Gedenkfeiern am Volkstrauertag

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Am Ehrenmal an der Heerstraße wurden ebenfalls Kränze niedergelegt. ▪

MEINERZHAGEN/VALBERT ▪ Der Himmel war wolkenverhangen, es regnete. Heute Morgen nahmen dennoch viele Meinerzhagener, Listertaler und Valberter an den Gedenkveranstaltungen teil, um am Volkstrauertag der Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen zu gedenken.

Zur größten Veranstaltung am Ehrenmal an der Heerstraße waren wieder Abordnungen von Schützengesellschaft, Reservistenkameradschaft, Feuerwehr, Rotem Kreuz, der Stadt, der Ratsfraktionen und viele andere Vertreter von Vereinen und Gruppen des öffentlichen Lebens gekommen. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde vom MGV Volmequelle Scherl und dem Jugendblasorchester. Für die Stadt legten Bürgermeister Erhard Pierlings und sein Stellvertreter Volkmark Rüsche einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder, gemeinsam mit Helmut Benninghaus (UWG) und Rolf Puschkarsky (SPD).

Die Ansprache hielt in diesem Jahr Pastor Detlef Kühne von der Freien evangelischen Gemeinde. Er erinnerte an die Leiden von Millionen Menschen während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und appelliert: „So etwas darf es nie wieder geben.“ Und er fügte hinzu: „Ich glaube wir stehen vor einer großen Herausforderung. Der Herausforderung, die Erinnerung wach zu halten.“ Gottes Wort sei darüber hinaus ein Aufruf für die Menschen, für Gerechtigkeit zu sorgen, Leben zu schützen und wert zu achten – egal in welchen Bereichen unserer Gesellschaft und unserer Welt. „Ich trauer auch um alle, die – obwohl sie schwach sind und unseren Schütz bräuchten – allein gelassen werden“, fügte Pastor Kühne hinzu.

Zuvor hatte sich eine kleine Abordnung am Gedenkstein für die ermordeten jüdischen Mitbürger eingefunden. Dort ging Pastor Kühne auch auf die momentane Kriegs-Situation in Israel ein. Es sei eine Tragödie, dass diese Region nicht zur Ruhe käme und dort kein Frieden einkehren könne. „Nicht nur als freier Bürger in einer offenen Gesellschaft, nicht nur als Demokrat, sondern auch als Christ fühle ich mich den Menschen jüdischen Glaubens tief verbunden“, so Pastor Kühne. Darüber hinaus kritisierte er die Diskussionen darüber, ob in Meinerzhagen Stolpersteine zum Gedenken der Mitbürger angebracht werden sollen, „die Opfer des unmenschlichsten Regimes wurden, das es je auf deutschem Boden gab“.

Ortsvorsteher Fred Oehm benannte in seinen Ansprachen die Umstände des Entstehens der beiden Weltkriege. Die vielen Toten seien „Opfer der Politik“ geworden; wobei jenen, die den Kriegsdienst verweigerten, die standrechtliche Erschießung drohte, günstigstenfalls der Abtransport in ein KZ. „Auf Wehrkraftzersetzung stand der Tod, im Lager dauerte er nur etwas länger.“

In Hunswinkel waren der Löschzug 4 Haustadt der Freiwilligen Feuerwehr zum Gedenken angetreten sowie eine Abordnung des Schützenvereins zur Listertalsperre. Deren Vorsitzender Reiner Hudetz gedachte auch jener Soldaten und Diensttuenden, die in den gegenwärtigen kriegsähnlichen Auseinandersetzung im Ausland bereits ihr Leben ließen. Bei der Feier mit Kranzniederlegung unter den Gedenktafeln des Ehrenmals setzte das Jugendblasorchester den musikalischen Rahmen.

Die Meinhardus-Musikanten taten dies auf dem Valberter Soldatenfriedhof. Dort waren neben den Abordnungen der Vereine auch etliche Gottesdienstbesucher zugegen. Der Vorsitzende des Schützenvereins, Dominik Busch, fand deutliche Worte: „Es ist keine Ehre, für ein Vaterland zu sterben.“ Für die Geistlichkeit sprach Pater Clemens, und die Geschwister Hinrichs trugen ein selbstverfasstes Friedensgedicht vor. ▪ beil/fsd/as

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