Einbrüche: „Die Stadt ist eine Einladung“

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Die Polizei führt regelmäßig Kontrollen im Stadtgebiet durch. Im Rahmen der Kampagne „Mobile Täter im Visier“ wird hier auch gezielt nach Bandenmitgliedern gesucht, die auf Einbrüche spezialisiert sind.

Meinerzhagen - Eine Meinerzhagenerin fühlte sich in der Innenstadt nicht mehr sicher. Deswegen zog sie die Notbremse.

„Ich habe in der Innenstadt gewohnt. Mein Haus habe ich jetzt verkauft. Das war kaum noch auszuhalten. Mehrmals wurde bei mir Zuhause versucht, die Jalousien aufzuhebeln und einzubrechen. Damit konnte ich nicht mehr leben.“

Die Frau, die deswegen die „Notbremse“ zog und wegzog, wusste sich nicht mehr anders zu helfen, um ihre Angst vor Einbrechern in den Griff zu bekommen.

Doch ein Ende der Einbrüche ist scheinbar nicht in Sicht. Nach den Taten in Hösinghausen – hier schlugen Unbekannte jüngst zweimal zu –, Am Sonnenhang, in Herringhausen und an der Brahmsstraße meldete die Polizei am Mittwoch den nächsten Einbruch: „Am 3. Januar gegen 19.15 Uhr drangen zwei unbekannte Täter in ein Wohnhaus an der Pestalozzistraße ein. Sie hebelten ein Fenster auf und verschafften sich so Zutritt zu den Wohnräumen. Ein Bewohner einer anliegenden Wohnung wurde auf die Geräusche aufmerksam und überraschte die Täter. Er sprach die Männer an, diese flüchteten sofort. Beide Täter waren etwa 1,80 Meter groß und sportlich. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Hinweise nehmen die Beamten der Wache Meinerzhagen unter der Rufnummer 0 23 54/9 19 90 entgegen.“

Dass Meinerzhagen im Märkischen Kreis, gemeinsam mit Lüdenscheid, ein Brennpunkt in Sachen Einbruchsdiebstahl ist, weiß auch Oberkommissar Marcel Dilling von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde. Von einer Einbruchsserie mag er in Bezug auf die Volmestadt aber nicht sprechen: „Das ist in jedem Jahr dasselbe. In der dunklen Jahreszeit häufen sich diese Taten. Und in Meinerzhagen und Lüdenscheid ist es halt so, dass die Täter durch die nahe Autobahn schnell da und auch wieder weg sind.“

Bei der heimischen Polizei, so Dilling, gebe es deshalb auch eine Ermittlungskommission, die sich gezielt um Einbrecher „kümmere“. „Auch diese Kollegen wissen, dass Meinerzhagen von der topographische Lage her eine Einladung für Einbrecher darstellt. Allerdings zeigt die aktuelle Statistik, dass die Taten auch in Meinerzhagen rückläufig sind. Da täuscht der aktuelle Eindruck wegen der Häufung der Taten ein wenig“, erläutert Dilling und fügt hinzu: „Auch wir beteiligen uns an der landesweiten Polizeikampagne ,mobile Täter im Visier’, in deren Rahmen Kontrollen beispielsweise im Bereich der Autobahn- Zu- und -Abfahrten stattfinden und auch Streifenfahrten im Stadtgebiet. Überall können wir natürlich nicht sein“, schließt er einen hundertprozentigen Schutz der Bevölkerung vor Einbrechern aus.

Den jüngsten Fall an der Pestalozziastraße hält Dilling allerdings, was das Verhalten der Nachbarn angeht, für vorbildlich: „Eine aufmerksame Nachbarschaft ist der beste Schutz.“ Sobald Anwohnern etwas auffalle, wie etwa ein langsam fahrendes Auto in Wohngebieten oder „der dunkel gekleidete Typ, der um die Ecke schleicht“, sollte zum Telefon gegriffen und die Nummer 110 gewählt werden. „Da muss auch niemand Angst haben, dass er Ärger bekommt, wenn sich sein Tipp als nicht relevant herausstellt. Im Gegenteil: Wir sind froh, wenn wir solche Hinweise bekommen, von denen auch schon so mancher dazu geführt hat, einen Täter zu erwischen.“ Einen Rat hat der Oberkommissar aber darüber hinaus für alle Bürger: „Niemals selbst eingreifen und versuchen, den Einbrecher zu stellen. Dafür haben wir Personal, das sich mit so etwas auskennt. Selbst seine Gesundheit aufs Spiel zu setzen, das macht keinen Sinn.“

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