Woche der Demenz auch in Meinerzhagen

„Wir müssen reden“

Wilhelm-Langemann-Haus  Papst Heim
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Martina Hütebräuker, Leiterin des Sozialen Dienstes, Ingrid Papst, Leiterin des Wilhelm-Langemann-Hauses, und ihre Stellvertreterin Beata Karnik bieten im Rahmen der Demenzwoche Beratungsgespräche an.

„Vor vier Wochen konnte mein Mann noch laufen. Jetzt sitzt er nur zuhause und starrt in die Ecke. Ist das normal?“ Eine Frage, die Ingrid Papst schon gehört hat und die zeigt, „es gibt immer noch viele Unsicherheiten. Und es gibt viele Ängste“, sagt die Leiterin des Wilhelm-Langemann-Hauses. Ein Grund, warum in der Einrichtung das Motto des heutigen Weltalzheimertages aufgegriffen wird: „Wir müssen reden.“

Meinerzhagen – Corona hat dazu geführt, dass im Meinerzhagener Seniorenheim in den letzten Monaten weniger Gespräche dieser Art stattfanden. Wenn die Entscheidung Heim anstand, seien Angehörige bis vor ein paar Monaten häufiger gekommen, um sich die Einrichtung an der Mühlenbergstraße anzusehen und sich ein Bild zu machen. „Dabei haben wir informiert, beraten – und oft Ängste genommen“, berichtet Ingrid Papst. In der Corona-Zeit fielen Besuche weg. „Und auch zum Welt-Alzheimertag und der Woche der Demenz können wir in diesem Jahr keine Informationsveranstaltungen oder dergleichen anbieten“, bedauert Sozialdienstleiterin Martina Hüttebräuker. Mit den Angehörigen von Demenzerkrankten möchte man aber dennoch im Gespräch bleiben. Während der Woche der Demenz, die von heute an bundesweit stattfindet, gibt es daher das Angebot, sich in Einzelgesprächen über die Krankheit, ihren Verlauf und ihre Folgen zu informieren.

Im Gespräch die individuelle Situation berücksichtigen

Im Gespräch könne dabei auch auf die individuelle Situation eingegangen werden, „denn es gibt viele Arten von Demenz und anhand von lebensnahen Beispielen und Gesprächen über den Alltag können wir uns ein Bild machen und darüber reden, welchen Verlauf die Erkrankung nehmen könnte und was auf die Angehörigen zukommen könnte“, erklärt Ingrid Papst.

Angebot für alle Interessierten

Das Angebot ist offen für alle Interessierten und richtet sich nicht nur an Angehörige von Heimbewohnern. „Denn auch Angehörige, die Erkrankte zuhause pflegen und betreuen, haben Fragen, sind mitunter unsicher und fragen sich, ob das ‘normal’ ist, was sie gerade im Alltag mit einem Demenzerkrankten erleben“, weiß auch die stellvertretende Einrichtungsleiterin und Pflegedienstleitung Beata Karnik.

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