Mehr Lkw-Stellplätze am Rastplatz Baberg

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Straßen.NRW hat am Rastplatz Baberg nicht nur die Zahl der Lkw-Stellplätze deutlich erhöht, sondern durch WC-Anlage, Lärmschutzwand und Sitzgruppen die Anlage auch qualitativ aufgewertet.

Meinerzhagen - Seit Mitte März können Autofahrer auf der A 45 Richtung Frankfurt wieder die Rastanlage Baberg anfahren. Für insgesamt vier Millionen Euro hat der Landesbetrieb Straßen.NRW dort in gut einjähriger Bauzeit nicht nur zusätzliche Stellplätze für Lkw geschaffen, sondern den Rastplatz mit zahlreichen Sitzgruppen und Bänken, einer Schallschutzmauer sowie einer WC-Anlage auch insgesamt qualitativ aufgewertet.

„Wir haben mit der Rastanlage Baberg den vorerst letzten unbewirtschafteten Rastplatz überarbeitet und freigegeben“, sagt Karl-Josef Fischer , Projektgruppenleiter für die A 45 bei Straßen.NRW. Zwischen der hessischen Landesgrenze und dem Westhofener Kreuz wurden in den vergangenen sieben Jahren bereits 14 Rastanlagen erweitert und technisch aufgerüstet. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auch auf der Schaffung zusätzlicher Lkw-Stellplätze. Vor Baubeginn am 5. Dezember 2016 verfügte der Rastplatz über 16 Lkw-Stellplätze, nun sind es 40. Hinzukommen zwei Busstellplätze, die nachts ebenfalls von Lkw genutzt werden dürfen. Außerdem gibt es 28 Pkw-Stellplätze sowie zwei für mobilitätseingeschränkte Menschen.

Infrastrukturell aufgewertet

Der Rastplatz, der noch aus den 1970er-Jahren stammt, sei auch infrastrukturell aufgewertet worden, sagt Johannes Müller, einer der Projektleiter von Straßen.NRW. „Die Attraktivität der Anlage ist jetzt höher.“ Es wurde eine 240 Meter lange und vier Meter hohe Lärmschutzwand errichtet, die dem Schutz der Lkw-Fahrer dient, damit für sie während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten der Lärm reduziert wird.

Auch Erholungsmöglichkeiten soll die neue Anlage bieten. 20 Sitzgruppen aus Tischen und je zwei Bänken sowie drei einzelne Bänke wurden aufgestellt. Alle sind in einem leicht in Richtung Neon tendierenden Gelb gehalten, wie alle erneuerten Bauwerksteile dieses A45-Abschnitts. Vom Westhofener Kreuz bis hinter Lüdenscheid-Süd sieht das Farbkonzept blau vor, ab dort dann gelb, im südlichen Abschnitt – beginnend zwischen dem Kreuz Olpe und Freudenberg bis zur Landesgrenze – ist es dann rot. Des Weiteren wurden eine neue Toll-Collect-Anlage und eine moderne LED-Beleuchtungsanlage installiert, die auch der Sicherheit dienen soll. Zu diesem Zweck wurde auch die Notrufsäule an der Autobahn erneuert und eine zusätzliche Säule neben dem WC-Gebäude aufgestellt.

Da die neu errichtete WC-Anlage nicht ans Abwassersystem angeschlossen wurde – die Entfernung zu öffentlichen Anschlüssen beträgt zweieinhalb Kilometer –, wird das Schmutzwasser der in zwei Betonbehältern mit einem Gesamtvolumen von 36 000 Litern gesammelt und soll wöchentlich abgepumpt werden. Auch Leitungen für Strom- und Wasserversorgung waren vor Baubeginn nicht vorhanden und mussten erst gebaut werden. Dabei konnte der Rastplatz Baberg aber die Wasserversorgung des gegenüberliegenden Rastplatzes Drögenpütt mitbenutzen.

10.000 Kubikmeter Erde bewegt

Die Schaffung dieser Infrastruktur war nicht die einzige Herausforderung. Das Baufeld habe man sich erst schaffen müssen, sagt Hans-Georg Heller, einer der Ausschreiber des Projekts bei Straßen.NRW. „Hier ging es vorher ein paar Meter tief runter.“ Es war also notwendig, den Boden zu verfüllen. Zudem seien die Bauarbeiten durch benachbarte Bautabuflächen räumlich begrenzt gewesen, sagt Gürsel Sivel, einer der Projektleiter des Landesbetriebs. Allein innerhalb des Parkplatzgeländes wurden insgesamt circa 10.000 Kubikmeter Boden und Oberboden bewegt, was einer Menge von 500 Sattelzügen entspricht. Zusätzlich wurden noch circa 4000 Kubikmeter Material angeliefert, um den Boden für die neuen Beanspruchungen zu ertüchtigen.

Buchenwald als Ersatzmaßnahme

Eingriffe in die angrenzenden Wälder wurden beim Bau möglichst vermieden. Auch gefährdete Tierarten wollte man nicht gefährden. „Wir haben Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt, weil wir die Haselmaus in diesem Bereich nicht ausschließen“, sagt David Lemberg, Landespfleger von Straßen.NRW. Trotz der Maßnahmen wurden allerdings keine Hinweise auf die Haselmaus oder andere planungsrelevante Arten gefunden. Der Landespflegerische Begleitplan (LBP) sieht zudem Ersatzmaßnahmen für die Eingriffe in die Landschaft vor. Ein zweieinhalb Hektar großer Bestand von Douglasfichten am Küntroper Berg in Neuenrade wurde in einen Buchenwald umgewandelt. Aber auch am Rastplatz selbst sollen noch einige Bäume gepflanzt und der Buchenwald im Bereich des Baufeldes wiederhergestellt werden.

Johannes Müller, einer der beteiligten Projektleiter vom Landesbetrieb Straßen.NRW.

Lärmschutzwand für Rastplatz Rothenstein

Der Rastplatz Baberg ist zwar vorerst die letzte unbewirtschaftete Rastanlage, die erweitert wird, aber in Gegenrichtung ist derzeit auch der Rastplatz Rothenstein einige Kilometer südlich momentan nicht zugänglich. Dieser Rastplatz sei bereits vor vier Jahren als eine der ersten Anlagen ausgebaut worden, erläutert Projektleiter Müller. Dort habe es nachträglich aber die Möglichkeit gegeben, ebenfalls eine Lärmschutzwand zu errichten. Zusammen mit dieser Vorrichtung soll am Rothenstein auch eine Beleuchtung erhalten, außerdem wird die Einfädelungsspur verlängert – insgesamt sollen die dortigen Maßnahmen etwa eine Million Euro kosten. Mit der Freigabe sei im Sommer zu rechnen.

Lkw-Stellplätze

Insgesamt wurden an den unbewirtschafteten Anlagen an der A 45 bisher 146 zusätzliche Lkw-Stellplätze geschaffen. Ausgebaut wurden die Anlagen Löffelberg, Brüner Höhe, Duwelsiepen, Rothenstein, Schwiendahl, Brenscheid, Rehweg und nun Baberg. Durch den Ausbau der bewirtschafteten Rastanlagen Sauerland West und Ost konnten weitere 63 Lkw-Stellplätze geschaffen werden. Die bewirtschafteten Anlagen Siegerland West und Ost, Kaltenborn und Rölveder Mühle soll noch folgen, ein Termin steht noch nicht fest. Eine aktuelle Bedarfsermittlung wird derzeit vom Bundesverkehrsministerium für die A 45 erstellt.

Der Rastplatz Baberg

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