Krimipräsentation in der Knochenmühle

Vanessa Eiser, Anika Samson, Miriam Bären, Marc Pelzer, Christa Lehmann, Birte Hanzen und Kaddy Sendermann (von links) lasen Ausschnitte aus der Krimiliteratur und sorgten für Gänsehautgefühl. -  Fotos: Müller

Mühlhofe - Es gab keine Erlösung! Denn jedes Mal, wenn die Spannung gerade ihren Höhepunkt erreichte, endete die Lesung eines Ausschnitts aus der Krimiliteratur: „Knochentrocken“ – wie es das Motto des Abends verlangte. Der Stadtmarketingverein hatte mit Unterstützung der Sparkasse Kierspe-Meinerzhagen für Samstag zur ersten Veranstaltung der Reihe „Kunst in der Mühle“ eingeladen, und rund 35 Krimifans hatten sich dazu am Abend in der Knochenmühle eingefunden.

Der Künstler Kai Mönnich, der seit einigen Jahren in Piene lebt, als Regisseur, Schauspieler und Moderator arbeitet und an der „Akademie deutsche POP“ in Köln angehende Sprecher unterrichtet, hatte sieben Absolventen seiner Kurse mitgebracht, die Passagen aus Kriminalromanen der eigenen Wahl lasen. Das Frösteln, das sich dabei bei einigen Zuhörern einstellte, war nicht nur den kühlen Temperaturen im alten Gemäuer der Knochenmühle geschuldet, die sich als hervorragendes Ambiente für eine solche Lesung erwies.

Zum Auftakt stellte Kaddy Sendermann den Roman „Das Geheimnis des weißen Bandes“ vor, mit dem Bestsellerautor Anthony Horowitz Arthur Conan Doyles Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu neuem Leben erweckt hat, der gemeinsam mit seinem Partner Dr. Watson im Mordfall des zu Tode gefolterten Straßenjungen Ross ermittelt.

Ein Dialog zwischen Mrs. Hubbard und Hercule Poirot, aus Agatha Christies „Mord im Orientexpress“ wurde von Miriam Bären vorgetragen, bevor die Zuhörer eine Weltpremiere erlebten. Denn der Krimi „Dianoia“, in dem der Protagonist Simon in eine beklemmende Situation zwischen Wahn und Wirklichkeit gerät, wurde vom Vortragenden Marc Pelzer selbst geschrieben und an diesem Abend zum ersten Mal vorgestellt. Wer wissen will, wie die atemberaubende Geschichte ausgeht, wird sich gedulden müssen, denn das Buch soll erst im ersten Quartal des kommenden Jahres erscheinen.

Vanessa Eiser ließ die Gänsehaut der Zuhörer noch ein wenig dicker werden mit einem Ausschnitt aus dem Psychothriller „Shutter Island“ des US-Amerikaners Dennis Lehane. Er wurde von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle verfilmt. Bei Teddy Daniels Ermittlungen im Jahre 1954 auf einer Insel mit einem Spezialgefängnis für geistesgestörte Schwerverbrecher verdichtet sich der Verdacht, dass dort Experimente an geisteskranken Kriminellen vorgenommen werden.

Nach der Pause, in der sich die Krimifans mit Glühwein aufwärmen konnten, ging genauso spannend weiter, als Anika Samson mit ihrem Vortrag zeigte, wie geschickt der Norweger Jo Nesbø in seinem Thriller „Koma“ Spannungsbögen aufbaut.

Den grausigen Fund eines toten kleinen Mädchens schildert Martha Grimes in ihrem Roman „Karneval der Toten“, in dem sie Kindesmissbrauch thematisiert. Birte Hanzen führte die Zuhörer mit Inspektor Jury zum Schauplatz des Verbrechens. Richtig gruselig wurde es beim Vortrag von Christa Lehmann, die aus der Kurzgeschichte „Der Bote“ von Ray Bradbury las, den sie wegen seiner visuellen Kraft besonders liebt. Mit der atmosphärisch dichten unheimlichen Geschichte eines bettlägerigen Jungen und seines Hundes Doc schlug sie eine Brücke zur nächsten Veranstaltung von „Kunst in der Mühle“, die am kommenden Samstag ab 19.30 Uhr stattfindet. Passend zu Helloween werden dann Ausschnitte aus Gruselgeschichten gelesen. Kai Hönnichs Rat für Gruselfans: Unbedingt eine wärmende Decke mitbringen.

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