Meinerzhagener Bahnhof soll neu gestaltet werden

Diese Skizze verdeutlicht die geplante städtebauliche Verknüpfung zwischen dem Bahnhofsgelände und der Meinerzhagener Innenstadt unter Einbeziehung des Stadtparks. Geplant sind hier unter anderem auch eine Fußgängerbrücke als Verbindung zur Oberstadt Richtung Weststraße sowie eine Radstation.

MEINERZHAGEN/KIERSPE ▪ Das obere Volmetal mit den Kommunen Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Schalksmühle hat sich zum Ziel gesetzt, über ein „Regionales Integriertes Entwicklungs- und Handlungskonzept“ (RIEHK) eine gemeinsame, nachhaltige Entwicklungsstrategie zu formulieren und in den kommenden etwa zehn Jahre zu verfolgen.

Im Rahmen der Regionale 2013 Südwestfalen erhoffen sich die Beteiligten für ihre verschiedenen, konzeptionell und planerisch aufeinander abgestimmten Einzelvorhaben zweckgebundene Fördermittel seitens des Landes.

Wie berichtet, tagen am kommenden Montag,14. Februar, die Räte der beiden Nachbarstädte Meinerzhagen und Kierspe öffentlich in gemeinsamer Sitzung im Pädagogischen Zentrum der Gesamtschule. Beginn ist um 18 Uhr. Es wird dann um die konkreten weiteren Schritte auf dem Weg zu Erlangung des dritten Sterns und damit der grundsätzlichen Fördermöglichkeit im Rahmen des Regionale-Prozesses gehen.

Ein besonderer Schwerpunkt im Rahmen dieser als modellhaft eingestuften interkommunalen Kooperation sollen gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung der Mobilität in der Region und insbesondere der Ausbau und die Reaktivierung der Volmetal-Eisenbahn sein: „Die Reaktivierung der Bahnlinie ist ein Schwerpunkt für die nachhaltige Entwicklung der Region und eines der wichtigsten Leitprojekte mit der größten regionalen Wirkung. Es unterstützt ganz entscheidend die interkommunale Kooperation und Interaktion“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Sozusagen passgenau ist die Terminierung: Der Personenschienenverkehr soll im Jahr 2013, dem Startjahr auch der Regionale, in einem weiteren Schritt von Marienheide im Oberbergischen Kreis/Rheinland bis Meinerzhagen im Märkischen Kreis/Westfalen fortgeführt werden. Hieran knüpfen auch die im gemeinsamen Projektantrag der vier Volmetal-Kommunen Überlegungen an.

Das Bahnprojekt steht auf der Gesamtliste an vorderster Stelle und genießt insofern oberste Priorität. Dabei will man sich dafür einsetzen, dass die von der Politik zunächst gestoppten Bemühungen für einen tatsächlichen Lückenschluss der Strecke von Meinerzhagen über Kierspe bis nach Lüdenscheid-Brügge wieder aufgenommen werden: „Die Strecke der Volmetalbahn wird weiterhin für den Güterverkehr betrieben. Die Reaktivierung für den Personenverkehr war vor einigen Jahren im Bedarfsplan innerhalb einer Dringlichkeitsstufe platziert. Dieser Status soll gemeinsam und kurzfristig wieder erreicht werden. Als Regionaleprojekt wird gewünscht, die Bahnhofsumfelder (z.B. mit Städtebaufördermitteln) zu qualifizieren. Hierzu gehört auch der Ausbau der Verkehrsstationen zu Radbahnhöfen (z.B. Förderung Radstationen)“ heißt es im Gesamtbericht zum Förderantrag. Und weiter: „Die Reaktivierung der ehemaligen Volmetalbahn wirkt sich auf die touristische wie die wirtschaftliche Entwicklung der Region bedeutsam aus. Eine Anbindung der gesamten Region an das Ruhrgebiet im Norden und an die Rheinschiene im Süd-Westen wird beitragen, den demografischen Wandel zu bewältigen und neue Einwohner und Touristen in die Region zu bringen. Die Stadt Halver kann über eine Bahnverbindung zwischen Halver und Oberbrügge mit der Volmetalbahn verknüpft werden. Zur Realisierung sind besondere Anstrengungen nötig. Im Zusammenhang mit der Reaktivierung der Bahnlinie steht die Errichtung und/oder Qualifizierung der Haltepunkte entlang der Bahnlinie zu alle Verkehrsmittel umfassenden Verkehrsstationen. In diesem Zusammenhang besteht das Ziel, alle Haltepunkte auch mit Radstationen auszustatten.“

Für Meinerzhagen, das in einem ersten konkreten Schritt 2013 mit der fest terminierten Inbetriebnahme des Personenverkehrs Richtung Köln zum Einstiegstor der Bahn zwischen Rheinland und Westfalen wird, ergeben sich zudem besondere städtebauliche Herausforderungen. Dazu heißt es im Förderantrag: „Einer der wichtigsten Aspekte zur Qualifizierung der Innenstadt Meinerzhagen ist die Verbindung zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt. Eine direkte Fußwegverbindung vom Bahnhof zur Innenstadt besteht entlang der stark durch Pkw- und Schwerlastverkehr befahrenen Bahnhofstraße. Eine Verbesserung besteht in der Verbreiterung und Beleuchtung des Gehwegs, dies ist zu prüfen. Der angenehmere Weg kann zukünftig durch den Volkspark führen. Um vom topografisch höheren Niveau des Bahnhofs in den Volkspark zu gelangen, werden ca. 10 bis 12 Meter über einen in den Park führenden und seicht abfallenden Steg überwunden. Auf diesem Weg gelingt ein barrierefreier Zugang in den Park bis zur Volmestraße und die Fußgängerzone. Mit Hilfe eines Parkpflegewerks wird der unter Denkmalschutz stehende Park behutsam in eine der früheren Erscheinung ähnelnde Form gebracht und aufgewertet. Im Zusammenspiel mit (relativ) ruhigen Veranstaltungen im Park – kleine Konzertreihe, Literaturlesungen, Gourmetpicknick – und Freizeitangeboten entsteht ein zentraler Treffpunkt für unterschiedliche Generationen und Nutzer in der Region.“

Bauliche Veränderungen soll es auch im Bereich der eigentlichen Haltestelle/Bahnhof in Meinerzhagen geben. Vorgesehen sind der Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofes, wofür es schon eine konkrete Förderzusage gibt – außerdem die Errichtung und Neustrukturierung von P+R-Plätzen, der Bau einer Radstation sowie der Neubau einer Fußgängerbrücke als Verbindung der Oberstadt (beginnend an der Weststraße) mit dem Bahnhof. ▪ -fe

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