Spitzenreiter bei Kreisverkehren

Sie sind schon von ihren Ausmaßen her deutlich als Kreisverkehre zu erkennen: Die beiden Kreisel (hier am Schützenplatz, ein weiterer an der Trotzenburg) an der Südumgehung. -  Foto: Helmecke

Meinerzhagen - „Sie sind eine gute Lösung, den Verkehr an Kreuzungen möglichst konfliktfrei zu lenken.“ Mit dieser Aussage bringt der Leiter der Meinerzhagener Polizeiwache Michael Stumpe die Vorteile der Kreisverkehre gegenüber den „herkömmlichen Kreuzungen“ auf den Punkt.

Dass er und seine Kollegen dieses fundiert beurteilen können, liegt vor Ort auch an einem ganz besonderen Umstand: In Meinerzhagen gibt es nämlich von allen acht Städten des Südkreises die meisten Kreisel.

In insgesamt fünf von ihnen läuft es dort genauso rund, wie in den restlichen anderen elf der übrigen Kommunen. Dabei unterscheiden sich die Meinerzhagener Kreisverkehrsplätze – so die behördlich korrekte Bezeichnung – doch erheblich voneinander. Während die beiden an der Südumgehung recht stattliche Ausmaße haben, geht es bereits am Siepener Weg eine „Nummer kleiner“ zu. Ein vierter Kreisel befindet sich am oberen Ende der Talstraße. Ein „Mini-Kreisel“, der von den Ortsunkundigen häufig überhaupt nur durch die Beschilderung wahrgenommen wird, befindet sich im Ebbedorf an der Haaner Straße/K7. 

Die ersten Kreisverkehre gab es bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie wurden in New York 1904 am Columbus Circle, sowie 1907 in Paris rund um den Arc de Triomphe eingerichtet.

Auch in Deutschland waren Kreisverkehre in der Nachkriegszeit zunächst gang und gäbe. Wegen unterschiedlicher Bewertungen der Experten über die notwendigen Vorfahrtsbeschilderungen (ohne Schilder gilt im Kreisverkehr rechts-vor-links), gerieten die Kreisverkehre zunehmend in Vergessenheit. An ihre Stelle traten häufig ampelgeregelte Kreuzungen.

Erst mit der Änderung der StVO im Jahr 2000 erhielten die Kreisel wieder neuen Aufwind. Seitdem sorgen die entsprechenden Verkehrszeichen bei den meisten Kreisverkehren ganz einfach für die Lenkung die Fahrzeugströme: Wer „drin“ ist hat Vorfahrt, wer „rein“ will muss warten und wer „raus“ will muss blinken. Eigentlich recht simpel, aber dennoch längst nicht von allen Verkehrsteilnehmern verinnerlicht.

Der ADAC hat kürzlich eine repräsentative Stichprobe durchgeführt, an der 1008 deutschsprachige Autofahrer ab 17 Jahre mit gültigem Führerschein teilgenommen haben. Etwa die Hälfte der theoretischen Fragen rund um Verkehrsregeln und Fahrverhalten beantworteten die Teilnehmer richtig. Zu Fragen nach der Vorfahrt im Kreisverkehr kamen aber 86 Prozent falsche Antworten. Beruhigend: Beim praktischen Teil (Prüfungsfahrten) gelang 83 Prozent der Interviewten eine fehlerfreie Aufgabenlösung.

Gegenüber den üblichen Kreuzungen ist häufig eine wichtige Voraussetzung für einen Kreisverkehr nicht gegeben: Die ausreichenden Platzverhältnisse. Ein Faktor, der auch bei der Planung der Kreuzungsbereiche der Südumgehung zur A 45 und zur B 54/L 539 eine Rolle gespielt hat.

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