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An Talsperre im MK: Ärger um Campingplatz, der angeblich keiner ist

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Von: Jürgen Beil

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Listertalsperre - Wasserqaulität - Baden - Schwimmen
Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz meldet für die Listertalsperre wieder eine ausgezeichnete Wasserqualität. © Wiemer, Henrik

In Hunswinkel gibt es in Heiligenberg zwei Campingplätze – von denen einer rein rechtlich gesehen gar keiner ist.

Meinerzhagen – Es geht um die Anlagen Listersee und Rengerfohr. Während der Bereich Listersee in einem Bebauungsplan bereits als „der Erholung dienendes Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Campingplatz“ aufgeführt wird, ist dies in Rengerfohr nicht der Fall. Das, so die Stadtverwaltung, soll geändert werden, um „Rengerfohr“ nachträglich als Campingplatz legalisieren zu können. Doch so einfach wie gedacht scheint diese Legalisierung nicht vonstatten zu gehen – das wurde auch am Montag im Hauptausschuss deutlich, als der entsprechende Tagesordnungspunkt kurzerhand gestrichen wurde. Es bestehe noch Beratungsbedarf, wie es hieß.

Diskussion im Ausschuss KPSMU

In der vorangegangenen Sitzung des Ausschusses für Klima, Planung, Stadtentwicklung, Mobilität und Umwelt (KPSMU) kam dieses Thema aber auf den Tisch. Allerdings versagte der Ausschuss unter Vorsitz von Rolf Puschkarsky (SPD) dem Vorhaben die Zustimmung. Der Grund: Frank Sauer (FDP) wies darauf hin, dass auf dem Campingplatz in Rengerfohr aktuell Bauarbeiten stattfinden. Die dürften aber gar nicht durchgeführt werden, bevor die Bebauungsplanänderung rechtskräftig ist. Offensichtlich, so Sauer, würde hier eine neue Toilettenanlage aufgebaut.

Diese Nachricht gefiel Volkmar Rüsche (CDU) gar nicht. Er äußerte sein Unverständnis über die Arbeiten und nahm klar Stellung: „Ich werde dem Beschlussvorschlag nicht zustimmen. Zunächst sollte von der Verwaltung geklärt werden, was dort zurzeit passiert.“ Die Mehrheit schloss sich dieser Ansicht an – und so wird der Campingplatz-Besitzer weiter warten müssen, bis „Rengerfohr“ sich auch offiziell Campingplatz nennen darf und dort Bauvorhaben legal umgesetzt werden dürfen.

Bebauungsplan soll geändert werden

Um den Flächennutzungsplan ging es bei einem anderen Thema: Das Valberter Landhaus Nordhelle ist planungsrechtlich betrachtet kein Hotel. Die Fläche, auf der es steht, ist im Flächennutzungsplan und auch in einem Bebauungsplan als „Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Tagungsstätte/Erholungsheim“ ausgewiesen – eine Bezeichnung, die aus den Zeiten stammt, als es dort noch die evangelische Tagungsstätte Haus Nordhelle gab.

Die heutigen Besitzer der Einrichtung möchten den Bebauungsplan nun so geändert haben, dass ein regulärer Hotelbetrieb möglich ist. Dazu muss im Vorfeld auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Das – so der Vorschlag der Verwaltung – soll nun insofern geschehen, als das Grundstück als „Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Hotel/Gastronomie“ ausgewiesen wird. Ein südlich und östlich angrenzender Bereich soll außerdem, den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend, als „Grünfläche“ dargestellt werden. Dem stimmte die Mehrheit des Ausschusses zu, der Rat muss jetzt einen entsprechenden Beschluss fassen. Er tagt am kommenden Montag, 29. November.

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