sich und ihre Ziele (abrufbar auch unter www.sulingen.de, Link Bürgermeisterwahl). Und es gab auch insgesamt fünf gemeinsam bestrittene Podiumsdiskussionen – die letzte erst am vergangenen Donnerstag mit über 250 interessierten Bürgerinnen und Bürgern und viel Beifall für alle drei Teilnehmer.

Einen eindeutigen Favoriten hat bislang auch Carsten Schlotmann, Ressortleiter der Sulinger Kreiszeitung nicht ausmachen können. „Der Wahlausgang ist offen. Es könnte am Ende sogar zu einer Stichwahl kommen, weil keiner der drei Bewerber im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt“, so seine Einschätzung.

Frank Maatz, der im September 2007 vom Rat der Stadt Meinerzhagen einstimmig zum neuen Ersten Beigeordneten als Nachfolger von Wolfgang Kittner gewählt worden war und zum 1. Januar 2008 für eine Wahlzeit von acht Jahren (bis 2016) in dieses Amt kam, hatte die Fraktionsvorsitzenden der Meinerzhagener Parteien und seine Kollegen im Verwaltungsvorstand der Stadt Meinerzhagen im Februar dieses Jahres über die Absicht informiert, sich in Sulingen bewerben zu wollen.

Gegenüber der MZ begründete Maatz diesen Schritt seinerzeit so: „Ich bin in Bruchhausen-Vilsen geboren, das ist eine Sulinger Nachbargemeinde. Durch die Bewerbung habe ich die Chance, wieder in meine Heimat zurückzukehren. Dort habe ich noch Familie und Freunde. In Meinerzhagen komme ich mittlerweile aber auch sehr gut klar, ich kann hier gut arbeiten. Doch das Sulinger Rathaus liegt eine halbe Stunde von meinem Elternhaus entfernt. Beruflich zieht es mich halt wieder in meine Heimat.“

Die Stadt Sulingen, urkundlich erstmals 1029 erwähnt, besteht aus dem Kernort mit rund 10 000 Einwohnern und fünf größeren Ortschaften – Groß Lessen, Klein Lessen, Lindern, Nordsulingen und Rathlosen, die 1974 im Rahmen einer kommunalen Neuordnung eingegliedert wurden. Größter Arbeitgeber ist die international bekannte Firma Lloyd mit rund 500 Mitarbeitern, die in Sulingen täglich rund 7000 Paar Schuhe und Accessoires produziert. Sulingen hat einige prominent gewordene Söhne und Töchter hervorgebracht: So auch die einstige Weltrekordhalterin im Diskuswerfen, die Olympiateilnehmerin Liesel Westermann, die Fußballprofis Michael Schulz und Jan Rosenthal und auch den ehemaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, der 1945 in Sulingen zur Welt kam.

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