Meinerzhagen baut Breitband an städtischen Schulen aus

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Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln vor einer sogenannten Speedpipe (Leerrohr) für ein Glasfasernetzwerk.

Meinerzhagen - Digitales Lernen wird für die Meinerzhagener Schüler ab dem kommenden Schuljahr einfacher. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Gute Schule 2020“ sollen die Schulen eine schnellere Internet-Verbindung erhalten.

Grünes Licht für den Ausbau der vorhandenen Internet-Verbindungen hatte der Rat in seiner Sitzung am 19. Februar gegeben. Dabei wird die Stadt das Förderprogramm „NRW.Bank Gute Schule 2020“ in Anspruch nehmen, das sich an die Kommunen in Nordrhein-Westfalen richtet und projektgebunden Kredite zur Verfügung stellt, für die das Land die Zinsen und Tilgung übernimmt, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt heißt. Die Stadt Meinerzhagen kann für das Jahr 2018 ein Kontingent von knapp 315.000 Euro in die Sanierung, Modernisierung und den Ausbau ihrer Schulen investieren, über den gesamten Zeitraum bis 2020 stehen insgesamt knapp 630.000 Euro zur Verfügung.

Etwa ein Drittel dieser Gesamtsumme, 211.000 Euro, fließen in das Digitalisierungskonzept für die städtischen Schulen. Die Arbeiten zur Einrichtung der Breitband-Verbindungen sollen im Frühjahr starten, spätestens zu Beginn des Schuljahres 2018/19 sollen sie den Schülern zur Verfügung stehen.

„Wir würden am liebsten jetzt schon anfangen“, sagt Katharina Suerbier von der Wirtschaftsförderung der Stadt Meinerzhagen. Damit die Fördermittel in Anspruch genommen werden könnten, müsste zunächst eine Glasfaserleitung gelegt werden, die nur für die Schulen bestimmt ist, erklärt Suerbier.

200-MBit-Kabel zur Schule „Auf der Wahr“

Mit einem Partnerunternehmen werde zunächst ein Glasfaserkabel mit einer Bandbreite von 200 Megabit pro Sekunde (MBit/s) zur Grundschule Auf der Wahr gelegt, wie Suerbier erläutert. „Davon sind 50 MBit/s für die Grundschule selbst bestimmt, 150 MBit/s werden zum Schulzentrum Rothenstein weitergeleitet“, sagt sie. Die Weiterleitung erfolgt dann per Richtfunk in Zusammenarbeit mit der Telekommunikationsgesellschaft Südwestfalen (TKG). 100 MBit/s sind für die Sekundarschule und die bald auslaufende Realschule bestimmt, die verbliebenen 50 MBit/s werden ebenfalls per Richtfunk an die Grundschule Am Kohlberg weitergeleitet.

Die weiterführenden Schulen benötigten die höhere Bandbreite, weil die digitalen Medien im Unterricht stärker genutzt würden als an Grundschulen, sagt Suerbier. Die Ebbeschule in Valbert sei momentan noch über die Kupferdrahtleitungen verbunden, die im Rahmen der Breitbandförderung für Privathaushalte verlegt wurden. Wie im Vorfeld erfragt wurde, reiche die jetzige Bandbreite von 16 MBit/s für den Bedarf der Ebbeschule aus.

Flächendeckendes WLan an den Schulen

2019 solle allerdings auch Valbert eine schnellere Glasfaserverbindung bekommen, sagt Frank Markus vom Gebäudemanagement. Dies sei in dem Digitalisierungskonzept vorgesehen. Sobald die Glasfaser- und Richtfunkverbindungen zwischen den Schulen bestehen, müssen die Serverräume der Schulen angeschlossen und auch neue Leitungen in die Klassenräume gelegt werden. „Die Anbindung der Schulen selbst kann man im laufenden Betrieb machen, aber für die interne Verkabelung muss man auch durch die Decken durch“, sagt Markus. Er geht davon aus, dass der Großteil der Arbeiten in den Sommerferien gemacht werden könne. „Das wird alles sehr eng werden, aber der Schulbetrieb soll so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.“

Neben der Verkabelung soll in den Schulen über Access Points in Unterrichtsräumen und Aulen auch ein flächendeckendes WLan eingerichtet werden. Zudem sind in dem Konzept auch 40 000 Euro für Endgeräte wie Laptops, Tablets und Convertible-Notebooks vorgesehen, die in Absprache mit Schulamt und Schulleitungen auf Grundlage der 2020 vorliegenden Schülerzahlen verteilt werden sollen, erklärt Markus.

Mit dem Breitbandausbau ist das Internet an den städtischen Schulen dann schneller als an vielen anderen Orten der Stadt. Denn die Qualität der Internetverbindung variiere stark, sagt Suerbier: „Es gibt Teilbereiche, die gut versorgt sind mit Geschwindigkeiten bis 50 MBit/s, aber in anderen Bereichen sind es weniger als 16 MBit/s.“ An den Schulen, die sich nicht in städtischer Trägerschaft befinden, ist ein Breitband-Ausbau ebenfalls in Planung. Aktuell verfügt der Meinerzhagener Standort der Mosaikschule noch über eine Bandbreite von 16 MBit/s, das Evangelischen Gymnasium am Bamberg komme lediglich auf 7 MBit/s.

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