UWG fordert Radverkehrskonzept

Meinerzhagen - Die sichere und schnelle Fahrt von A nach B auf dem Fahrrad? In Meinerzhagen ist diese für viele Radler selbst ohne die derzeitigen Schneehöhen kaum möglich – das sieht auch die UWG so, die daher ein Radverkehrskonzept fordert und daher einen entsprechenden Antrag für die nächste Ratssitzung gestellt hat.

Hintergrund ist laut dem Fraktionsvorsitzenden Raimo Benger der steigende Bedarf an Fahrradwegen auch in bergigen Regionen wie dem Sauerland. Stichwort: Pedelecs. Durch die elektrisch angetriebenen Fahrräder sei auch in Meinerzhagen in den zurückliegenden Jahren ein Anstieg des Radverkehrs erkennbar gewesen. „Die Infrastruktur ist aber nicht dafür ausgelegt, eine größere Zahl Radfahrer aufzunehmen und diesen die Gewissheit zu vermitteln, sicher und zügig ans Ziel zu kommen“, heißt es in dem Antrag. Dabei würde eine Förderung des Radverkehrs nicht nur der Gesundheit jedes Einzelnen nutzen, sondern auch die Lärm- und Umweltbelastung reduzieren. Sowohl Bürger als auch Radtouristen würden profitieren und ein Alleinstellungsmerkmal in der Region vorfinden. Dafür müssten aber die wichtigsten Ziele der Stadt „sicher, zügig und mit geringer Kraftanstrengung erreicht werden können“.

Hohes Risiko auf verkehrsreichen Straßen

Insbesondere die stark befahrenen Straßen B54 (Oststraße), L323 (Derschlager Straße/Volmestraße) und L528 (Bahnhofstraße/Weststraße) würden hohe Risiken bergen. Die Nutzung von Nebenstrecken könne sicherer sein, sei aber mit Umwegen/Steigungen verbunden, so dass die meisten Ausweichstrecken für den Alltagsverkehr nicht geeignet sind. Die vorhandenen und noch geplanten Radwege sehen die Unabhängigen positiv, sie würden aber nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

Kritik an Routen im Radverkehrsnetz

Kritisch sieht die UWG das mittlerweile ausgeschilderte regionale Radverkehrsnetz, das die Radler auf teils ungeeignete Strecken schicke. „ So werden Radfahrer über die Bergstraße und den Löher Weg geschickt, und damit auf Streckenabschnitte, die im Stadtgebiet wohl die größte Steigung aufweisen. Radfahrer nach Herscheid werden über Willertshagen und die Grundlose geschickt und müssen unter Umständen feststellen, dass sie sich für den falschen Typ Fahrrad entschieden haben.“

Es gibt für den Radverkehr in Meinerzhagen allenfalls Teillösungen, ein umfassendes Konzept fehlt. Und so erinnert die UWG an einen Antrag vom 23. Mai 2016, als die SPD-Fraktion um Prüfung auf Erweiterung des Radwegenetzes bat. Zu einem umfassenden Radverkehrskonzept habe dieser Antrag aber nicht geführt, meint Raimo Benger, der daher ein Radverkehrskonzept nach der Richtlinie ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) aus dem Jahr 2010 vorschlägt, das das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bundes- und Landstraßen eingeführt und den Kommunen zur Anwendung empfohlen hat. Darin wird detailliert aufgezählt, welche Kriterien bei der Wahl der Radwege gelten sollten und wie konkret vorzugehen ist. Möglichkeiten der Finanzierung sieht die UWG durch verschiedene Förderprogramme, die für den Radwegebau zur Verfügung stünden.

Mit dem Thema soll sich nun am 20. Februar der Rat befassen – und gegebenenfalls bereits zuvor der Ausschuss für Planung, Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt.

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