Brief-Massen zur Europawahl

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Stimmabgabe im Amt statt im Wahllokal: Immer mehr Meinerzhagener entscheiden sich für die Briefwahl.

Meinerzhagen - Wenn am Sonntag die Europawahl ansteht, wird auch für viele Meinerzhagener der Urnengang zum traditionellen Sonntagsritual gehören. Doch längst nicht alle Wähler setzen auf das Kreuzchen „vor Ort“. Bereits jetzt deutet sich ein neuer Rekord bei der Zahl der Briefwähler an

„Wir haben Anfang der Woche schon mehr Briefwahlzettel gehabt als zum gleichen Zeitpunkt bei den vergangenen Wahlen“, sagt Helmut Klose, Fachdienstleiter „Zentrale Dienste“. Am Montag waren es bereits etwas mehr als 2000 Briefwahlunterlagen, die im Bürgerbüro sortiert und gesammelt werden, am Mittwoch dann schon 2595. Dass die Werte der zurückliegenden Wahlen getoppt werden, ist also mehr als wahrscheinlich. 

Zum Vergleich: Bei der Europawahl 2014, die parallel zur Kommunalwahl stattfand, machten 2620 Meinerzhagener ihr Kreuzchen per Briefwahl, zur Landtagswahl 2017 waren es 2629. Ob sogar der Spitzenwert von der Bundestagswahl 2017 erreicht wird, zeigt sich erst am Sonntag: Damals gaben 3778 Bürger ihre Stimme per Briefwahl ab. „Der jetzige Wert ist für eine Europawahl durchaus gut. Und in der letzten Woche kommt ja noch mal der letzte Schwung“, sagt Gundula Klotz, Leiterin des Bürgerbüros, die zum siebenköpfigen Wahlteam der Stadtverwaltung zählt. 

In einem Hinterzimmer lagern hunderte von Dokumenten, die natürlich erst am Sonntag um 18 Uhr von den Wahlhelfern geöffnet und ausgewertet werden dürfen. Die Aufsicht über alle Vorgänge rund um die Wahl hat jedoch Cynthia Macke-Fasdryok. Sie hat damit die Funktion von Wolfgang Nagl übernommen, der in den Ruhestand ging und in den vergangenen Jahren für die ordnungsgemäße Durchführung der Wahlen in Meinerzhagen verantwortlich zeichnete. 

Macke-Fasdryok kennt den Trend zur Wahl per Post, weiß um den höheren Verwaltungsaufwand und weist auf einige Besonderheiten hin, die besonders späte Wähler berücksichtigen müssen. „Wir prüfen am Sonntag um 18 Uhr auch noch einmal den Hausbriefkasten am Bürgerbüro, nicht aber die übrigen Briefkästen der Verwaltungsgebäude“, sagt Cynthia Macke-Fasdryok. Also: Wer seine Briefwahldokumente auch am Sonntag noch einwerfen will, sollte das nur am Gebäude Bahnhofstraße 15 tun. „Auf den anderen ist auch ein entsprechender Hinweis angebracht“, sagt die Wahl-Expertin. Mit der Deutschen Post wurde sogar eine Sondervereinbarung getroffen: Briefwahlzettel, die sich am Samstag noch auf dem Weg ins Rathaus befinden, sollen am Wahlsonntag definitiv noch zugestellt werden. 

Für den Wahlsonntag in den Wahllokalen und im Rathaus zeigt sich Macke-Fasdryok gerüstet. „Wir haben alle 22 Stimmbezirke – 19 Wahllokale und 3 Briefwahlbezirke – mit jeweils acht Wahlhelfern besetzt und wegen des Wegfalls des Wahllokals Haus Eckern noch eine kleine Reserve, die auch wichtig ist“, sagt die Wahl-Obfrau. Immer wieder könne es beim Wahlteam schließlich zu Krankheitsfällen kommen. Am Sonntag wird´s dann spannend – nicht nur für die Wahlhelfer und Verwaltungsmitarbeiter, die für einen reibungslosen Wahltag sorgen, sondern auch für die Parteien. Mit ersten Ergebnissen der sogenannten Schnellabfrage rechnet Cynthia Macke-Fasdryok bereits ab 18.30 Uhr, also eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale. Das endgültige Ergebnis steht dann aber noch nicht fest: „Dann haben wir drei Prüfteams, die sich mit den Wahlvorständen treffen und alles durchgehen.“

Ergebnisse Die Ergebnisse gibt´s natürlich auch wieder auf www.come-on.de.

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