Erkältungskrankheiten auf dem Vormarsch

Die Grippesaison hat begonnen

Besonders Kinder sind derzeit von Erkältungskrankheiten betroffen. Diese Erfahrung macht der Valberter Apotheker Markus Blumenthal schon seit einigen Wochen.
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Besonders Kinder sind derzeit von Erkältungskrankheiten betroffen. Diese Erfahrung macht der Valberter Apotheker Markus Blumenthal schon seit einigen Wochen.

Neben Covid-19 rückt zunehmend eine andere Virusinfektion in den Vordergrund: Influenza.

Meinerzhagen – Die „Grippe“ kann ebenfalls schwere Verläufe nehmen und jährlich sterben Menschen an dieser Krankheit. Ähnlich wie bei der Pandemie gibt es jedoch eine Möglichkeit, sich zu schützen: Die Impfung. „Es ist genug Impfstoff vorhanden. Allein in der vergangenen Woche hab ich 110 Grippe-Schutzimpfungen durchgeführt“, erläutert der Meinerzhagener Arzt Dr. Holger Reimann.

Es gibt genug Impfstoff

Genügend Impfstoff – und das bereits vor Beginn der im Herbst und Winter zu erwartenden Infektionswelle. Das ist eine gute Nachricht. Folgerichtig wird bei Dr. Reimann auch niemand abgewiesen, der sich impfen lassen möchte. Im Gegenteil: „Bei vielen Patienten ist das Bewusstsein durchaus vorhanden, dass die Impfung gegen Influenza sinnvoll ist. Teilweise erinnern wir aber auch daran, dass eine solche Immunisierung notwendig ist.“

Zwar wird für die Bevölkerungsgruppen der über 60-Jährigen und der Menschen mit Vorerkrankungen eine Grippe-Schutzimpfung ausdrücklich empfohlen, abweisen muss Dr. Reimann im Prinzip aber niemanden, der sich impfen lassen möchte. Der Mediziner macht allerdings eine Ausnahme bei ganz jungen Patienten: „Bei der Gruppe der Drei- bis Fünfjährigen wäre ich etwas vorsichtiger, wenn es um eine Grippe-Schutzimpfung geht.“

Immunsystem funktioniert

Dass das menschliche Immunsystem durch die Befolgung der Corona-Hygieneregeln nicht mehr ausreichend „trainiert“ ist und die Bevölkerung den Influenza-Viren dadurch schutzloser gegenübersteht als vor der Pandemie, daran glaubt Dr. Reimann übrigens nicht: „Unser Immunsystem funktioniert bei Gesunden immer noch vernünftig. Allerdings gab es 2020 durch die Ausgangs- und Zusammenkunftsverbote weniger Grippe-Infektionen. Das könnte sich 2021 beziehungsweise 2022 ändern“, befürchtet der heimische Arzt.

Wenn zum Beispiel in Fußballstadien inzwischen wieder mehrere Zehntausend Menschen zusammenkommen, könnte sich auch die Grippe stärker ausbreiten als im vergangenen Jahr. Und auch das Corona-Virus „mag“ Menschenansammlungen. Würde Fußballfan Dr. Reimann selbst ein Stadion besuchen? „Wenn dort die 2G-Regel gilt, vielleicht. Bei 3G nicht“, steht für den Arzt fest.

Kinder oft betroffen

Dass Erkältungskrankheiten auf dem Vormarsch sind, hat der Apotheker Markus Blumenthal bereits festgestellt. In seiner Ihne-Apotheke sind Mittel gegen Schnupfen, Husten und Heiserkeit entsprechend stark gefragt: „Das stellen wir schon seit einigen Wochen fest. Betroffen sind im Prinzip alle Altersschichten. Aber besonders häufig sind Erkältungen bei Jüngeren im Kindergartenalter. 2020 ist die Erkältungswelle praktisch ausgefallen beziehungsweise sie war nicht so ausgeprägt. Das ist in diesem Jahr anders.“ Markus Blumenthal erwartet auch nicht, dass die „Welle“ in wenigen Tagen abebbt: „Jetzt wird es kälter. Manchmal ist es tagsüber noch sehr warm und abends und nachts kalt. Auch diese großen Temperaturunterschiede begünstigen die Ausbreitung von Erkältungskrankheiten.“

Dass Schnupfen-Mittel knapp werden, befürchtet der heimische Apotheker aber nicht: „Es gibt genügend – und auch aus dem vergangenen Jahr, als diese Mittel kaum gefragt waren, sind noch Bestände vorhanden.“ Das gilt übrigens auch für die Bereiche Schnelltests und Mund-/Nasen-Masken. „Die sind auch nicht mehr so begehrt wie 2020“, hat Markus Blumenthal festgestellt.

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