Fair-Trade-Stadt liegt ad acta

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Meinerzhagen wird offenbar auch weiterhin nicht zu den fast 500 bundesdeutschen Städten gehören, die mit dem Fair-Trade-Siegel ausgezeichnet sind.

Meinerzhagen - Fast 500 Städte und Gemeinden in Deutschland tragen mittlerweile das Fair-Trade-Siegel. Sie dokumentieren damit ihre Unterstützung des sogenannten fairen Handels für Landwirte in aller Welt. Nach mehr als zweijähriger Anlaufzeit steht nun fest: Meinerzhagen wird weiterhin nicht dazu gehören.

„Das Projekt liegt zunächst einmal auf Eis“, sagte Ingolf Becker von Bündnis 90/Die Grünen am Mittwoch auf Anfrage der MZ. Seine Fraktion hatte, wie berichtet, im April 2015 beantragt, dass sich die Stadt um eine Zertifizierung mit dem Siegel des fairen Handels bemühen solle. Mehrheitlich stimmte der Rat zu, doch geschehen ist bislang so gut wie nichts.

Dabei hatte Bernd-Martin Leonidas, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, noch im Januar dieses Jahres optimistisch geklungen: Im Rahmen einer Veranstaltung mit einem Referenten des Vereins Transfair sollten Einzelhändler, aber auch Firmen über die Anforderungen des Siegels informiert werden. Allerdings, so ist zu hören, kam es in Vorbereitung auf diese Veranstaltung erneut zu Diskrepanzen zwischen der Steuerungsgruppe „Fair Trade Town“, die vom Rat eingesetzt wurde, und der Stadtverwaltung. Dabei waren die Beteiligten offenbar unterschiedlicher Auffassung, welche Unternehmen direkt angesprochen werden könnten. Mehrere Teilnehmer hätten die Steuerungsgruppe daraufhin verlassen.

Aus welchen Gründen das Projekt „Fair Trade Stadt“ nun tatsächlich auf Eis gelegt wurde, wollte Ingolf Becker gestern nicht näher kommentieren. „Aber natürlich bedauere ich, dass wir immer noch nicht weitergekommen sind“, sagte der Fraktionssprecher der Meinerzhagener Grünen.

Ganz abgeschrieben hat Becker die Zertifizierung übrigens noch nicht: „Wir wollen im Herbst einen neuen Anlauf versuchen und dann schauen, ob wir das Siegel nicht doch noch erhalten können.“

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