Vorbereitung auf "neues kommerzielles Zentrum"

Mehr Platz für Autos: Stadt schlägt Parkhaus vor

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Der Parkplatz Kapellenweg: Hier, zwischen Sparkasse und Multimedicum (im Hintergrund), plant die Stadt ein Parkhaus.

Meinerzhagen - Ein Projekt, das viele Autofahrer freuen dürfte, wird in der kommenden Woche erstmals öffentlich diskutiert: Auf der Fläche des Parkplatzes Kapellenweg soll ein Parkhaus entstehen – das zumindest schlägt die Verwaltung in einer Beschlussvorlage vor, die am 16. Juni dem Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt (PSVU) präsentiert wird

„Es geht uns zunächst darum, das politische Plazet zu erhalten, um die weiteren Planungen vornehmen zu können“, sagte Fachbereichsleiter Friedrich Rothaar im Gespräch mit der MZ. Und so stünden Details zu Höhe und genauen Abmessungen auch noch nicht fest. 

Doch der Wille, den Parkdruck aus der Innenstadt zu nehmen, ist offenbar groß, auch mit den anliegenden und zwangsläufig zu beteiligenden Grundstückseigentümern Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen und Baugesellschaft sind erste Gespräche offenbar bereits geführt worden. „Möglich wäre etwa eine Kooperation in Form einer PPP-Maßnahme (Anm. d. Red.: Public Private Partnership).“ Allerdings bestünde hierzu noch Abstimmungsbedarf. 

Für Bau an Stadthalle fallen 130 Plätze weg

Warum aber ein Parkhaus, wenn in der Vorlage davon die Rede ist, dass es „grundsätzlich ein angemessenes Angebot an öffentlichen Stellplätzen“ gebe? Die Antwort liegt einige hundert Meter weiter nördlich: Bekanntlich soll an der Stadthalle ein „neues kommerzielles Zentrum“ entstehen, für dessen Bau die 130 angrenzenden Stellflächen vorübergehend nicht zur Verfügung stehen werden.

„Mindestens bis zur – einige Zeit in Anspruch nehmenden – Fertigstellung des Neubauprojekts mit dann darin integrierten neuen Stellplätzen wird in der Innenstadt ein erhöhter Bedarf dafür bestehen“, heißt es in der Projektvorstellung der Verwaltung. 

Blick auf den Parkplatz Kapellenweg.

Die Lösung wäre ein „mehrstöckiges Parkhaus“, das genau dort steht, wo sich jetzt zwischen Sparkasse und Multimedicum der frequentierte Parkplatz für Besucher des Ärztehauses oder der Fußgängerzone befindet. 

Aber auch die Fläche des Sparkassen-Parkplatzes würde genutzt – wodurch die Einbeziehung des Geldinstituts in die Pläne obligatorisch ist. Und: Mit dem Parkhaus ließe sich nicht nur – auch langfristig – Parkraum schaffen, sondern auch eine Lücke im „Innenstadtgefüge“ schließen, wie es in der Vorlage weiter heißt. 

"Fassadengestaltung wichtig"

Wichtig sei jedoch eine „ansprechend und qualitätvolle Fassadengestaltung“. Auf wie vielen Ebenen am Ende Parkplätze entstehen, sei noch offen, erklärte Friedrich Rothaar auf Anfrage. „Hier sind verschiedene Modelle möglich, etwa auch eine versetzte Anordnung der Ebenen, wie bei sogenannten Parkpaletten.“ 

Feststehe indes, dass das Gebäude insgesamt nicht höher als die benachbarte Sparkasse beziehungsweise das Multimedium errichtet werden dürfe. 

Bebauungsplan muss angepasst werden

Noch ist indes auch das nicht möglich, denn: Für den Bau eines Parkhauses besteht an dieser Stelle momentan kein Baurecht. Es gilt immer noch ein Bebauungsplan, der auf den 1960er-Jahren erstellten Stadtgestaltungsplänen basiert. 

Damals war an dieser Stelle ein dreigeschossiger, schmaler „Flachdach-Gebäuderiegel“ entlang der Volmestraße geplant. Diese Vorgaben würden ein Parkhaus grundsätzlich zwar erlauben, aber nicht in einem heutzutage erforderlichen Maße. 

Daher muss die Politik über eine entsprechende Änderung des Bebauungsplans entscheiden – wovon auch die Fußgängerzonen Derschlager Straße und Zur Alten Post betroffen wären. 

Die Verwaltung will sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und künftig auch die Regelungen unter anderem zu den überbaubaren Grundstücksflächen und der Gebäudegestaltung ändern – wobei der Fortbestand der dort noch vorhandenen, historisch gewachsenen städtebaulichen Strukturen sichergestellt bliebe. 

Auch Einzelhandel soll profitieren

Wo es jedoch möglich ist, könnten für Gebäude an der Derschlager Straße Anbaumöglichkeiten geschaffen werden, um auch dem Bedarf von großflächigem Einzelhandel mit bis zu 5000 Quadratmetern Verkaufsfläche gerecht zu werden. 

Für das alles ist jedoch ein Aufstellungsverfahren notwendig, in dessen Rahmen auch eine Umweltprüfung vorgenommen werden muss. Am Dienstag wird zunächst der PSVU und am 22. Juni der Rat über das weitere Vorgehen entscheiden.

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