Neues Projekt bei der MBG

Sonnen-Strom – vom Dach ins Haus

Gut zu sehen: Auf den beiden Gebäuden rechts wurden die Fotovoltaikanlagen bereits installiert.
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Gut zu sehen: Auf den beiden Gebäuden rechts wurden die Fotovoltaikanlagen bereits installiert.

So funktioniert die Stromversorgung eines Hauses im Idealfall: Auf dem Dach wird eine Fotovoltaikanlage installiert – der damit erzeugte Strom wird direkt in die darunter liegenden Wohnungen weitergeleitet und dort verbraucht. Standard ist das aber noch lange nicht.

Meinerzhagen – In Meinerzhagen wird ein solches Projekt jetzt allerdings umgesetzt – zumindest in weiten Teilen. In den vier Gebäuden, die die Meinerzhagener Baugesellschaft (MBG) im Fröbelkarree zwischen Siepener Weg und Fröbelstraße baut, wird Strom durch Fotovoltaikanlagen auf dem Dach erzeugt und direkt ins Gebäude geleitet. Wenn die Sonne nicht scheint, erfolgt die Versorgung durch Öko-Strom aus dem Netz. Die MBG bezeichnet das als „Mieterstrommodell“.

Nachhaltigkeit ist ein Ziel

„Die MBG hat die Themen Ökologie, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit bereits in den vergangenen Jahren sehr stark bewegt. Man denke hierbei nur an das Investitionsprogramm zur energetischen Sanierung und Modernisierung des Hausbestandes an der Dränkerkampstraße und Haarbrinkstraße. Allein durch die in den vergangenen zehn Jahren getätigten Maßnahmen werden jährlich etwa 275 Tonnen CO2 eingespart“, berichtet Baugesellschafts-Geschäftsführer Oliver Drenkard und fügt hinzu: „Die in diesem Zusammenhang errichteten Fotovoltaikanlagen haben eine Leistung von jährlich etwa 85 000 bis 90 000 Kilowattstunden. Dieser Strom wird komplett in das Netz eingespeist. Die Einsparung in diesem Zusammenhang beträgt etwa 45 Tonnen CO2 pro Jahr“.

Zurück zum Fröbelkarree, wo die vier Wohnblöcke Anfang 2022 fertiggestellt sein sollen. „Dort gehen wir nun einen neuen Weg und errichten eine Fotovoltaikanlage. Dadurch werden pro Jahr etwa 75 000 bis 80 000 Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht dem durchschnittlichen Strombedarf von etwa 30 bis 35 Zwei-Personen-Haushalten“, informiert Oliver Drenkard.

Strom wird im Objekt verbraucht

Das Besondere am Modell beim Fröbelkarree ist, dass der Strom nicht wie sonst üblich in das Netz eingespeist, sondern direkt vor Ort ohne Netzdurchleitung in das Objekt geliefert und verbraucht wird. Drenkard: „Das heißt, wir setzen hier ein echtes Mieterstrommodell um. Es werden zum einen die Allgemeinverbraucher wie Beleuchtung, Wärmepumpentechnik, Aufzugsanlage und so weiter versorgt. Zum anderen kann jeder Wohnungsnutzer über einen eigenen Versorgungsvertrag den regenerativ erzeugten Strom direkt beziehen und in seinen Wohnräumen verbrauchen.“

In der Vergangenheit lag die Schwierigkeit bei der Umsetzung eines solchen Modells laut MBG immer darin begründet, dass ein Wohnungsunternehmen nicht als Energielieferant für Endverbraucher auftreten konnte und durfte. Außerdem habe der MBG die Expertise für die Rolle als Energieversorger gefehlt. Deshalb habe man sich nun einen Partner mit ins Boot geholt, ein Kölner Energie-Start-Up, die Einhundert Energie GmbH. Als digitaler Service-Partner soll diese Firma die MBG beim Anbieten von Mieterstrom an Kunden und Mieter unterstützen. „Konkret schaut dies folgendermaßen aus: Die MBG investiert in die Stromerzeugungsanlagen und errichtet die Fotovoltaikanlagen mit Wechselrichtern und Versorgungsinfrastruktur im Fröbelkarre. Über ein sogenanntes Anlagenpachtmodell nimmt Einhundert Energie den erzeugten Strom ab und stellt ihn den Gebäudenutzern und Mietern sowohl für den individuellen Verbrauch als auch zum Verbrauch in den Allgemeinanlagen gegen ein günstiges Entgelt zur Verfügung. Verbrauchsspitzen oder Lücken in der Eigenstromerzeugung werden durch den Zukauf von regenerativ erzeugtem Strom aus anderen Anlagen ausgeglichen“, erklärt Oliver Drenkard.

Partnerfirma mit im Boot

Einhundert Energie betreut laut Drenkard dabei sowohl in der Bauphase als auch in der Betriebsphase die gesamten Service-Prozesse rund um die Energieerzeugung und Stromlieferung. „Mit dieser Kooperation ist sichergestellt, dass der MBG und den Wohnungsnutzern immer Ökostrom zur Verfügung steht. Ohne Unterbrechung. Entweder vom eigenen Dach oder, wenn die Sonne nicht scheint, aus dem Netz bezogen“, freut sich Drenkard,

Die Vorteile des Fröbelkarree-Projektes fasst Oliver Drenkard so zusammen: „Wir entlasten die Versorgungsnetze durch örtlich und dezentral erzeugten Strom. Die Mieter bekommen Ökostrom, welcher zu 100 Prozent CO2-neutral ist. Der Tarif ist günstig, mindestens 10 Prozent unter dem Grundversorgertarif. Die Abrechnung erfolgt transparent und verbrauchsgerecht über Smart Meter. Ladesäulen beziehungsweise Wallboxen für Elektromobilität werden in der Tiefgarage beziehungsweise im Umfeld des Fröbelkarrees installiert. Die Versorgung erfolgt natürlich mit Ökostrom.“

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