Tierärztin berichtet über Fälle in Meinerzhagen

Infektionen im MK: Mutiertes Coronavirus bei Katzen nicht neu

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), die durch ein mutiertes Coronavirus ausgelöst wird, ist für Katzen tödlich (Symbolbild).
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Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP), die durch ein mutiertes Coronavirus ausgelöst wird, ist für Katzen tödlich (Symbolbild).

Das Coronavirus aus China hat Europa und NRW erreicht. Der Märkische Kreis scheint hingegen (noch) „Corona-frei“ zu sein. „Stimmt nicht ganz“, sagt Tierärztin Dr. Viktoria Alberts.

  • Ein mutiertes Coronavirus, das die Krankheit FIP auslöst, hat offenbar für Todesfälle bei Katzen gesorgt.
  • Das berichtet eine Tierärztin aus Meinerzhagen im Märkischen Kreis.
  • Über eine Übertragung von Katzen auf Menschen sei aber nichts bekannt.

Meinerzhagen - Ein mutiertes Coronavirus hat im Märkischen Kreis (NRW) Todesopfer unter Tieren gefordert: "Mit FIP infizierte Katzen sterben daran. Ich hatte solche Fälle auch bei mir in der Praxis", berichtet Tierärztin Dr. Viktoria Alberts aus Meinerzhagen.

FIP gibt es schon seit längerer Zeit. Die Buchstaben stehen für Feline Infektiöse Peritonitis, ausgelöst von einem mutierten Coronavirus.

Corona-Virenstamm: Tiere haben bei Verbreitung eine Rolle gespielt

Dr. Alberts gibt jedoch gleich Entwarnung: "Eine Übertragung von Katzen auf Menschen ist mir nicht bekannt. Man sollte jetzt in dieser Beziehung keine Panik verbreiten."

Dafür allerdings, dass bei der Verbreitung des auf Menschen übertragbaren Corona-Virenstamms auch Tiere eine Rolle gespielt haben, gibt es Anzeichen. 

Das Robert-Koch-Institut informiert: „Man nimmt an, dass der Vorläufer des SARS-CoV-2 von Wildtieren stammt. Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die ersten Patienten Anfang Dezember auf einem Markt in Wuhan angesteckt haben, der am 1. Januar 2020 geschlossen wurde.“ Verkauft wurden dort Tiere. 

Infizierte Katzen sterben: Stress kann FIP auslösen

Für Menschen scheinbar ungefährlich, für Katzen in den meisten Fällen das Todesurteil: FIP verursacht eine Bauchfellentzündung. 

"Relativ viele Katzen sind mit dem Virus infiziert, oft taucht es auch bei Rassekatzen auf", weiß Dr. Alberts. Sie hat festgestellt, dass Stress dabei eine Rolle spielt. Zwei Tiere seien von ihren neuen Haltern aus dem Tierheim geholt worden, bei beiden habe sie anschließend FIP diagnostiziert. 

Die Ärztin ist der Ansicht, dass der "Umzugsstress" ein Faktor war, der den Ausbruch der Krankheit gefördert hat. Beide Tiere starben übrigens. 

Impfung kann Tiere vor nicht anzeigepflichtiger Krankheit schützen

Gegen FIP gebe es allerdings eine Impfung, berichtet Dr. Alberts. "Die soll die Darmschleimhaut der Tiere schützen, sie ist allerdings extrem teuer. Und die Wirksamkeit ist nicht bewiesen", informiert die Tierärztin. 

Als Seuche möchte sie FIP nicht einstufen. Und die Feline Infektiöse Peritonitis sei darüber hinaus auch nicht anzeigepflichtig

Beim Märkischen Kreis hält man sich zurzeit bedeckt, was die Möglichkeit einer Übertragung des Virus' von Tieren auf Menschen angeht. "Dazu liegen uns keine Informationen vor", hieß es.

In NRW gibt es den ersten Fall von Coronavirus bei Menschen. Aktuelle Infos dazu hier.

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