Mietwohnungen sind Mangelware

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Meinerzhagen aus der Luft gesehen: Viele Eigenheime und auch ein erheblicher Bestand an Mietwohnungen prägen das Bild. Doch vor allem Mietwohnraum ist mittlerweile knapp geworden. ▪

MEINERZHAGEN ▪ Verzweifelt gesucht: Mietwohnung für eine junge Familie mit ansprechender Ausstattung in guter Lage. Vor dieser Situation stehen nicht wenige Menschen, die in Meinerzhagen arbeiten und leben wollen. Nachfrage und Angebot befinden sich offenbar seit längerem nicht mehr in Einklang – ganz anders als im Bereich des Eigenheimbaus, für den es im Stadtgebiet noch viele freie Grundstücke gibt.

Eine MZ-Leserin hat der Redaktion ihre Eindrücke geschildert und unsere Recherchen zum Thema ausgelöst. Die Frau hat nach ihren Angaben seit längerer Zeit mitverfolgt, dass Leute aus ihrem Bekanntenkreis intensiv, aber vergeblich nach einer Wohnung suchen – ein Paar sogar schon seit fünf Jahren. Ihr Eindruck: „Wohnungen mit gehobenem Standard sind in Meinerzhagen offenbar Mangelware.“

Schon der Blick auf die Angebote einschlägiger Immobilien-Anbieter im Internet scheint diese Einschätzung zu bestätigen: So finden sich unter http://www.immobilienscout24.de aktuell zwar 25 Angebote für Mietwohnungen in Meinerzhagen. Doch es handelt sich dabei in der Mehrzahl um kleinere Wohnungen mit maximal drei Zimmern. Größere Wohnungen für Familien mit einer Fläche von rund 100 Quadratmetern sind dagegen rar. „Wir können in diesem Bereich derzeit keine einzige Wohnung aus unserem Bestand anbieten“, informiert auf Nachfrage der MZ Oliver Drenkard, Geschäftsführer der Meinerzhagener Baugesellschaft (mbg). Mit einem Bestand von rund 1500 Mietwohnungen ist die mbg der mit Abstand größte Immobilienanbieter auf dem regionalen Wohnungsmarkt.

Mit einem Leerstand von aktuell unter zwei Prozent verzeichnet die Baugesellschaft schon seit längerer Zeit einen historisch niedrigen Wert. Und es handelt sich nach Angaben Drenkards überwiegend um kleinere, 2-Zimmer-Wohnungen, die frei sind. Da gab es ganz andere Zeiten: Nachdem durch eine erhebliche Kraftanstrengung nicht zuletzt in Regie der Baugesellschaft in den 50er und 60er Jahre der zunächst und lange herrschende akute Wohnungsmangel beseitigt werden konnte, gab es beginnend Mitte der 1970er Jahre eine gegenläufige Entwicklung. Der Leerstand an Mietwohnungen kletterte zeitweilig in den zweistelligen Prozentbereich.

Auch der in Meinerzhagen ansässige Immobilienmakler Klaus Friebe bestätigt gegenüber der MZ: „Die Angebotslage ist derzeit dünn. Es gibt einen Markt vor allem für größere Wohnungen.“ Trotz derzeit niedriger Bauzinsen, kann nicht jeder seinen Wunsch nach attraktivem Wohnraum durch Hausbau oder -kauf realisieren. Das hat auch die Meinerzhagener Baugesellschaft im Blick. Zuletzt entwickelte sich die Vermarktung der Wohnungen am Prumbomweg zum echten Renner. Doch hier ging es insbesondere um Wohnraum für ältere Menschen.

„Wir sehen die Nachfrage und wollen uns engagieren“, so mbg-Geschäftsführer Oliver Drenkard im Gespräch mit der MZ. Aktuell werden im Neubaugebiet Werlsiepen in der dort entstandenen Wohnanlage mit fünf Reiheneigenheimen von Investoren auch neue Mietwohnungen geschaffen. Der Bebauungsplan für Werlsiepen sieht auch Grundstücke für Mehrfamilienhäuser vor. „Wir überlegen konkret, ob wir hier weiteren Mietwohnraum schaffen können’“, kündigt Drenkard zielgerichtetes Engagement an. ▪ -fe

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